Figaro 3: 55 neue Boote bestellt – Altstars wie Peyron, Desjoyeaux wieder dabei

"Laser der Hochsee"

Ab dem 1.1. 2019 beginnt die nächste Figaro-Ära. Die Flotte der Bénéteau Einheitsyachten wird gegen die Figaro 3 Semi Foiler ausgetauscht. Sie locken die großen, alten Namen zurück.

Normalerweise ist die Einführung einer brandneuen neuen One-Design-Klasse auf einem bereits überfüllt erscheinenden Markt alles andere als einfach. Aber den Franzosen scheint es mit ihrer Figaro-Klasse wieder einmal zu gelingen. Die Einhand-Szene lebt. Und das stellt sich nicht nur bei der aktuellen Route du Rhum durch die rekordverdächtigen Melde- und Aufmerksamkeit-Zahlen dar, sondern insbesondere durch die jüngsten Verkaufzahlen der neuen Figaro3-Klasse.

Figaro 3

Die Figaro 3 mit Foils scheint die Phantasie vieler Segler zu beflügeln. © Stuart Greenfield

Französische Medien berichten, dass Aufträge und Anzahlungen (23.750 Euro) für mehr als 55 Boote bei der Werft Bénéteau eingegangen sein sollen. Dabei kostet die Rennversion immerhin gut 250.000 Euro. Die ersten Exemplare werden in der ersten Januarwoche 2019 ausgeliefert. Die Nachfrage nach dem neuen 10,85 Meter langen One-Design-Foiler ist so groß, dass am 8. Dezember auf der Pariser Bootsmesse eine Verlosung der Bau-Slots stattfinden wird.

Die besten Solo-Salzbuckel

Die neue Figaro 3 ersetzt nach 16 Jahren die Version 2, die als “Laser der Hochsee” die Basis der aktuellen Herrlichkeit der französischen Einhand-Segler darstellt und der Figaro 1 nach 13 Jahren folgte. Sie können glänzen durch die große Akzeptanz der Figaro-Regatta, bei der sich jeden Sommer die besten Solo-Salzbuckel ihre Sporen verdienen müssen.

Figaro3

Die Figaro 3 im Raumschots-Modus. Von Abheben keine Spur. © Beneteau

Diese Etappen-Regatta vor der französischen und britischen Küste wurde schon von den aktuell bekanntesten Namen des Hochseesports gewonnen: Michel Desjoyeaux, Franck Cammas, Jean Le Cam, Pascal Bidégorry, Kito de Pavant, Armel le Cléac’h, Jérémie Beyou und Yann Eliès – um nur einige zu nennen.

Wenn sie sich in diesem Zirkus bewährt haben, erfolgt normalerweise der Schritt in die lukrative Profi-Szene, und die Skipper haben es nicht mehr nötig, sich dem Wettberwerb mit den jungen Wilden der nachkommenden Generation auszusetzen. Aber die neue Figaro 3 bringt offenbar viele der Stars wieder zurück.

Figaro III

Figaro III © Beneteau

So sollen Loïck Peyron, Michel Desjoyeaux, Jérémie Beyou und Yann Eliès einen der neuen Semi-Foiler bestellt haben, um 2019 noch einmal bei der Solitaire du Figaro teilzunehmen. Außerdem haben die ehemaligen Sieger Armel Le Cléac’h und Alain Gautier Aufträge erteilt , sich aber noch nicht für die Saison 2019 verpflichtet.

Auch Charles Caudrelier, der Volvo Ocean Race-Sieger-Skipper des Dongfeng Race Teams, hat das Figaro-Rennen schon gewonnen und liebäugelt mit einem Auftritt in die Klasse. Außerdem sollen mehrere Teams und Offshore-Rennausbildungszentren Figaro 3s bestellt haben. Oman Sail ist gleich mit zwei Schiffen dabei.

 

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Figaro 3: 55 neue Boote bestellt – Altstars wie Peyron, Desjoyeaux wieder dabei“

  1. avatar Marc sagt:

    Was bringen die Foils genau? Das Lee Foil hat ein aufrichtendes Moment durch den Auftrieb? Ich weiß es ist ein Semi Foiler, aber für mich wird der große Vorteil der Foils nicht ganz klar. Im Video sieht es so aus, als bringe der Foil nur Vorteile wenn ich Krängung habe und der Foil einen Lift erzeugt. Dann kann man vielleicht mehr Segelfläche drauf lassen, das war es aber auch. Oder übersehe ich da etwas?

    Trotzdem ein schickes Boot.

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    • avatar Tom sagt:

      Ja das foil bringt nur lift, was soll es sonst bringen? Sehr ähnlich zu denen der imoca, insbesondere den sehr flachen von “Hugo Boss” man fährt die Dinger ja sowieso mit Kränkung, in Kombination mit dem Kiel der bei Kränkung leicht schräg steht entsteht dadurch Auftrieb und der Wasserwiederstand verringert sich. So wird das Boot schneller. Allerdings fast ausschließlich downwind. Amwind bringen die foils relativ wenig bis gar Nichts.

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  2. Die Foils machen den Wasserballast unnötig, welcher die Boote auch träger machte.

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  3. avatar Andreas Borrink sagt:

    “Semi” eben, aber trotzdem ein ziemlich cooles Boot. Gegen Ende des Videos kann man prima sehen, wie jollen-ähnlich sich damit die Wellen aussteuern lassen – sieht nach jeder menge Fun aus!

    Für’s komplett abheben reicht der Lift nicht, denn gut die Hälfte der Foils kommt ja gar nicht in’s Wasser, weil sie “andersrum” ausgelegt sind, um sie im eingefahrenen Zustand ganz an den Rumpf fahren zu können. Macht Sinn für ein Serienboot. Daraus ergibt sich dann auch der zunehmende Lift bei Krängung.

    Vielleicht kommt ja auch Oldie Jean LeCam nochmal aus seiner rotweinseligen Rente zurück – mein persönlicher Einhand-Held…..jetzt 30 Jahre jünger sein und Franzose – das wär’s!

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    • avatar Andreas Borrink sagt:

      uhps….da lag ich wohl falsch mit Rente:

      http://labandealecam.fr/actualites/

      “Yes We Cam!” Alléz Jean!

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    • avatar Tom sagt:

      Naja selbst wenn sie “richtigrum” wären würde der Schaft selbst keinen lift bringen…der kommt fast ausschließlich von dem berich um und nach dem Knick, eine Ausnahme sind sehr flache foils die auch einen Teil mit dem Schaft produzieren. Dazu würde ich dies Art jetzt allerdings nicht zählen, sie kommen zwar flach aus dem Rumpf stehen allerdings relativ steil im Wasser…wenn sie denn mal drin sind und da liegt wohl auch der Hauptvorteil, bei wenig Wind und Kränkung zieht man sie nicht unnötig durchs Wasser und bremst mit ihnen. Insgesamt wie du bereits sagtest für Serienboote vermutlich die bessere Art der foils.

      Mit den seitlichen foils ist richtiges abheben wohl generell nicht möglich…charal kommt zwar kurze Momente aus dem Wasser, ist dabei allerdings sehr instabil und fällt wieder zurück. Um dauerhaft stabil zu fliegen bräuchte es Wohl noch einen Anhang mehr, so in etwa ein T foil vor dem Kiel. Da gibt’s doch den Mini Prototypen mit einer ähnlichen Konstruktion.

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  4. avatar Manfred sagt:

    Ja, Jean le Cam ein Cam Hero bei der VG 2016: “clack, clack clack” – legendär und ich weiß immer noch nicht ob er damit die Cam Aufnahme einschalten wollte oder dieses “clack, clack clack” vielleicht den Autopiloten steuern sollte. 10° nach Steuerbord, oder so…

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