Extreme Sailing Series: Schwere Kollision – Chinesen stark – Ainslie hinten

Flautenspezialisten vorne

In Chinas Olympia-Stadt Qingdao hat am Donnerstag Act 3 der Land Rover, Extreme Sailing Series™ um den Double Star Mingren Cup begonnen. Die acht Wettfahrten des Tages sahen fünf verschiedene Sieger.

– Nach einem Zusammenstoß auf der Startlinie mit GAC Pindar sind die Rennen für das Team aus Oman Air schon vor der ersten Wettfahrt beendet – nun folgt eine lange Nacht in der Pitlane.

– Die Heim-Mannschaft Team Extreme Qingdao schafft den bislang besten Start eines Invitational Teams und liegt am Ende des ersten Tages auf Platz drei.

– Alinghi dominiert bei anspruchsvollen Bedingungen und führt deutlich mit 14 Punkten vor The Wave, Muscat.

Reiten auf der Bugspitze. Bei Flaute muss das Gewicht bei den X40 KAts weit nach vorne. © Lloyd Images

Reiten auf der Bugspitze. Bei Flaute muss das Gewicht bei den X40 KAts weit nach vorne. © Lloyd Images

Bei anspruchsvollen Windbedingungen kämpften die Teams um Konstanz. Das Leaderboard sah nach jedem Rennen anders aus. Auf dem offenen Meer bei wenig Wind und viel Strömung dominierte Alinghi und setzte sich nach Tag eins an die Spitze des Feldes. Für Schlagzeilen sorgte aber das heimische Team Extreme Qingdao, das mit hervorragenden Leistungen den dritten Platz eroberte – die beste Leistung, die jemals ein Inivitational Team aus einem Gastgeberland geschafft hat.

Viel Pech hatte dagegen Oman Air im ersten Rennen: Nach einer Kollision mit GAC Pindar im Gewühl an der Startlinie war für das Team der erste Tag vorbei, bevor er begonnen hatte. Da der Backbord-Rumpf schwer beschädigt war, musste das Team in die Pitlane zurückkehren.

Oman Air Skipper Rob Greenhalgh, der sich zuvor noch über die Verstärkung seiner Mannschaft durch den America’s Cup Gewinner Kyle Langford freuen durfte, beschrieb die Situation so: „Unmittelbar nach dem Start des ersten Rennens wendete GAC Pindar, schaffte es anschließend nicht, weit genug abzufallen, um hinter uns durchzusegeln, und rammte uns ziemlich kräftig.

Olympiarevier Qingdao

Das Red Bull Team vor den olympischen Ringen. © Lloyd Images

Auf unser Shore Team wartet jetzt viel Arbeit, um das Boot bis morgen wieder rennfähig zu machen. Wir werden jetzt kurz unsere Wunden lecken und dann zurückkommen. Das war für uns eine große Enttäuschung.“ Die Mannschaft wird eine Wiedergutmachung erhalten und voraussichtlich für die verpassten Rennen die durchschnittliche Punktzahl der Rennen der kommenden beiden Tage von der internationalen Jury gutgeschrieben bekommen.

Die Heimmannschaft Team Extreme Qingdao wird gemeinsam von den Co-Skippern Mitch Booth und Zhang Yiran geführt. Am Donnerstag lieferten die beiden den ersten Beweis dafür, dass ihre Zusammenarbeit offenbar bestens funktioniert.

Das Team, das eigens für diesen Act zusammengestellt wurde, segelte konstant gut, blieb auch in Situationen unter Druck cool und zeigte bei seinem Sieg in Wettfahrt vier sogar einigen der etablierten Teams, wie eine Extreme 40 erfolgreich gesegelt wird. Das Team Extreme Qingdao beendete den Tag auf Platz drei, und Booth freute sich überschwänglich:

„Das war für uns ein großartiger Tag. Wir sind gut gestartet. Unser Ziel war es, uns von anderen Booten freizuhalten und Situationen zu vermeiden, in denen wir zu sehr unter Druck geraten. Diese Strategie ist ziemlich gut aufgegangen.“ Das heimische Team liegt damit zwischenzeitlich nur drei Punkte hinter The Wave, Muscat, dem Titelverteidiger von Qingdao und Gesamtsieger des Vorjahres.

Paul Goodison

Paul Goodison holte 2008 vor Qingdao Olympiagold im Laser. Mit Ainslie läufts noch nicht so gut. © Lloyd Images

Auch die Schweizer Leichtwindexperten von Realteam beeindruckten. Die Mannschaft knüpfte an ihre gute Leistung bei Act 1 in Singapur an und schloss den Tag punktgleich mit dem Team Extreme Qingdao ab. Skipper Jérôme Clerc sagte: „Wir sind sehr zufrieden. Die Crew hat eine starke Leistung gezeigt und wir waren besser als in Oman, wo wir anfangs Probleme hatten. Jetzt sind wir mitten drin im Spiel, und die Crew ist wirklich heiß.“

Das österreichische Red Bull Sailing Team hatte in der ersten Wettfahrt Probleme mit dem Vorstag. Nach einer schnellen Reparatur auf dem Wasser sammelte das Team aber fleißig Punkte, und ein Sieg in Rennen sechs verhalf zum sechsten Platz in der Gesamtwertung.

Doppel-Olympiasieger Roman Hagara kommentierte: „Es ist ein harter Kampf. Du musst vom Start weg voll dabei sein. Wenn du das nicht schaffst, wird es wirklich schwierig, sich in der Flotte nach vorn zu arbeiten. In den beiden letzten Wettfahrten sind wir nicht gut gestartet. Das tat weh. Dagegen tat es sehr gut, heute einen ersten Sieg einzufahren. Vorne fährt es sich einfach viel leichter – das war für uns die perfekte Wettfahrt.“

Das Team aus Österreich liegt nun fünf Punkte hinter Emirates Team New Zealand und einen Punkt vor dem französischen Groupama sailing team, das mit zwei zweiten Plätzen, aber auch drei Rennen unter den letzten Drei eine sehr gemischte Bilanz aufwies. Das russische Team liegt einen weiteren Punkt hinter Groupama sailing team auf Rang acht.

Zwei Wettfahrtsiege an einem Tag sind keine kleine Leistung in der Extreme 40 Klasse. Für das SAP Extreme Sailing Team reichten diese am Donnerstag aber nicht für einen Platz in der ersten Hälfte des Feldes. Zu oft fand sich das Team in den anderen Rennen auf hinteren Plätzen wieder, und so reichte es nur für Rang neun in der Gesamtwertung.

Co-Skipper Rasmus Køstner erläuterte, wo er Veränderungsbedarf sieht: „Platz neun überrascht uns nicht wirklich. Ein Rennen kann fast jeder gewinnen. Wichtig ist Konstanz. Und die hatten wir heute nicht. Wir kamen manchmal schlecht von der Startlinie weg. Wann immer uns das gelang, schafften wir auch gute Ergebnisse.

Aber es ist schwer, denn die Konkurrenz schlägt sich wirklich hervorragend. Wir sind mit Platz neun nicht glücklich, aber auf der Habenseite verbuchen wir zwei Siege. Wir werden die Wettfahrten noch einmal analysieren und dann sehen, wie wir uns morgen im Stadion-Modus verbessern können.“

J.P. Morgan BAR strauchelte ausgerechnet auf dem olympischen Revier, das Ben Ainslie, Paul Goodison und Pippa Wilson so gut kennen: Alle drei hatten hier bei den olympischen Spielen von Peking 2008 Goldmedaillen gewonnen. Am Ende des ersten Tages reichte es nur für Platz zehn, gemeinsam mit dem Team GAC Pindar, das nach dem Zusammenstoß im ersten Rennen nur langsam wieder zu seiner Form fand.

Es sind aber noch viele Rennen zu segeln. Alle Teams werden sich die Wettfahrten des Tages noch einmal genau ansehen und dann entscheiden, was sie morgen besser machen werden, wenn Act 3 in den Stadion-Modus umschaltet.

Der Series Main Partner Land Rover gab am Donnerstag den neuen Above and Beyond Award für die Teilnehmer der Series bekannt. Ein Preis, mit dem ihr Sportsgeist, ihre mentale Stärke und ihr Teamgeist belohnt werden sollen. Der Preis wurde gestiftet, um hervorragende Beispiele des „Above and Beyond“ im Sinne der Marken-Philosophie von Land Rover zu belohnen.

Am Saisonende wird das Team ausgezeichnet, welches diese Philosophie des „Above and Beyond“ auf besonders inspirierende Weise demonstriert hat. Dem ausgezeichneten Team wird im darauffolgenden Jahr in seinem Heimatland ein Land Rover zur Verfügung gestellt. Mehr dazu hier.

Am Freitag werden die Karten neu gemischt. Die zwölf Boote der Extreme 40 Flotte werden dann im Stadion innerhalb der Mole segeln. Der Wind soll über Nacht zunehmen, und für Freitag wird mit einer kräftigen Brise gerechnet. Trotz ihrer deutlichen Führung glauben der Amerikaner Morgan Larson und sein Team Alinghi noch nicht an eine Vorentscheidung:

„Morgen ist ein anderer Tag. Es wird mehr Wind geben, das birgt die Gefahr von Kollisionen und verspricht mehr Action. Wir werden darauf achten, uns von gefährlichen Situationen und Zusammenstößen fernzuhalten. Andererseits musst du in diesem Feld immer Gas geben.“

Land Rover Extreme Sailing Series™, Act 3 Qingdao um den ‘Double Star Mingren’ Cup

Zwischenwertung nach Tag eins, acht Rennen (01.05.14)

Rang / Team / Punkte

1. Alinghi (SUI) Morgan Larson, Anna Tunnicliffe, Pierre-Yves Jorand, Nils Frei, Yves Detrey 64 Punkte.

2. The Wave, Muscat (OMA) Leigh McMillan, Sarah Ayton, Pete Greenhalgh, Kinley Fowler, Nasser Al Mashari 50 Punkte.

3. Team Extreme Qingdao (CHN) Mitch Booth, Zhang Yiran, Liu Xue, Nick Moloney, Freddie White 47 Punkte.

4. Realteam (SUI) Jérôme Clerc, Arnaud Psarofaghis, Denis Girardet, Bryan Mettraux, Thierry Wassem 47 Punkte.

5. Emirates Team New Zealand (NZL) Peter Burling, Glenn Ashby, Blair Tuke, Jeremy Lomas, Edwin Delaat 45 Punkte.

6. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher, Mark Bulkeley, Nick Blackman, Stewart Dodson 40 Punkte.

7. Groupama sailing team (FRA) Franck Cammas, Sophie de Turckheim, Tanguy Cariou, Thierry Fouchier, Devan Le Bihan 39 Punkte.

8. Gazprom Team Russia (RUS) Igor Lisovenko, Paul Campbell-James, Alister Richardson, Pete Cumming, Aleksey Kulakov 37 Punkte.

9. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Thierry Douillard, Peter Wibroe, Nicolai Sehested 33 Punkte.

10. J.P. Morgan BAR (GBR) Ben Ainslie, Nick Hutton, Paul Goodison, Pippa Wilson, Matt Cornwell 29 Punkte.

11. GAC Pindar (AUS) David Gilmour, Troy Tindill, Ed Smyth, Sam Newton, Alexandra South 17 Punkte.

12. Oman Air (OMA) Rob Greenhalgh, Tom Johnson, Kyle Langford, Hashim Al Rashdi, Musab Al Hadi 0 Punkte.

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