Golden Globe Race: Favorit Jean Luc van den Heede vor Tasmanien beim Film-Stopp

„Bloß nicht den Rhythmus verlieren!“

Golden Globe Race, Jean Luc van den Heede

Jean Luc van den Heede – bloß nicht den Rhythmus verlieren © ggr

Schon 1.600 Seemeilen Vorsprung auf den Zweitplatzierten und gerade mal erst die Hälfte der Wegstrecke zurückgelegt – „der Meister“ macht seinem Spitznamen alle Ehre! 

Die Ankunft des GGR-Führenden Jean Luc van den Heede in der tasmanischen „Storm Bay“ steht unnmittelbar bevor! Nein, wie alle GGR-Fans wissen, handelt es sich hier noch nicht um das Ziel der Einhand-Nonstop-Weltumseglungsregatta im Retro-Modus, sondern um einen „Drop Point“ den alle noch im Rennen befindlichen Teilnehmer anlaufen. Dort müssen die Skipper für mindestens neunzig Minuten an einer Boje festmachen, sollten Film- und Fotomaterial, das sie in der Zwischenzeit von ihrer Reise gemacht haben übergeben, dürfen von Boot zu Boot mit angereisten Angehörigen sprechen, müssen Mediafragen beantworten und werden live vom GGR-Initiator und Renndirektor Don MacIntyre interviewt. Keiner darf zu den SkipperInnen an Bord.

Der 73-jährige Luc van den Heede wird heute in der Storm Bay um 22 Uhr deutscher Zeit bzw. um 6 Uhr Lokalzeit erwartet – kurz vor dem Morgengrauen also. Die Zwischenstopp-Empfangs-Zeremonie wird „live“ auf Facebook übertragen; ein Blick auf die GGR-Social-Media-Seite lohnt sich also für alle GGR-Fans. 

Mark Slats liegt 1.600 Meilen zurück

Der „Meister“, „Sturkopf“, „härteste alte Hund der Segelgeschichte“ wie Jean Luc Van den Heede von seinen Fans durchweg liebevoll genannt wird, hat bereits angekündigt, dass er keine Minute länger als die obligatorischen eineinhalb Stunden in der Bucht bleiben wird. Zu dieser Entscheidung dürfte ihn weniger die Konkurrenz im Nacken veranlasst haben – der zweitplatzierte Mark Slats liegt derzeit 1.600 Seemeilen zurück – als eher die Angst, seinen „Rhythmus zu verlieren“. 

Golden Globe Race, Jean Luc van den Heede

An Bord seiner “Matmut” © favreau/ggr

Freunde van den Heedes wissen, dass der Franzose, der bereits sechs Weltumseglungen auf dem Salzbuckel hat, penibel auf eine Art „Tunnel-Modus“ vertraut, mit dem er die langen Nonstop-Strecken meistert: Ein fest gelegter Tagesrhytmus, möglichst wenige Unterbrechungen desselben, Fokus auf das Meer, das Wetter, das Boot, das eigene Befinden und nicht anderes… 

Golden Globe Race, Jean Luc van den Heede

Van den Heede kurz nach dem Start vor Les Sables d’Olonnes: relax! © miku

Erinnert so ein Verhalten nicht ein wenig an den legendären Bernard Moitessier? Tatsächlich haben Van den Heede und der längst verstorbene Moitessier, der vor 50 Jahren das Original Golden Globe Race abbrach , um nochmals um den halben Globus in die Südsee zu segeln, viel gemeinsam. Vor allem die Fähigkeit, über wirklich lange Zeiträume hinweg sich selbst zu genügen und nichts anderes als Segeln im Sinn zu behalten, eint sie, hat van den Heede kurz vor seiner Abfahrt in den Medien-Mikrofone geplaudert. Um gleich hinzusetzen: „Aber ich komme deutlich lieber wieder nach Hause als damals Moitessier!“ 

Ab in den Southern Ocean

Vielleicht reicht Heedes Geduld mit den „Rhythmus-Störern“ also noch für ein Frühstück über zwei Relings hinweg – wobei sich nach den Wettfahrt-Regeln keiner der Teilnehmer von außen verproviantieren darf. Aber dann dürfte „der Meister“ bald schon auf seine joviale (und übrigens gar nicht so moitessiersche Art) ein „au revoir“ oder ein „a plus“ in die Runde rufen, vielleicht noch ein kleines Abschiedslied schmettern, Segel setzen und mit geschätzten 3 – 5 Knötchen Fahrt auf seiner Rustler 36 „Matmut“ davon segeln. In den Southern Ocean, Peilung Kap Hoorn… 

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Facebook mit “Live”-Interviews 

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Michael Kunst

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