GC 32 auf Foils: Alinghi und Spindrift bei ersten Highspeed Tests für Bullitt Racing Tour

„Schärfste Action auf zwei Rümpfen“

Acht GC32-Renner im Flugmodus vor Marseille. Armin Strom-Team dominiert, Bertarelli/Alinghi gegen Guichard/Spindrift. Steile Lernkurve – starkes Video.

Action-geladenes Testevent vor Beginn der Bullitt GC32 Racing Tour. In der Bucht von Marseille trafen sich vier der sieben Tour-Teams und segelten bei Bedingungen zwischen drei und 25 Knoten Windstärke insgesamt 15 Rennen. Die geplanten vier Läufe am letzten Tag mussten wegen Windstärken über 25 Knoten abgesagt werden.

Als überragend präsentierte sich das Armin Strom-Team, ausnahmsweise mit dem  Luna Rossa Rudergänger Chris Draper an der Pinne, der nach dem America’s Cup Ausstieg der Italiener über mehr Freizeit verfügt. Mit fünf ersten Plätzen siegte das unter Schweizer Flagge rasende Boot von Flavio Marazzi vor den Eidgenossen vom Team Alinghi (34 Punkte), die vor allem in den windreichen letzten Läufen und nach einer steil verlaufenen Lernkurve während der Rennen deutlich aufholten.

Die Jungs vom Armin Strom Team gelten in der GC32-Szene als die versiertesten Foiler. Schon seit 2013 zeigt das (bis heute unveränderte) Team unter Flavio Marazzi auf dem ersten Martin Fischer Foiling-Design, welche Potential in den Rennkisten auf Flügeln steckt. „Mit den neu designten L-Foils und den T-Rudern kommen wir noch besser zurecht – noch können wir unseren Foil-Erfahrungsvorsprung voll ausnutzen “ stellt die Crew klar. Auch Draper zeigte sich beeindruckt: „Auf kleineren Kats ist das Team regattaentscheidend – und diese Herren strotzen vor Teamgeist und sind in jeder Foil-Situation immens erfahren.“

Ernesto Bertarelli zeigt sich höchst begeistert © GC32

Ernesto Bertarelli zeigt sich höchst begeistert © GC32

Genau diese Foil-Erfahrungen fehlten Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli weitgehend, weswegen er mit gemischten Gefühlen bei dieser Testregatta an den Start ging. Überhaupt erst zum fünften Mal an der Pinne eines GC 32, steuerte Bertarelli sein Team in drei Läufen dann doch prompt auf die Ränge Zwei, Eins und Zwei. „Das hat unglaublich Spaß gemacht,“ sagte der Segel-Mogul später. „Das Boot ist aufregend und dabei sicher. Im Vergleich zu anderen Mehrrumpfern, die ich bereits gesegelt habe, gibt es hier zwar noch immens viel zu lernen – aber das ist alles machbar!“

Alinghis „regulärer“ Steuermann, Morgan Larson, ergänzt: „Irgendwann kommt dieser Moment, da stellst du fest, dass nicht mehr einfach nur „überlebt“ wird, sondern dass du in einem Rennen bist, taktisch agieren und reagieren kannst. Das Boot gebärdet sich manchmal wie ein wildes Biest – aber meistens, etwa zu 80 Prozent, hatten wir die Alinghi unter Kontrolle!“

Ein zweites Team mit großem Namen war sogar zum ersten Mal überhaupt auf der GC32 aktiv. Die Spindrift-Crew mit dem Multihull-Könner Yann Guichard an der Pinne zeigte sich dann auch im positiven Sinne beeindruckt von der Flugstabilität und Ruhe auf dem Ruder. „Natürlich müssen wir noch reichlich Feintuning betreiben– vor allem ich muss noch in der Flugphase dazu lernen!“

Obwohl beide nun wirklich mit dem Thema Speed unter Segeln mehr als vertraut, zeigten sich Guichard und Bertrelli gleichermaßen beeindruckt vom „Anzug“ der Boliden, wenn man auf einen Reachkurs abfällt. Von 20 auf 30 Knoten Speed in wenigen Sekunden – „das hat Fun-Potential“ begeisterte sich Bertarelli.

Richtig steil war die Lernkurve für Sebastien Rogues und seine Crew auf GDF Suez. Der im Multihull- und Flugzirkus unerfahrene Einrumpf-Spezialist (Class 40, Figaro) zeigte sich vor allem von der Performance der anderen beeindruckt. „Bei uns ging es nur darum, heil über die Runden zu kommen,“ sagte er nach der Testregatta. „Wir haben sehr viel gelernt, waren aber auch mitunter sehr überrascht über das professionelle Handling auf den anderen Booten.“

Bis zur ersten Station der Bullitt GC 32 Racing Tour vom 27.- 31. Mai am Traunsee bleibt noch genau ein Monat Zeit zum Training.

Nach Cowes im Juni, werden die fliegenden Boliden vom 30. Juli bis 2. August in Kiel zu Gast sein.

Rasen vor den Calanques von Marseile © GC32

Rasen vor den Calanques von Marseille © GC32

 

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Michael Kunst

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