Dhream-Cup: Neue Hochseeregatta von Frankreich zum Fastnet, Wolfsrock und zurück

Neuer Einhand-Klassiker?

Dhream Cup

Ziemlich imposante Boote waren zuhauf dabei © martinez

Multi 50, IMOCA, Class 40 und Rhum-Klassiker – liest sich das wie die Besetzungsliste der Route du Rhum? Kunststück, beim Dhream-Cup können sich die Einhand-HeldInnen letztmals qualifizieren.

Gestern startete vor La Trinité sur Mer in der Bucht von Quiberon mit erstaunlich wenig Medien-Gedöns eine der größten See-Regatten Europas, die im Einhand- wie auch im Crew-Modus gesegelt wird: Der Dhream-Cup.

In zwei Startgruppen segelten bei eher schwachen Winden 73 Boote über die Startlinie und nahmen entweder ihre 736 oder 428 Seemeilen lange Route in Angriff. 

Die Regatta führt für die größeren Yachten auf direktem Wege zum Fastnet-Felsen vor Irland, danach zum Wolf-Rock vor England, ca. 150 Seemeilen entlang der englischen Küste und schließlich nach Überquerung des Ärmelkanals nach Cherbourg in Frankreich. 

Dhream Cup

Kurz nach dem Start wurde erstmal gedümpelt © martinez

Kleinere Yachten und Klassiker-Boote segeln bis zu einem Waypoint am westlichen Ausgang des Ärmelkanals, dann zum Wolf Rock und nehmen dort den gleichen Kurs wie die größeren KollegInnen. 

Das eigentlich aufsehenerregende an diesem Rennen ist jedoch nicht die Streckenführung und (für Franzosen schon gar nicht) der mögliche Einhand-Modus, sondern die gute Besetzung mit faszinierenden Rennyachten: IMOCA, große „Open“ Monorumpfer, ältere Rennklassiker, die teilweise schon seit 40 Jahren über die Hochsee heizen , Mehrrumpf-Yachten und Multi 50-Trimarane. 

Liest sich das ein wenig wie die Besetzungsliste der Route du Rhum, die im Herbst ihren 40. Geburtstag feiert? Kein Wunder, denn der Dhream-Cup ist so etwas wie die letzte Möglichkeit für Einhand-Skiper, die später bei der Route du Rhum starten wollen, eines der vorgeschriebenen Qualifikationsrennen zu absolvieren. Viele sehen im Dhream-Cup aber auch eine Möglichkeit, ihren Leistungsstand für die anstehende RdR zu überprüfen. 

Dhream Cup

Die Class 40, hier beim Prolog © martinez

Entsprechend beeindruckend, ganz auf die Route du Rhum ausgerichtet, das Starterfeld: von 6 Multi 50 der RdR sind fünf beim Dhream-Cup am Start, 10 von 22 IMOCA, die bei der Route du Rhum starten sind ebenso dabei wie 29 der 50 zur RdR gemeldeten Class 40. 

Auch die „Class Rhum“, Hochsee-Klassiker, mit denen vor Jahrzehnten bereits bei der Route du Rhum gesegelt und gewonnen wurde, sind vertreten. So erregt beispielsweise die „Rote Zigarre“ , mit Jean Luc van den Heede einst dabei war, heute noch reichlich Aufsehen. 

Bei den Class 40 sind nahezu alle bekannte Namen der Szene im Dhream-Cup-Feld vertreten (Liste hier) – bei den IMOCA starteten Isabelle Joschke, Sam Davies, Alan Roura, Stephane la Diraison, Paul Melhat, Arnaud Boissieres und Yann Elies, um nur wenige zu nennen. 

Ein Rennen, das schon in seiner zweiten Ausgabe (soll alle zwei Jahre stattfinden) aufgrund seiner Vielfalt zu einem Klassiker, nicht nur für Einhand-Hochsee-SeglerInnen werden könnte. 

Tracker

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Dhream-Cup: Neue Hochseeregatta von Frankreich zum Fastnet, Wolfsrock und zurück“

  1. avatar addi sagt:

    War aufregend: Die Jungs und Mädchen sind an uns vorbei gefahren:
    ‘Welt ohne AIDS’ und Isabelle Joschke konnten wir fotografieren:
    https://sy-little-wing.blogspot.com/2018/07/motorsegeln.html
    Sie haben schwer unter dem schwachen Wind gelitten

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  2. avatar breizh sagt:

    Endlich wieder Tracker schauen und das im Moment gleich bei zwei Rennen. Super. Und bei SR sind wir wieder live dabei. Top.
    Der Dhream Cup war mir bisher auch nicht aufgefallen. Aber schön, dass es hier noch was Neues gibt. Interessant das La Trinité sur Mer wieder auf der Offshore Landkarte auftaucht. War ja vor einigen Jahren (ca. 8 bis 10 Jahren) eigentlich der Hotspot für die Offshore Szene. Zu mindestens waren viele Teams dort vor Ort bis Lorient aufkam. Eigentlich fehlen bei dem Rennen nur noch die Ultim Geschosse. Die müssten den Parcours aber wohl zweimal segeln, damit sie nicht gleich wieder am Ziel wären.
    Gibt es eigentlich noch weitere Class40 Rennen bzw. ist in der Klasse noch viel los? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es vor einigen Jahren noch mehr Rennen für die Klasse gab. Aber vielleicht täuscht das auch.
    Falls Irland einmal Geld benötigt empfehle ich ihnen Maut für das Passieren des Fastnet Rocks zu nehmen. So häufig, wie dort Rennen vorbeiführen … 😊
    @ Miku Was machen eigentlich dieses Jahr die Mini-Überflieger vom letzten Jahr (Ian Lipinski, Clarisse Cremer, Erwan Le Draaoulec)? Außer den Ausflug der letzten beiden in die Figaro-Klasse – glaube ich – habe ich wenig von ihnen gehört.

    @ Addi falls Ihr noch in Concarneau seid kann ich nur einen Besuch der Crêperie “Le Petit Chaperon Rouge” empfehlen. Eine der Leckersten.

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