505er WM: Deutsche Teams in Lauerstellung – Amerikaner und Briten in Führung

Spannendes Finale

Die 505er WM in Kiel ist in die entscheidende Phase getreten. Nach drei Tagen Pause manifestierten zwei Starkwindrennen das Klassement an der Spitze. Böhm/Roos und Hunger/Kleiner als Dritte und Vierte mit guten Titelchancen.

Drei Tage lang ging gar nichts in Kiel bei der SAP 505er WM. Erst ließ der Starkwind zwei Renntage ausfallen, dann ließ der fest eingeplante Ruhetag keine Läufe zu. Schließlich konnte aber am Mittwoch die Regatta im Einfluss heftiger Schauerböen fortgesetzt werden.

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Die Vizeweltmeister Böhm/Roos liegen als beste Deutsche derzeit auf dem Bronze Rang. © SAP 505 Worlds

Dabei brillierten die Amerikaner Mike Holt/Rob Woelfel vor ihren britischen Trainingspartnern Andy Smith/Tim Needham, die beide deutlich die besten durchschnittlichen Geschwindigkeitswerte bei den extrem harten Bedingungen aufwiesen.

Die deutschen Favoriten Hunger/Kleiner konnten mit zwei dritten Plätzen nach jeweils schwachen Starts und Startkreuzen wieder von ihrer außergewöhnlich starken Spinnaker-Technik profitieren und jeweils von Platz 25 und 23 an den ersten Marken unter die Top drei rasen.

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Ein großer Teil der Flotte ist überfordert. © SAP 505 Worlds

Ganz stark im Rennen sind wieder die Vizemeister vom Vorjahr Böhm/Roos, die im letzten Lauf auf Rang drei liegend einmal kenterten und doch wieder auf Platz sechs nach vorne stießen. Das gelang auch den bis dahin dominierenden Bogacki/Dehne, die nach einer Kenterung von Rang 20 auf 7 vorsegelten. Dann hatten sie aber erneut Probleme und fielen auf Rang 32 zurück. Nach wie vor gehören sie aber zu den schnellsten Teams im Feld und sind längst nicht aus dem Titelrennen ausgeschieden.

Das Rennen an der Spitze bleibt enorm spannend. Und viel hängt wohl von den weiteren Bedingungen ab. Sobald der Wind etwas abflaut, könnte das Pendel zugunsten des deutschen Altmeisters Hunger ausschwingen. Er gilt mit Julien Kleiner als deutlich bester Allround-Segler im Feld.

Ein Großteil der 505er Flotte ist mit dem starken Wind vor Kiel deutlich überfordert. Von ehemals 161 Schiffen kamen im letzten Rennen nur noch 105 Boote ins Ziel. Ab 12 Uhr geht es weiter mit der Live Übertragung, die jetzt nach einiger Zeit des Blindfluges sehr ordentlich zu funktionieren scheint. Ein spannendes Finale bis Freitag ist garantiert.

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Die Flotte im Vollgas Modus. © SAP 505 Worlds

Die Pressemitteilung:

505er jagten durch die Schauerfronten
Ein englisch-amerikanisches Duo hat die Führung bei der SAP 505er Weltmeisterschaft vor Kiel übernommen. Nach drei Tagen Segelpause setzten Mike Holt/Rob Woelfel (USA) mit einem sechsten Platz und dem zweiten Tagessieg im WM-Verlauf ihre bisher konstant starke Serie fort und übernahmen damit die Führung vor ihren Trainingspartnern Andy Smith/Tim Needham (Großbritannien). Morten Bogacki/Lars Dehne (Düsseldorf/Zwischenahn) mussten dagegen einen Rückschlag nach ihrem perfekten Start in die WM hinnehmen.

Die Ränge fünf und 33 ließen sie auf Gesamtplatz acht abrutschen. Die Leiter nach oben kletterte dagegen der fünfmalige Weltmeister Wolfgang Hunger mit seinem Vorschoter Julien Kleiner (Strande/München). Die WM-Mitfavoriten trotzten mäßigen Starts in den Wettfahrten und rasten jeweils mit Top-Speed durch das Feld zu zwei dritten Rängen. Damit hatten sie den besten Tag aller Teilnehmer und sind aktuell zweitbeste Deutsche hinter den konstant in den Top-Ten segelnden Stefan Böhm/Gerald Roos (Köln), den Vize-Weltmeistern des Vorjahres.

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Aufgereiht für den Vorwind Power Reach. © SAP 505 Worlds

Der zweite reale Wettfahrttag war erneut geprägt von schwierigen Bedingungen auf dem Stollergrund. Eine harte Welle rollte aus der Eckernförder Bucht ins Regattagebiet, dazu sorgten einige Schauerfronten für Starkwind und Starkregen im Tagesverlauf. Das forderte von den Crews nicht nur ein gutes Bootshandling, sondern auch ein waches Auge in schlechter Sicht und das Gespür für die richtige Seite.

Auch für die Wettfahrtleitung war das Geschehen keine leichte Aufgabe, denn mitten in die Startvorbereitung für das zweite Rennen platzte eine Schwerwetterfront, die ein Großteil des Feldes auf die Seite warf. Dennoch gelang es schließlich, die Flotte zum zweiten Tagesrennen von der Leine zu lassen.

In der ersten Wettfahrt des Tages nutzte Ian Pinnell, der britische Weltmeister von 2008, seine Top-Startposition als Pfadfinder und fuhr mit Vorschoter David Shelton die Hälfte des Rennens vor dem Feld. Dann verschätzte er sich allerdings in der zweiten Runde bei der Ansteuerung der Raumtonne, die sich im dichten Regen versteckte, setzte die Halse zu spät und musste die Australier Peter Nicholas/Luke Payne passieren lassen.

Auch Hunger/Kleiner nutzten die schlechte Orientierung einiger Konkurrenten und arbeiteten sich weiter nach vorn, nachdem sie schon vorher von Platz 18 an der ersten Bahnmarke den Anschluss an die Spitze hergestellt hatten. Zwischenzeitlich schien für sie sogar der Sprung ganz nach oben möglich, doch am Ende retteten sich die Australier vor den Briten und Hunger/Kleiner ins Ziel.

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Der Pfadfinder macht sich auf den Weg. © SAP 505 Worlds

Das zweite Rennen war dann wie am ersten Tag wieder eine Demonstration der Stärke durch Holt/Woelfel und Smith/Needham. Mit hoher Am-Wind-Geschwindigkeit nach dem Start eroberten sie die Spitze an der ersten Bahnmarke, bauten den Vorsprung kontinuierlich aus und fuhren ein eigenes Rennen, das die Amerikaner souverän vor den Briten gewannen.

„Es scheint so, als bräuchten wir jeweils ein Rennen, um richtig warm zu werden. Aber dann hatten wir wirklich eine tolle Geschwindigkeit. Es war wieder einmal perfektes Segeln in einer schönen Brise“, freute sich Mike Holt, der in der Gesamtwertung mit zwei Punkten Vorsprung vor den Trainingspartner Smith/Needham führt. „Wir haben uns gemeinsam mit der Kieler Woche und den britischen Meisterschaften auf die WM vorbereitet. Das scheint sehr gut funktioniert zu haben“, ist auch Smith guten Mutes für den weiteren WM-Verlauf.

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Am Wind Foiling? 🙂 © SAP 505 Worlds

Beeindruckt von der Schnelligkeit der Führenden zeigten sich Hunger/Kleiner. „Nach dem Start war Mike Holt unglaublich schnell. Wir sind direkt neben ihm gestartet, aber nach der ersten Wende hatten wir schon 100 Meter Rückstand“, sagte Julien Kleiner. Im weiteren Verlauf der Rennen kam das deutsche Team, das gemeinsam 2010 und 2011 den WM-Titel geholt hatte, aber immer besser in Fahrt. „Mit dem Großsegel, das wir heute gefahren sind, brauchen wir mehr Wind. Und als der kam, ging es sehr gut“, sagte Wolfgang Hunger, der Mike Holt nach dessen bisheriger Vorstellung aber weiter in der Favoritenrolle sieht.

Beeindruckend konstant agieren bisher Stefan Böhm/Gerald Roos. Das Duo agiert ohne Ausrutscher und liegt mit der Serie 3, 5, 4, 6 nur einen Punkt hinter dem Silberrang. Weitere vier deutsche Crews in den Top-Ten auf den Rängen sieben bis zehn dokumentieren, dass sich die weltweit stärkste 505er-Flotte in Deutschland befindet.

Ergebnisse 505er WM Kiel

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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