Die Konstellation hat Wucht: Diego Botin und Florian Trittel, SailGP-Sieger, Olympiasieger und 49er-Weltmeister, steigen beim französischen America’s-Cup-Projekt ein. Für Frankreich ist das ein personeller Gewinn, für die Spanier der logische nächste Schritt.

Dass Diego Botin und Florian Trittel früher oder später im America’s Cup auftauchen würden, war zu erwarten. Überraschend ist jedoch, dass der Weg dorthin nicht über ein spanisches, sondern über das französische Projekt führt. Was den Schritt aber nicht weniger plausibel macht: Spanien hat derzeit eben kein eigenes Cup-Team – Frankreich dagegen mit K-Challenge die passende Plattform. Und dass man bislang beim französischen America’s Cup-Team personell noch etwas dünn aufgestellt ist, wurde längst nicht nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen.
Logischer Schritt
Das spanische Duo wechselt nicht einfach mit Renommee, sondern mit einer geradezu lückenlosen Erfolgsserie in die große, weite America’s Cup-Welt. Zwei Wochen vor der olympischen Regatta von Marseille gewannen sie mit dem Spain SailGP Team das Finale der SailGP-Saison in San Francisco gegen Australien und Neuseeland. Danach holten sie bei den Olympischen Spielen in Frankreich 2024 Gold im 49er vor Marseille und im Oktober 2025 folgte vor Cagliari auch noch der eine große Titel, der ihnen in dieser Klasse noch gefehlt hatte: der Weltmeistertitel. Diese Serie brachte ihnen außerdem die Auszeichnung als World Sailor of the Year 2024 ein.
Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass Botin und Trittel den olympischen Weg ausdrücklich nicht verlassen. Laut einer aktuellen Klassenmitteilung wollen sie den neuen Olympia-Zyklus bis Los Angeles 2028 weiterverfolgen. 2026 soll ganz im Zeichen des Übergangs in den America’s Cup stehen. 49er-Regatten sind in dieser Saison nicht vorgesehen, wohl aber ein technisches Trainingsprogramm in der Klasse, damit das Duo den Anschluss nicht verliert.
Der Plan für 2027 ist noch ambitionierter: Dann wollen die beiden die America’s-Cup-Kampagne mit einer Rückkehr in den 49er verbinden. Ziel ist die Weltmeisterschaft in Gdynia, bei der erstmals Nationenplätze für Los Angeles 2028 vergeben werden. Nach dem Ende des America’s Cup im Sommer 2027 soll der Fokus dann wieder voll auf die olympische Kampagne gehen. Der Cup ist für die Spanier also kein Abschied vom 49er, sondern ein zusätzlicher Motor für weitere Erfolge im Skiff.

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