Sables-Horta-Sables Class 40: Riechers Zweiter, Blumencron Fünfter

In Lauerstellung


Start zur ersten Etappe nach Horta/Azoren von overlapprod

Riechers/Audigane im Schwesterschiff-Duell bei der der Class-40-zweihand-Regatta von Les Sables nach Horta, Blumencron/Strauss auf starkem Platz Fünf.

Das Wetter bereitet Kopfschmerzen. Im Moment scheint der Wind zwar zu halten, die Spitze des (18 Boote starken) Class 40-Feldes der Regatta Les Sables – Horta – Les Sables (mit Zwischenstopp und erlaubtem Co-Skipper-Wechsel) auf dem Weg nach Horta auf der Azoren-Insel Faial ist derzeit bei drei Beaufort mit 9 – 12 kn Geschwindigkeit über Grund unterwegs.

Aber in den kommenden Stunden dürfte ein Pokerspiel mit ziemlich hohen Einsätzen angesagt sein: Sollte man das Ziel Horta von Süden oder von Norden her anlaufen? Oder mitten durch das Archipel segeln? Kein Wunder also, dass sich zunächst einmal alle auf der mehr oder weniger direkten Linie „sammeln“, um von dort aus strategische Entscheidungen zu fällen.

Ausreißversuche per Extremschlag wären jedenfalls ein hohes Risiko bei den derzeit vorherrschenden eher schwachen Winden – die Meteorologen sagen noch keine nahende Wetteränderung voraus.

Class 40, Riechers

Jörg Riechers: Der Mann macht nicht nur auf dem “Catwalk” eine gute Figur © Breschi

Matchrace an der Spitze

Das neue „mare“-Class-40-Team Jörg Riechers und Sebastièn Audigane (beide segeln erstmals eine Langstreckenregatta zusammen und wollen das Barcelona World Race auf der neuen „mare“-IMOCA bestreiten) hält sich in Lauerpositon auf Rang 2 hinter „GDF Suez“, dem baugleichen Schwesterschiff der „mare“. Die beiden beharken sich seit Beginn des Rennens und schenken sich nichts. Abstand derzeit: 6,2 sm.

Sebastien Rogues und Armel Tripon sind auf der Suez 0,1 kn (!) schneller. Wie es im Moment aussieht, wird „mare“-Skipper Riechers wohl kaum den Extrem-Schlag wählen, um an seinem Konkurrenten vorbei zu kommen; eher ist zu erwarten, dass es auf die physische Verfassung und die Erfahrung der Teams ankommen wird. Wer hat das bessere Schlafmanagement, wer wechselt einen „Tick“  früher die Segel, wer fährt die schnelleren Manöver?

„Zügig voran gekommen“

„Wir sind da angekommen, wohin wir auch wollten,“ schreibt Axel Strauss von der „Red“ auf seinem Blog und eine (verständliche ) Befriedigung ist zwischen den Zeilen unübersehbar. Denn der Deutsch-Schweizer wollte von Anfang an mit einer „starken ersten Etappe ein Fundament für die Rückfahrt“ legen, die Blumencron mit Volker Riechers segeln wird.

Class 40. sables-horta-Sables, Strauss, Blumencron

Derzeit auf starkem Rang 5: Blumencron (links) und Strauss

Doch die Konkurrenz ist nah, schon seit Tagen. Am Samstag segelten sie den ganzen Tag mit sieben Konkurrenten in Sichtweite bei allerbestem Segelwetter. Strauss berichtet in seinem Blog:

„ …seit dem späten Vormittag sind wir ungefähr da wo wir sein wollen, in Bezug auf Wetter, Verteilung der Flotte und kürzeste Distanz zum Ziel. Wind um die 25kn ENE und kleiner Spi mit einem Reff im Groß lassen uns zügig vorankommen. Das Boot ist vor dem Mast komplett leer geräumt, alles Material in Luv und soweit achtern wie es geht. So kommt der Bug schön aus dem Wasser und wir können schneller segeln. `Masai´ (=Mr. Bricolage) ist heute im Morgengrauen 200mtr. auf dem andern Bug vor uns durchgesegelt, und jetzt liegen sie 8,5 Meilen hinter uns. Das ist gut :-)!“

Gestern berichtete Strauss von seinem „Sonntagsausflug“ auf die hohe See: „Ein schöner sonniger Tag hier draußen, der Wind hat merklich nachgelassen, und wir sind jetzt mit dem großen Spi unterwegs. (…)Wir haben ein paar Mal gehalst, haben uns gewaschen (Sonntag), über den Sinn und Unsinn von Kirchensteuer diskutiert, mehrere Wettermodelle verglichen, und eben ein köstliches Abendessen aus der Tüte zu uns genommen. Auf der Tüte steht “Pasta Provencale”.

Class 40, Sables-Horta-Sables

“GDF Suez” führt 400 sm vor dem Etappenziel das Feld an. Doch die “mare” lauert schon © Breschi

Im Geschmack erinnert das Gericht ein wenig an die Zubereitungen “Pasta Bolognese”, “Beef Stew” und “Chicken Curry” des gleichen Herstellers. Nachdem ein europäisches Wettermodell gestern noch Wind bis gegen Ende versprach, stimmt es heute mit der Prognose der Amis und Kanadier überein: Flaute zwischen den Inseln. Das wird sicher noch spannend.”

Wie spannend, zeigt der Tracker!

 

Souverän und selbstsicher im Feld unterwegs: die “mare” © Breschi

 

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Michael Kunst

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