52 SuperSeries WM: Mastbruch beim Mit-Favoriten – Ist der Weg frei für Harm Müller-Spreer?

Abgeknickt

Vor Puerto Portals auf Mallorca ist die Weltmeisterschaft der TP52 Sailing Series in vollem Gange. Ein Mastbruch sorgte für Aufsehen. Die deutsche “Platoon” liegt sehr gut plaziert.

Es passierte zu Beginn der zweiten Kreuz beim ersten Rennen der TP52-WM in Mallorca. Bei relativ wenig Wind lag der türkische Eigner Ergin Imre mit seiner “Provezza” gut platziert unter den ersten drei Yachten, als das Rigg kollabierte. Ohne Vorwarnung  fiel es nach Lee über Bord. Der Grund dafür ist bisher nicht bekannt. 

Der Mastbruch während der Live-Berichterstattung vom 3. Tag:

Das Provezza-Team gehört zu den professionellsten der 52 SuperSeries und galt als Titelanwärter für die WM aber auch für die Saison-Wertung nach fünf Regatten, zu der auch die WM-Punkte zählen. In dieser Saison ist der neuseeländische Profi John Cutler aus dem Coachboot an die Pinne gewechselt. Zusammen mit Kiwi-Taktiker Hamish Pepper konnte er die Leistung des Teams verbessern, das in der vergangenen Saison mit einem neuen Boot und vielen technischen Problemen nicht in Fahrt gekommen ist.

Provezza, Mastbruch

Mastbruch bei Provezza.© Max Ranchi

Mit neuem Kiel und nach weiteren Optimierungsarbeiten konnten die ersten beiden Regatten auf den Plätzen 1/2 beendet werden. Aber nach dem Mastbruch hat der Höhenflug erstmal ein Ende. Zwar soll noch ein Ersatzrigg aus Valencia eingeschifft werden – was Sinn ergibt, da anders als bei anderen Regatten nicht die Endplatzierung, sondern die Einzelplatzierungen gerechnet werden – aber nach vier Ausfällen ist die WM gelaufen.

Der traurige Haufen nach dem Rigg-Kollaps. © Max Ranchi

Das ist nicht so schlecht für die WM-Ambitionen von Harm Müller-Spreer mit seiner Platoon-Crew, der nach zwei Tagen den zweiten Platz inne hat. Und bisher wurde am dritten Tag wegen Starkwind nicht gesegelt.

Dejavu für das Provezza-Team. 2014 hat “Provezza” schon einmal im letzten TP52-WM-Rennen seinen Mast verloren.

Die WM ist mit 11 Yachten wieder ordentlich besetzt. Zuletzt war die Rennserie mit nur noch sieben Booten beim dritten Event deutlich geschrumpft. Luna Rossa hat die TP52-Kampagne vorerst aufgegeben, um sich verstärkt dem America’s Cup zu widmen. Und auch das Quantum-Team musste auf sieben Positionen umbauen, weil Terry Hutchinson seine Männer mehr und mehr in das American Magic Cup-Team einbaut.

470er-Olympiasieger steuert für die Russen

So kam ex America’s Cup Steuermann Ed Baird (Alinghi) als Steuermann an Bord und er konnte auch besonders am dritten Spieltag mit einem Starkwind-Sieg in Cascais glänzen. Aber bei der WM hat Doug de Vos das Steuer als Owner Driver übernommen, und das hatte bisher deutlich negative Auswirkungen auf die Leistung des Teams an der Startlinie.

Während die Plattner-Familie wieder mit zwei Yachten am Start ist – ansonsten teilen sich Tina und Vater Hasso das Steuer während der Saison – hat auf der russischen Bronenosec Gazprom der kroatische Olympia-Star Sime Fantela das Steuer übernommen.

Er brachte das Kunststück fertig, ein Jahr nach dem Olympiasieg im 470er 2016 den WM-Titel in der neuen Klasse 49er einzufahren. An das Bigboat muss er sich noch gewöhnen. Am ersten Tag misslang eine Luvtonnen-Ansteuerung massiv:

Am zweiten Tag warf ein Frühstart das russische Team weit zurück.

Event-Website 52 SuperSeries

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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