IMOCA: DMG MORI stellt Design eines VPLP-Foilers vor – „Global One“ für Kojiro Shiraishi

Deutsche Akzente

Spannendes Design © dmg mori

Endlich ein Unternehmen, das sich von Deutschland aus intensiv mit dem Bau eines neuen IMOCA-Foilers beschäftigt. Spannend: General Operation Manager ist die Class 40- und IMOCA-Seglerin Anna-Maria Renken!  

Die internationale IMOCA Szene ist bekannt dafür, dass sie im Prinzip nur wenig international ist. Denn ein Großteil der Kampagnen, die für die rasanten und innovativen 60-Fuß-Renner auf die Beine gestellt werden, wird von französischen und britischen Unternehmen gesponsert. Firmen, Unternehmen oder Konglomerate aus anderen Nationen verhalten sich dagegen eher zurückhaltend, wenn es um Sponsorship respektive Engagement bei großen Hochseekampagnen geht.

imoca, DMG MORI, Shiraishii

Kojiro Shiraishi © dmg mori

Deutsche Unternehmen, die bisher im IMOCA-Zirkus mitmischten, sind mehr oder weniger an einer Hand abzuzählen. Da wäre das Deutsche Modeunternehmen Hugo Boss mit seinem Engagement beim britischen Vorzeige-Hochseesegler Alex Thomson oder etwa Mercedes Benz/Daimler, Volkswagen/Audi und BMW mit meist „technischem Support“ über lokale Autohändler in Frankreich und Großbritannien. Der Stuttgarter Immobilienunternehmer Gerhard Senft kaufte für den Deutschen IMOCA-Segler Boris Herrmann dessen IMOCA „Malizia“ (ex Gitana) und bis vor wenigen Jahren unterstützte noch „Mare“-Verleger Nikolaus Gelpke die Mini-, Class 40- und IMOCA-Kampagnen des Deutschen Hochsee-Profis Jörg Riechers. Die Geldgeber für das „Offshore Team Germany“ sind eher unklar – bis jetzt wurden jedenfalls noch keine Sponsoren von OTG vorgestellt. 

Vielversprechendes Projekt

Da ist es umso spannender, wenn sich ein weiteres Unternehmen mit deutschen Wurzeln in die prestigeträchtige Hochseesegelei einbringt: DMG MORI. 

Das deutsch-japanische Unternehmen mit einem Sitz in Bielefeld agiert unter dem Leitmotiv „Global One Company“ und gilt als weltweit führender Hersteller von Werkzeugmaschinen. Bisher engagierte sich DMG MORI vor allem im Motorsport (FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft und der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft) – kürzlich unterstützte man einen Hybrid-Porsche in Le Mans. 

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Voluminöser Bug © Shiraishi

Bereits im Oktober 2018 gründete DMG MORI ein „Sailing Team“ mit dem Ziel, den Japaner Kojiro Shiraishi mit einem neuen Foil-IMOCA bei der anstehenden Vendée Globe auf den großen nonstop Einhandtörn rund um den Globus zu schicken. Shiraishi wollte bereits bei der Vendée Globe 2016 als erster Asiate in die VG-Annalen eingehen, musste aber wegen Mastbruch auf Höhe Kap der Guten Hoffnung aufgeben. 

Derzeit lässt DMG MORI für Shiraishi einen IMOCA bauen, der in der Szene als „Sistership“ von „Charal“ (Skipper Jeremie Beyou) bezeichnet wird. Der Riss des Bootes und das Design der Foils stammt von VPLP, gebaut wird der Renner bei Multiplast in Vannes. Einige Komponenten der Yacht werden auf modernsten 5-Achsen- und Dreh-/Fräsmaschinen von DMG MORI gefertigt. Bereits im September soll das Boot fertig gestellt werden. 

Kürzlich stellte DMG MORI das Branding der „DMG MORI Global One“ vor. Schon jetzt dürfte klar sein: Der Foiler wird eine Augenweide! 

Deutsches General Management

DMG Mori ist also derzeit das einzige Unternehmen mit einem Sitz in Deutschland, das sich intensiv mit dem Bau eines neuen IMOCA beschäftigt. Das gesamte Management wird in Absprache mit Japan und dem Skipper von Deutschland aus gesteuert. Das soeben vorgestellte grafische Design stammt aus Japan. 

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Im September soll alles fix und fertig sein. © shiraishi

Technischer Leiter des Projektes vor Ort ist der Franzose Charles Euverte, der bereits Jörg Riechers bei seinen „Mare“-Projekten begleitete und in den Anfängen beim Offshore Team Germany mitwirkte. Und für weitere deutsche Akzente vor Ort sorgt Anna-Maria Renken (SR-Bericht) als „General Operation Manager“. 

Deutsches General-Management, deutsch-japanische Finanzierung, französische Bootsbaukunst und ein japanischer Skipper – das liest sich alles vielversprechend, auch im Sinne des DMG MORI Leitspruchs „Global One Company“. Und wer weiß, wenn alles gut geht bei der anstehenden Vendée Globe 2020, würde sich doch unter dem Begriff „global“ ein internationales Mixed-Team für das Ocean Race anbieten, oder?

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

3 Kommentare zu „IMOCA: DMG MORI stellt Design eines VPLP-Foilers vor – „Global One“ für Kojiro Shiraishi“

  1. avatar DOA sagt:

    AMR as GOM…OMG

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 15

  2. avatar breizh sagt:

    Na das ist ja einmal ein Hammer. Da kommt der deutsche Mittelstand um die Ecke und stellt mal eben eine IMOCA Kampagne auf die Beine. RESPEKT. Und dann auch noch mit einem niegelnagel neuen wettbewerbsfähigen IMOCA.
    Da können wir uns ja alle auf die anstehenden Vergleiche der „deutschen“ Boote freuen.
    Vielleicht schon zur Route du Café.

    Ich drücke die Daumen allen Beteiligten und bin gespannt weitere Hintergrundinformationen zu erfahren.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 2

    • avatar Manfred sagt:

      …das liest sich im aktuellen Seahorse (Interview mit Herrn Mori) ein bißchen anders. Mehr wie eine japanische Herausforderung mit japanischem Skipper und japanischem Geld, welches eingesetzt wird, um international für die Produkte der Firma zu werben. Aber wenn AMR da nun GOM ist, auch OK. Hauptsache es geht was und man hat etwas zum berichten.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 3

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