Club-Wettkampf: 17 Vereine gründen „Deutsche Segel-Bundesliga“

"Großes Potenzial"

Der deutsche Leistungssegelsport bekommt erstmals einen prestigeträchtigen Vereinswettbewerb: die „Deutsche Segel-Bundesliga“. Das Konzept der Bundesligen anderer Sportarten wird erstmalig in den Segelsport übertragen.

Bundesliga Gruendungstreffen

Bundesliga Gruendungstreffen: von links stehend: Dr. Philipp Kadelbach (VSaW), Holger Blumenkamp (SKBUe), Anke Anderssohn (WSC), Jens Kuphal (Berliner YC), Ingo Köhn (SYC), Erhard Zimmermann (Berliner YC), Prof. Dr. Claus-Peter Bauer (DTYC), Jens Kath (LYC), Christoph Teufel (YCRa), Klaus Lahme (NRV), Max Friedrich (MSC) sitzend: Claus-Otto Hansen (FSC), Jobst Richter (Wettsegelausschuss DSV), Dr. Andreas Lochbrunner (LSC), Dr. Eckart Diesch (WYC), Benjamin Jeuthe (Konzeptwerft) © Konzeptwerft

Im ersten Jahr kämpfen 18 Segelvereine um den Bundesliga-Pokal und ermitteln den besten deutschen Segelclub. Bisher gab es im deutschen Hochleistungssegelsport keinen bundesweiten Clubwettbewerb mit hohem sportlichen Stellenwert. Das ändert sich ab Juni dieses Jahres mit der Einführung der „Deutschen Segel-Bundesliga“.

Am vergangenen Sonntag gründeten 17 Segelvereine in Hamburg die „Deutsche Segel- Bundesliga“. Diese Bezeichnung muss noch vom Deutschen Segler-Verband genehmigt werden. Einen entsprechenden Antrag stellen die Gründungsvereine in den nächsten Tagen. Mit der Organisation und Vermarktung der Bundesliga wurde die Sportvermarktungsagentur Konzeptwerft beauftragt.

Höchste nationale Leistungsstufe im Segelsport auf Vereinsebene

Bei nationalen und internationalen Wettkämpfen konkurrieren stets nur Segler miteinander, aber nicht direkt die Vereine. „Die Clubs sollen in der Bundesliga erstmals aktiv als Wettkämpfer in Erscheinung treten“, beschreibt Projektmanager Benjamin Jeuthe von der Konzeptwerft die Idee. Oliver Schwall, Geschäftsführer der Konzeptwerft, ergänzt: „Die Bundesliga soll die höchste nationale Leistungsstufe im Segelsport auf Vereinsebene sein.”

Die 17 Gründungsvereine der Segel Bundesliga.

Die 17 Gründungsvereine der Segel Bundesliga.

Im Premierenjahr kämpfen die Clubs bei fünf Bundesliga-Events à drei Wettfahrttagen von Juni bis November auf dem Starnberger See, der Lübecker Bucht, der Hamburger Alster, dem Bodensee sowie dem Wannsee um Punkte für die Bundesliga-Tabelle.

Wettbewerb mit anderen Clubs macht Reiz aus

Die Gründungsclubs freuen sich auf den ersten Vereinswettbewerb im Segeln. „Beim Deutschen Touring Yacht-Club ist der Regattasport ein wesentlicher Faktor. Mit der Teilnahme an der Bundesliga wollen wir damit Rechnung tragen“, erklärt Prof. Dr. Carl-Peter Bauer, der 1. Vorsitzende des DTYC aus Tutzing am Starnberger See, der das erste Bundesliga-Event veranstaltet.

Sein Kollege aus dem Württembergischen Yacht-Club und Segel-Olympiasieger von 1976, Dr. Eckart Diesch, ergänzt: „Die Bundesliga ist optimal für die Repräsentation des Vereins durch seine Mitglieder und die Identifikation der Mitglieder mit dem WYC. Ich bin überzeugt, dass das Format Zukunft hat, weil es altersunabhängig und generationsübergreifend ist.

Die Stärkung des „Wir-Gefühls“ steht für alle Gründungsvereine neben dem Wettbewerb im Mittelpunkt ihres Engagements, so auch beim Lübecker Yacht-Club, der die Bundesliga auch „als Sprungbrett für die Jugend in den Hochleistungssegelsport sieht.“ Jens Kath, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Travemünder Woche hat auch die Sicht des Veranstalters einer der Bundesliga-Regatten: „Den besten deutschen Club auszusegeln, ist sehr interessant für die Zuschauer der Travemünder Woche. Die Verbindung zwischen Verein und der Region wird gestärkt. Das Format passt gut in das Konzept der Travemünder Woche.“

Auch die Vergleichbarkeit der Vereinsstärke reizt die Gründungsvereine. „Der Schweriner Yacht- Club ist dabei, weil das Bundesliga-Format und unser Leistungsanspruch gut zusammenpassen. Wir freuen uns auf das erste Event“, sagt Ingo Köhn, Teamleiter Segel- Bundesliga vom SYC.

Die Gründungsvereine, die den Segelsport in ganz Deutschland repräsentieren, planen bereits ihre Teamzusammensetzung. „Durch die offene und generationsübergreifende Zusammenstellung des Clubkaders sehen wir die Möglichkeit, Segler aus verschiedenen Bootsklassen auch mit ehemaligen Leistungsseglern des Clubs zusammenzubringen“, beschreibt Holger Blumenkamp, Leistungssportkoordinator vom Segelklub Bayer-Uerdingen aus Krefeld.

Neben den Gründungsvereinen trifft die Gründung der Segel-Bundesliga auch bei Leistungssportlern wie dem Berliner Robert Stanjek, Olympia-Sechster 2012 im Starboot, auf große Zustimmung: „Ich sehe großes Potenzial in der Bundesliga. Der Teamgeist, der in den Vereinsmannschaften entstehen wird, kann die Verbundenheit mit dem Verein unglaublich stärken.“

Im Premierenjahr 2013 ist die Zahl an Startplätzen aus Kapazitätsgründen begrenzt. Die 17 Gründungsclubs plus ein weiterer Verein, dessen Teilnahme noch bestätigt werden muss, bestreiten die erste Saison. Für 2014 werden wesentlich mehr Meldungen erwartet, weshalb die Planungen für ein Qualifikationsformat bereits laufen.

Quelle: Sophie-Karolin Wehner, Public Relations “Segel-Bundesliga”

Die Idee hinter der „Deutschen Segel-Bundesliga“

Die besten Segelclubs Deutschlands treten über eine ganze Saison hinweg in mehreren Regatten gegeneinander an. Jeder Club stellt dafür eine Mannschaft aus seinen besten Seglerinnen und Seglern zusammen; aus allen Bootsklassen, alt und jung, weiblich und männlich, mit und ohne Behinderungen– allein die Fähigkeiten zählen.

Gesegelt wird um den Status des besten Segelclubs in Deutschland. Um diesen Titel zu erringen, muss ein Club über eine ganze Saison hinweg konstant Top Leistungen erbringen.

Der Modus

Gesegelt wird in verschiedenen Wettkampfformaten (Fleet-Race, Match-Race) mit drei bis fünf Personen auf One-Design-Kielbooten. Der Kader eines Bundesligavereins umfasst bis zu 20 Seglerinnen und Segler. Jede Regatta – unabhängig vom Wettkampfformat – zählt gleichwertig für die Tabelle.

Der Club mit den meisten Punkten nach der letzten Regatta hat die Bundesliga gewonnen.

Die Bundesliga

Events 2013

1) 07. bis 09. Juni 2013,Tutzing/Starnberger See,

Veranstalter:DTYC – Fleetrace

2) 19. bis 21. Juli 2013, Travemünde/Lübecker Bucht,

Veranstalter:Travemünder Woche – Fleetrace

3) 30. August bis 01. September 2013, Hamburg/Alster,

Veranstalter:NRV – Match Race

4) 27. bis 29. September 2013, Friedrichshafen/Bodensee,

Veranstalter:WYC – Fleetrace

5) 8. bis 10. November 2013, Berlin/Wannsee,

Veranstalter:VSaW – Fleetrace

Die erste Saison wird wohl mit einer Flotte von Dreimann-Booten vom Typ J/70 bestritten.

Die Gründungsvereine:

Bayerischer Yacht Club / BYC

Berliner Yacht Club/ BYC

Chiemsee Yacht Club / CYC

Deutscher Touring Yacht Club / DTYC

Flensburger Segel Club / FSC

Konstanzer Yacht Club / KYC

Lindauer Segler Club / LSC

Lübecker Yacht Club / LYC

Mühlenberger Segel Club / MSC

Norddeutscher Regatta Verein / NRV

Schweriner Yacht Club / SYC

Segel Club Hattingen /SCH

Segelklub Bayer Uerdingen / SKBUe

Verein Seglerhaus am Wannsee / VSaW

Warnemünder Segel Club / WSC

Württembergischer Yacht Club / WYC

Yacht Club Radolfzell/ YCRa

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

22 Kommentare zu „Club-Wettkampf: 17 Vereine gründen „Deutsche Segel-Bundesliga““

  1. avatar Martin sagt:

    Ja, und WIE wird nun gegeneinander gesegelt ?

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  2. avatar Jörg sagt:

    Der Modus
    Gesegelt wird in verschiedenen Wettkampfformaten (Fleet-Race, Match-Race) mit drei bis fünf Personen auf One-Design-Kielbooten. Der Kader eines Bundesligavereins umfasst bis zu 20 Seglerinnen und Segler. Jede Regatta – unabhängig vom Wettkampfformat – zählt gleichwertig für die Tabelle. Der Club mit den meisten Punkten nach der letzten Regatta hat die Bundesliga gewonnen.
    Die Bundesliga-Events 2013
    1) 07. bis 09. Juni 2013, Tutzing/Starnberger See, Veranstalter DTYC
    2) 19. bis 21. Juli 2013, Travemünde/Lübecker Bucht, Veranstalter Travemünder Woche 3) 30. August bis 01. September 2013, Hamburg/Alster, Veranstalter NRV
    4) 27. bis 29. September 2013, Friedrichshafen/Bodensee, Veranstalter WYC
    5) 8. bis 10. November 2013, Berlin/Wannsee, Veranstalter VSaW

    http://www.sailing-team-germany.de/wp-content/uploads/2013/04/PM_Gruendung_SegelBundesliga_08042013.pdf

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  3. avatar Gürtelschnalle sagt:

    Gerade mal ein einziger Club aus dem Westen 🙁

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    • avatar Ruhrgebiet sagt:

      Es sind ZWEI Clubs aus dem Westen!
      SKBUe und SCH.
      Gruß aus Hattingen

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      • avatar Karl sagt:

        Aus Niedersachsen / Bremen gar KEINER !
        Tolle BUNDESliga!

        Müssen unsere guten Segler jetzt umziehen oder mal wieder die Vereine wechseln?

        Ich hoffe, dass der DSV seine Aufgabe ein Sprachrohr für alle zu sein, wahrnimmt!

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  4. avatar mg sagt:

    Und wieviele Boote stehen zur Verfügung? Ein Match Race Event mit 18 Teams an 3 Tagen durchzuziehen ist ja schon sportlich…

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    • avatar Wilfried sagt:

      noch interessanter sind die Fleetraces. Die werden kaum 18 Boote haben.

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      • avatar Christian sagt:

        macht euch da mal keine Sorgen, bei gutem Race Management lassen sich mit 4 bis 6 Booten und guter Gruppeneinteilung eine Menge Rennen durchziehen, so dass jedes Team zum Zuge kommt. Siehe z.B. Meiserschaft der Meister oder BMW-Cup.

        Das Problem ist eher die mangelnde Trainingsmöglichkeit. Je nach dem wie stark sich auf einen Bootstyp festgelegt wird, sind jene Vereine im Vorteil, die sich ein eigenes Boot dieses Typs zum Trainieren leisten können.

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  5. avatar Manuel sagt:

    Leider keiner aus Kiel dabei :-/

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  6. avatar Walfrikassee sagt:

    Tolle Sache! Hoffe viele weitere Clubs stossen in den nächsten Jahren dazu!

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    • avatar Jörg sagt:

      Jupp, wäre nur schön, wenn bei der angedachten Qualiserie auch an kleine Clubs ohne große Geldgeber im Background gedacht wird. Eine aktive Jugendarbeit und die Bereitschaft die laufenden Kosten zu tragen sollten reichen. Wenn allerdings das Prinzip der NFL oder DHL angestrebt wird… Ok, dann kann man ja mal zuschauen:-)

      In jedem Fall interessant mal zu sehen, was da auf die Beine gestellt wird.

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      • avatar Karl sagt:

        These: alle Segelvereine bei uns am See, über 30, tun sich zusammen, reden noch mal mit den Nachbarn aus dem anderen Bundesland, erstellen ein Konzept mit einer tollen Präsentation PPP, ein paar Hochglanzbroschüren, suchen gut segelbare Jollen zusammen ( bei uns ist es leider nicht ganz so tief), fahren dann auch gerne als teams zu anderen Seen, Leistungssport betreiben wir schon Jahrzehnte, ist immer wieder in allen Medien dokumentiert, von Weltmeisterschaften zu aktiver Jugendarbeit mit Kadermitgliedern und dann stellen wir den Antrag beim DSV:
        Wir wollen auch Bundesliga sein!

        Da würde ja die Seglerwelt Kopf stehen! Das Medienecho würde uns in Grund und Boden stampfen!

        Deshalb: Wenn eine Firma oder 17 Vereine eine neue Regatta kreieren, dann muss auch drin sein, was drauf steht!

        Kann ja gerne “konzeptwerftliga” heißen, je mehr Angebote, desto besser. Kann ja auch ein tolles Event sein.

        Aber bitte nicht Bundesliga mit Segen des obersten Deutschen Dachverband, der ja eigentlich für weit über 300 Vereine zuständig ist. Können ja auch ihr Konzept ändern und einen ordentlichen Ligabetrieb anschieben, wir machen gerne mit!

        ….aber ich glaube, dass möchten sie gar nicht, damit ist nämlich kein Geld zu verdienen.

        Aber die Diskussion hatten wir ja schon… Leider!

        Fazit: am Sonntag segeln gehen und die da oben mit unseren Verbandsbeiträgen weiterwursteln lassen!

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  7. avatar Kackvogel sagt:

    Wenn die Kommentare auf SR repräsentativ die Meinung der deutschen Segelwelt wiedergeben würde, könnte man annehmen 90% aus jener bestehen aus Arschlöcher und Vollidioten! Als aktiver Segler weiß ich aber zum Glück das es nicht so ist…

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  8. avatar Christian sagt:

    Im Fußball nennt man sowas Eigentor…

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  9. avatar Peter Rost sagt:

    1.Bundesliga im Segeln? So ein Quatsch!
    Ganz neu ist die Sache ja nicht. Also die Surfer haben auch hier die Nase vorn, da gibt es schon 24! Jahren eine Bundesliga und seit einigen Jahren auch eine Nachwuchs-Bundesliga (heißt auch so!).
    Nur haben die Surfer halt nicht so eine große Lobby bei DSV und STG und dem zur Folge PR.
    Vorher besser informieren erspart Peinlichkeiten. Trotzdem: Gute Sache!

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  10. avatar jorgo sagt:

    Die Kommentare hier zu lesen ist oft überwiegend eher was für Masochisten.

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    • avatar Christian sagt:

      komm. komm, immerhin ist meistens viel Unterhaltungswert gegeben.

      Wer das ganze Kommentarwesen und sich selbst zu ernst nimmt, hat hier manchmal wenig Spaß. Das ist halt wie in einer Seglerkneipe: Wenn man nicht alles bierernst nimmt, kann es sehr lustig sein. Es können aber auch richtig gute Gespräche dabei sein.

      Allein die Tatsache, dass K—vogel und du hier munter mitkommentieren, zeigt doch eure innere Verbundenheit 😉

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