Golden Globe Race: Viele Teilnehmer auf Überführungstörn – die Zeit bis zum Start wird knapp

Rennen vor dem Rennen

Die Einen müssen noch den Atlantik von Süd nach Nord queren, die anderen haben immerhin 3.500 Transat-Meilen vor sich. Dritte ackern an Land am Boot, suchen weiterhin nach Sponsoren und müssen sich Tausende Meilen einhand qualifizieren. Die Uhr tickt!

Marc Sinclair kommt nach mittlerweile sechs Stürmen und mehrfacher Kenterung bald in les Sables an © GGR

Wann beginnt das Abenteuer einer Solo-Nonstop-Weltumseglung? Klar, ab dem Moment der Entscheidung: „Ja, ich will, ich werde das machen, komme, was wolle!“ Doch das ist der mentale, der psychologische Part. Aber wann beginnt das authentische, er- und gelebte Abenteuer?

Die Teilnehmer des mittlerweile schon legendären Golden Globe Race GGR haben auf diese Frage schon ihre Antwort parat: Das spürbare Abenteuer fängt mit der Anreise zum französischen Startort Les Sables d’Olonnes (meist auf eigenem Kiel) und den notwendigen Tausenden Solo-Qualifikationsmeilen an, die häufig gleich in „einem Aufwasch“ erledigt werden. Dass Renndirektor MacIntyre als zusätzliche Hürde einen Monat vor dem Start einen verbindlichen Prolog, der sage und schreibe „an einem Ort in Spanien, der noch bekannt gegeben wird“ stattfinden soll, wird von manchen Teilnehmern nicht nur als Hürde, sondern schlicht als Schikane empfunden .

Die Mutter aller Weltumseglungsregatten

Golden Globe Race? Welcher See-Skipper hat nicht das legendäre Solo-Nonstop-Rundum-Rennen in Erinnerung, bei dem Robin Knox-Johnston 1969 als einziger Finisher und somit Sieger wieder vor seinem Startort Falmouth/England hintem Horizont auftauchte. 312 Tage hatte er für seine epische Weltumseglung benötigt. Der damals schon in Seglerkreisen verehrte Bernard Moitessier war auf halbem Weg in aussichtsreicher Position abgedreht, um „in der Südsee seine Seele“ zu retten. Sechs weitere Teilnehmer hatten das Rennen nach schweren Havarien und erheblichen mentalen Problemen mit der Einsamkeit aufgeben müssen. Donald Crowhurst wurde zur tragischen Figur des Golden Globe Race 1968/69, als er sich im Südatlantik monatelang „versteckte“, die Weltumseglung nur vortäuschte und letztendlich kurz vor dem Ziel Selbstmord beging.
2018 wurde das Rennen anlässlich des 50-jährigen Jubiläums neu aufgelegt. Die Regel: alle Teilnehmer müssen in Booten segeln, die im Riss, Bauweise und Ausstattung des Booten von 1968 ähneln. 32 bis 36 Fuß Lüa sind erlaubt, nur Langkieler dürfen dabei sein, keine Satelliten-unterstützte Navigation (ausschließlich Sextant, nur Notfall EPIRB), Mindestverdrängung 6,2 t, Mindestanzahl gebaute Boote: 20 pro Serie.

Golden Globe Race

Back to the roots – um die Welt wie einst Robin Knox Johnston © GGR

Achtzehn Teilnehmer gingen an den Start, nur sechs beendeten das Rennen. Als Sieger ging der sowieso schon legendäre, damals 72-jährige Jean Luc van den Heede in die Annalen ein. Aufgrund des überwältigenden, auch (oder vor allem) medialen Erfolgs soll das Rennen nun alle vier Jahre erneut gestartet werden.

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Michael Kunst

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