Höhepunkte Kieler Woche: Olympia Ausscheidung, X 99 WM, Musto Skiff, SAP Tracking

Highlight der deutschen Olympia-Quali

49er vor Schilksee. Die Kieler Woche ist Höhepunkt der deutschen Olympiaausscheidung. © Beeck/Kieler Woche

Neue Klassen, neue Formate, neue Darstellung, dazu nationale und internationale Meisterschaften, das Finale des Sailing Worldcups (SWC) und die zweite von drei DSV-internen Olympia-Ausscheidungen: Die Kieler Woche (18.-26. Juni) hat das Segeln zwar nicht neu erfunden, will sich in ihrem 129. Jahr aber so modern wie noch nie präsentieren, wie bei der Pressekonferenz in Hamburg verkündet wurde.

Im Mittelpunkt der Bemühungen stehen neue Formen der medialen Darstellung. Gemeinsam mit den Partnern Audi und SAP wurde ein Konzept entworfen, um mit täglichen Übertragungen Segeln auf die Bühnen in der Stadt, aber auch ins Stadtfernsehen und via Internet-Stream in die Büros und Wohnzimmer zu bringen.

Jeweils vormittags und nachmittags sind einstündige Übertragungen geplant, die von Audi TV mit Bildern und von SAP mit einer Computer-Visualisierung beliefert werden. Inklusive des Tracking-Systems soll daraus eine elektronische Berichterstattung entstehen, „wie es sie im Jollenbereich noch nicht gegeben hat“, so Sven Christensen von der Vermarktungsagentur Point of Sailing.

Kieler Woche Sponsor SAP verspricht eine 3D-Darstellung in Echtzeit inklusive Blitztabelle für die Darstellung der Rennen an Land. Die 505er werden auch wieder ein starkes Feld nach Kiel schicken. © Beek/Kieler Woche

Stefan Holland von SAP, selbst seit seiner Jugend Segler, verspricht eine 3D-Darstellung in Echtzeit inklusive Blitztabelle, die den Seglern nach dem Rennen nicht nur als Analyse-Werkzeug dienen kann, sondern den Sport auch für den Laien transportierbar macht. „Jetzt macht es Spaß, die Kieler Woche zu verfolgen“, so Holland. Sollte aus den Versprechen Wirklichkeit werden, dann wären die bisherigen SAP-Trackings wie bei der 505er-WM tatsächlich nur Diätkost gewesen.

Neben der Visualisierung will SAP den deutschen Seglern in Zukunft auch Strömungs-, Wind- und Revierdaten zur Verfügung stellen, um somit einen echten Standortvorteil zu bewirken.

Die DSV-Athleten werden es nötig haben, denn im internationalen Vergleich hinken sie bei den Worldcups klar hinterher. Dennoch geht DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner davon aus, in allen zehn Disziplinen Olympiastarter stellen zu können.

Zur Kieler Woche haben sie die Chance sich zu beweisen, denn das Segelereignis ist nicht nur die zweite von drei internen DSV-Ausscheidungen für die Spiele 2012, sondern auch das Finale des Sailing World Cups, dessen Sieger am 22. Juni in Schilksee vom ISAF-Präsidenten Göran Petersson geehrt werden.

Dass darunter auch deutsche Segler sind, ist eher unwahrscheinlich, denn der Saisonfokus der DSV-Athleten liegt nicht auf dem SWC, sondern auf der Olympia-Qualifikation. „Es werden daher alle deutschen Spitzensegler, die sich eine Chance auf Olympia ausrechnen, in Kiel dabei sein und sich mit einem starken internationalen Feld messen“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner.

Die Weichen für die Zukunft haben auch schon die Kieler Woche Organisatoren gestellt. Denn schon bevor sich der Weltseglerverband ISAF im Hinblick auf die olympische Zukunft des Segelsports auf die Attraktivität von Skiffs und Katamarane besonnen hat, wurden mit den A-Cats, 29erXX und Musto Skiff sowie der Rückkehr des Tornados schnelle und spektakuläre Klassen ins Programm gehoben.

Die Musto Skiffs feiern ihre Premiere in Kiel. Es werden 30 Schiffe erwartet. © R. Abratis

„Besonders den Musto Skiff hatte ich seit Jahren im Blick. Ich freue mich, dass es jetzt geklappt hat“, sagte der oberste Wettfahrtleiter Jobst Richter. Die Freude ist beiderseits, denn die Akteure der Einhand-Trapez-Skiffs haben ihre Premiere in Kiel gleich zu German Open ernannt. Und der Präsident der internationale Klassenvereinigung, Iver Ahlmann (Kiel), erwartet ein starkes Feld: „Wir hoffen auf 30 Teilnehmer, schon jetzt haben 20 Sportler aus acht Nationen gemeldet.“

Mit Catharina Gauda ist auch eine Frau dabei: „Iver hat mich vor zwei Jahren mal auf dem Musto Skiff mitgenommen und ich war gleich begeistert“, schwärmte die Kielerin, die besonderen Spaß daran hat, hin und wieder die Männer hinter sich zu lassen.

Catharina Gauda geht in Kiel mit ihrem Musto Skiff an den Start. © R. Abratis

Neben den Skiffs dürften die Tornados viele Blicke auf sich ziehen. Sie werden an allen neun Tagen direkt vor dem Hindenburgufer von 16 bis 18 Uhr kurze, knackige Rennen segeln. „Wir wollten Segeln immer in die Stadt bringen. Mit dem Speedsailing der Tornados scheinen wir das richtige Format gefunden zu haben“, so Richter.

Höchstklassigen Sport kündigte auch Seebahn-Chef Eckhard von der Mosel an: „Das Programm der Yachten steigt weiter. Inzwischen setzen wir auf der Seebahn drei Wettfahrtleiter-Teams ein.“ An allen Tagen der Kieler Woche werde auf den Seebahnen gesegelt. Höhepunkte dabei sind die internationale deutsche Offshore-Meisterschaft, die EM der Farr30-Klasse sowie die WM der X99.

„Wir gehen davon aus, dass bis zu 40 Boote auch acht Nationen bei den X99 an den Start gehen. Das wird eine Wiederbelebung der Klasse“, sagt der viermalige X99-Weltmeister Christian Soyka (Itzehoe), der neben Martin Christiansen (Kiel) zu den heißen Titelanwärtern gehört.

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Ralf Abratis

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6 Kommentare zu „Höhepunkte Kieler Woche: Olympia Ausscheidung, X 99 WM, Musto Skiff, SAP Tracking“

  1. avatar b sagt:

    Also ob viele internationale Teams nach Kiel kommen würden- ein Wunder dass die Kieler Woche ein WC ist (noch)..

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 10

  2. avatar Christian sagt:

    @b: Warum sollte denn nicht viele internationale Teams nach Kiel kommen? Die Kiel Week ist doch weltweit in Seglerkreisen bestens bekannt und auc angesehn. Und warum sollte in Kiel kein World Cup sein? Versteh ich nicht. Bitte um Butter bei die Fische.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 3

  3. avatar schnellsegler sagt:

    vielleicht sollte b sich mal outen was er denn segelt…….
    wahrscheinlich eine Bootsklasse die in Kiel gar nicht dabei sein darf

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 3

  4. avatar flachländer sagt:

    also für mich liest sich das eher, als würde b die vermeintlich zu geringe anzahl an toi-toi hütten bemängeln (es heisst “hat”, nicht “ist”) – und gleichzeitig unterstellen, dass irgendwelche internationalen teams etwas damit zu tun hätten.. 😉

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  5. avatar Timo sagt:

    Also ich kann die Stellungnahme auch nciht ganz nachvollziehen, also meines Wissens sind einige der großen Teams und Segler wie jedes Jahr bei der Kieler Woche dabei. wüsste auch nicht warum das anders sein sollte.Das Revier ist gut, die Bedingungen im Normalfall auch und insofern wird es sicherlich wieder eine Gaudi.

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  6. avatar Carsten sagt:

    Kiel hat in diesem Jahr nur ein zeitliches Problem für die Olympiasegler. Für die meisten Nationen ist Weymouth einer der wichtigsten Saisonhöhepunkte und die eine Woche Zeit bis zur KW knapp. Deshalb werden einige Spitzensegler eine Pause einlegen und Kiel auslassen. Das sollte aber nichts an dem Stellenwert oder der Attraktivität der Veranstaltung ändern.

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