ISAF WM Perth: SR Kommentar zum heiß diskutierten Duell der 470er Frauen

Moralisch verwerflich?

Tina Lutz und Susann Beucke verlieren die Olympiaqualifikation tragisch um einen Punkt. © Christophe Favreau

Nach der Olympiaqualifikation der Frauen 470er kochen die Emotionen in der Segelszene so hoch wie selten. Es geht um die Frage, ob die Art und Weise, wie Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher gegen Tina Lutz und Susann Beucke gewonnen haben, in Ordnung ist.

Sie blockierten die Gegner mit Match Race Techniken, um in der Serie der drei Regatten in Weymouth, Kiel und Perth am Ende vorne zu sein.

Mieses Verhalten

Darf man das? Ist das dreckig und fies? Moralisch verwerflich? Gefühlte 60 Prozent der auf SegelReporter geäußerten Meinungen können mit diesem Auswuchs des Segelsports sehr schlecht leben. Die Aktion wird als “unappetitlich”, “mieses Verhalten” oder einfach nur “krank” bezeichnet.

Einige befürchten, dass Deutschland auf diese Weise “weiter in der zweiten Liga des Segelsports” bleibt. Andere wollen sie mit ihrer Fahrtenyacht übermangeln, wenn denn der vermeintlich böse 470er vor dem Bug auftaucht. Sind die heftigen Reaktionen angemessen? Gehören die Seglerinnen an den Pranger gestellt? Waren ihre Aktionen unfair? Ich glaube nicht.

Natürlich kann ich die Wut und Enttäuschung von Tina Lutz und Susann Beucke verstehen. Sie haben sich mit ihrem Trainer Zizi Staniul in kürzester Zeit auf ein unglaubliches Niveau gebracht und hätten es verdient, bei den Olympischen Spielen für Deutschland anzutreten. Sie sind sympathische, junge Athleten, die den deutschen Segelsport exzellent repräsentieren.

In Kiel bin ich in den Genuss gekommen, die 470er Frauen besonders bei Starkwind aus nächster Nähe in Aktion zu erleben. Seitdem habe ich höchsten Respekt von der Leistung und der Qualität, die das Frauensegeln inzwischen erreicht hat.

Und die Damen haben auch die Konflikte, die zwischen den Teams schon in Kiel ausgetragen wurden, auf ordentliche Weise gelöst. Umso ungerechter empfinde ich die Hetze, die jetzt veranstaltet wird. Ich habe das Gefühl, dass sie aus Unkenntnis einiger Fakten entstanden ist.

Von grundauf böse?

Sind Kadelbach/Belcher wirklich von grundauf böse und niederträchtig? Sind sie die neuen Tonya Hardings des Segelsports. Also bitte. Da geht die Hexenjagd doch etwas weit.

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Carsten Kemmling

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87 Kommentare zu „ISAF WM Perth: SR Kommentar zum heiß diskutierten Duell der 470er Frauen“

  1. avatar seabonk sagt:

    Keine Frage, es besteht hier akuter Handlungsbedarf seitens der Verbände.

    Die immer wieder zitierten Vergleiche mit Ainlie, Hunger, Goodison & Co sind m.E. völlig fehl am Platz – hier ging es nicht um Platz 1,2 oder 3 und die (Vor)-/Entscheidung im (vor)-letzten Lauf, wo es galt die eigene Leistung abzusichern.

    Schön auch das die Peckolt-Brüder wrwähnt wurden ! Wie kann unser Land besser bei Olympischen Spielen repräsentiert sein ? Deren Bronzemedaille und gerade deren Verzicht auf den Protest gegen die Dänische Mannschaft hat uns wohl nicht nur alle mit Stolz erfüllt, den Brüdern deutsche wie europäische Fair-Play Preise und international insgesamt wohl großen Respekt und Anerkennung eingebracht.

    Wie hieß es dazu bei der Verleihung des Fair-Play Preis vom Innenminister:

    “Die Segler Hannes und Jan-Peter Peckolt haben kürzlich beim ersten olympischen Einsatz nicht nur die Bronzemedaille errungen, sondern dies auch durch ein außerordentlich faires Verhalten erreicht. Obgleich sie dazu die Möglichkeit besaßen, haben sie im Gegensatz zu anderen – sportlich unterlegenen – Wettbewerbern nach dem Wettkampf keinen Protest gegen den Gewinn der Goldmedaille durch das dänische Team eingelegt, das sich kurzfristig ein fremdes Boot geliehen hatte. Vielmehr haben sie die sportliche Leistung der Sieger sofort öffentlich ausdrücklich gewürdigt.”

    Darum geht es im Sport. Das sind Vorbilder. Ende.

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    • avatar Uwe sagt:

      Aufgrund der von K / B angewendeten Taktik ergab sich die Möglichkeit, die Entscheidung in der Quali erst bei der WM im kommenden Jahr herbeizuführen.
      Leider wurde dieses sehr faire “Angebot” K / B’s von Lutz / Beucke ausgeschlagen, so dass sie nicht den geringsten Grund haben, sich öffentlich über eine mangelnde Fainess ihrer Konkurrentinnen zu entrüsten.

      Im übrigen haben Lutz / Beucke es versäumt, in den ersten beiden Wettfahrtserien Punkte zu sammeln.
      Das die gegnerischen Manschaft im Verlaufe der dritten Wettfahrtserie die Taktik ändern könnte, um den Punktevorsprung zu sichern, hätte ihnen klar sein müssen.

      Kadelbach / Belcher haben nicht unfair sondern sehr professionell gehandelt !

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      • avatar stefan sagt:

        …nicht umsonst galt über Jahrzehnte für Olympia der Amateurstatus als verbindlich.

        …professionell und Moral sind zwei Dinge die sich oft ausschliessen. “Professionell” sagt auch nicht unbedingt etwas über die Leistung eines Sportlers aus, sondern nur über die wirtschftlichen Umstände in denen der Sport betrieben wird.

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      • avatar ex470erseglerin sagt:

        Zitat: “Aufgrund der von K / B angewendeten Taktik ergab sich die Möglichkeit, die Entscheidung in der Quali erst bei der WM im kommenden Jahr herbeizuführen.
        Leider wurde dieses sehr faire “Angebot” K / B’s von Lutz / Beucke ausgeschlagen, so dass sie nicht den geringsten Grund haben, sich öffentlich über eine mangelnde Fainess ihrer Konkurrentinnen zu entrüsten.”

        Kannst du das mal erklären? Meines Wissens stimmt das so nicht.

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        • avatar Uwe sagt:

          Yacht.de schrieb:
          “Kann keine der beiden Mannschaften jetzt bei der WM alle Qualifikationskriterien erfüllen, beginnt die Ausscheidung bei der WM 2012 noch einmal bei Null. Und daran dürften dann sogar wieder alle deutschen 470er Frauenteams teilnehmen.”

          Lutz / Beucke lagen mit 167 Punkten genau mit zwei Punkte vor dem Rang 21. Wären sie in der letzten Wettfahrt nicht auf Rang 9 sondern nur Rang 12 gefahren, wären sie auf Rang 21 abgerutscht und die Nationenquali wäre nicht erfüllt worden.

          Dann wären bei der 470er WM 2012 (meiner vagen Erinnerung nach im Mai in Spanien) die Karten noch einmal neu gemischt worden.

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          • avatar Torsten sagt:

            @Uwe
            Bei der WM 2012 wäre der Nationenplatz noch zu erreichen gewesen. Der Startplatz ist mit der WM 2011 in Perth (eigentlich) vergeben. Selbst, wenn Sie einem Irrtum bezüglich der Regeln unterlegen sind: Was haben die von den Verbänden festgelegten Modi mit einem “fairen Angebot” von K/B zu tun, das L/B ausgeschlagen haben sollen? Ich verstehe Ihre Aussage nun überhaupt nicht mehr und fühle mich getäuscht. Vielleicht können Sie das noch mal erklären?
            PS:
            @Ex470erSeglerin
            Danke für die Nachfrage!

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          • avatar ex470erseglerin sagt:

            uwe, du bist schlecht informiert… die ausscheidung endete nach der WM in perth. somit hätten lutz/ beucke nicht mehr ins Geschehen eingreifen können bei der WM in barcelona nächstes Jahr. Dass sie jetzt auch noch den Nationenplatz für kadelbach/belcher gesichert haben erscheint im ersten Moment unverständlich, zeugt aber meiner Meinung nach von besonderer sportlicher Größe.. Lutz/Beucke war sicher bewusst, dass sie Katrin noch ein Geschenk obendrauf geben. Trotz aller Enttäuschung und Wut haben sie sich nicht dazu verleiten lassen; den Nationenplatz sausen zu lassen (dann hätte K/B nächstes Jahr selber ran gemusst-wäre allerdings auch nicht allzu )schwer geworden-aber immerhin!)

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          • avatar Christian sagt:

            @470er Seglerin: Hätten Lutz/ Beucke nachweislich absichtlich die Nationenquali sabotiert, wäre es nicht nur grob unsportlich gewesen, sondern auch ein Regelverstoß gemäß der vielzierten Q&As. denn da ging es nicht mehr um eigene Interessen (Quali), sonden nur um Schaden fürs andere Team. Und das ist nicht erlaubt.

            Lutz/ Beucke sind aber ganz offensichtlich klüger und fairer als manche ihrer Fans 😉

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          • avatar Uwe sagt:

            @Torsten
            @ex470erseglerin

            Die von der YACHT bezogenen Informationen waren offenbar unzutreffend, so dass auch meine Aussage unrichtig war.
            Sorry !

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          • avatar ex470erseglerin sagt:

            also: im letzten Rennen von 9 auf 12 zu fallen, wäre keine nachweisliche Sabotage gewesen!!! das hätte immer passieren können! Ich habe auch nicht gesagt, dass ich mir das gewünscht hätte. Für mich ist genau das “Fairness” Immer sein Bestes geben und am Ende schauen, wer der Beste gewesen ist…
            Der Begriff: “Sabotage” passt hier wohl eher an anderer Stelle.

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          • avatar stefan sagt:

            @Christian: erst ein Boot über mehrere Rennen gezielt ins Nirvana fahren und dann im letzten Rennen, wenn das Boot sich sicher nicht qualifiziert hat, auf die Regeln der fairness pochen, schlägt ja wohl dem Fass den Boden aus.

            …ich war in meinen international aktiven Jahren nie vom DSV und den anderen Verbänden “betroffen”. Heute kann ich von Herzen sagen: ZUM GLÜCK!

            …was da in Perth passiert ist, ist an Verkommenheit nicht zu übertreffen. Sich dann auch noch hinter einer (sehr jungen) Regeländerung, die einen ganz anderen Sinn verfolgt, zu verstecken, ist eigentlich noch unangenehmer, als das Verhalten auf den Wasser.

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  2. avatar Peter sagt:

    Der Artikel bringt es klar auf dem Punkt – Danke dafür!

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  3. avatar stefan sagt:

    ich finde das so ein Verhalten bei Olympia nichts zu suchen hat. Olympia ist nun etwas anderes als eine EM oder WM. Da spielen auch moralische Grundsätze eine Rolle. Sich für so eine Veranstaltung zu Qualifizieren, in dem man die Leistungen andere gezielt vernichtet, ist in meinen Augen genaus unsportlich wie sich durch Doping einen Vorteil zu verschaffen. K&B waren in Perth einfach nicht fit oder viellicht übermotiviert. Sie hatten ein Problem mit ihrer Leistung. Andere hatten kein Problem. Nun, das eigene Problem gezielt auf Andere zu verlagern, indem man ihnen das Event gezielt kaputt macht ist an Unsportlichkeit kaum zu überbieten. In jedem Fall, egal wie gut jemand in matchrace-Techniken ist, versaut einem das gezielte Behindern, jegliche Vorbereitung vor und Taktik während des Fleetrace. So etwas in einem letzten Rennen zu machen, um seinen Sieg zu verteidigen ist etwas ganz anderes, als es über eine ganze Serie zu machen um diese für die Anderen gezielt zu zerstören.

    Wo kommen wir denn da hin. Dann wird zukünftig nur noch auf einem Event auf Platz gesegelt, um dann nur noch in den kommenden Events das Segeln der direkten Gegner kaputt gemacht. Bravo!

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    • avatar Uwe sagt:

      “So etwas in einem letzten Rennen zu machen, um seinen Sieg zu verteidigen ist etwas ganz anderes, als es über eine ganze Serie zu machen um diese für die Anderen gezielt zu zerstören”

      Das stimmt doch gar nicht. Die Qualifikation bestand aus drei Wettfahrtserien. Nachdem ca. 90 % der Wettfahrten abgeschlossen ware, darf man dann auch mal seinen Punktevorsprung absichern !

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  4. avatar Huber A. sagt:

    Schön, mal einen total neutralen Kommentar von einem Deutschen Meister im Matchrace hier zu lesen, der hier auf seiner Seite Kadelbach in seinem Team hat! LOL

    Und als ob es nicht genug Meinungen hier dazu gäbe.

    Schaun wir mal, ob Kadelbach bei Olympia gegen 20 Boote Matchrace segeln kann.

    Ansonsten hätt ich da lieber die bessere Fleetracerin am Start gesehen!

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  5. avatar Silberbeil sagt:

    Bin der Meinung, dass in dem Artikel ein ganz wichtiger Aspekt fehlt. K/B haben nicht wie üblich Matchracetaktiken verwendet um einen Vorsprung zu verteidigen, sondern Sie haben in aussichtsloser Position versucht einen Vorsprung der anderen zunichte zu machen. Alle hier zitierten Fälle liegen jedoch genau anders herum. Da haben in Führung liegende Segler Ihren Vorsprung verteidigt. Möglich war diese Konstellation nur, weil die Punktevergabe eben nicht durchgängig der Platzierung entspricht. Und ganau das macht es so unfair.

    In einer vernünftigen Regel-/Punktekonstellation wäre es doch genau umgekehrt gewesen. L/B lagen nach dem 5. Rennen insgesamt ganz deutlich vorne und hätten ihren Vorsprung durch Matchracetaktiken im Fleetrace verteidigen können wenn die Punktevergabe nicht ab Platz 20 aufgehört hätte.

    Wenn man schon die Analogie zu einem normalen Flettrace zieht, dann ist das was jetzt passiert ist am ehesten damit vergleichbar, ein deutlich weiter vorn liegendes Boot zu blockieren, dass sich auf einem anderen Bahschenkel befindet oder dass überrundet. Ich könnte mir vorstellen das so etwas dann tatsächlich gegen Regel 69 verstößt.

    Matchracetaktiken im Fleetrace generell zu verbieten halte ich im übrigen für sehr schwierig. Ein Schiedsgericht wird große Schwierigkeiten haben hier sichere Feststellungen zu treffen. Wo fängt Matchrace an und wo hört normales Verteidigen auf.

    Insofern wird es wohl immer auch darauf ankommen, dass die Segler selbst abwägen was sie da machen und die eigene Leistung in Relation zu der Leistung der Konkurrenten setzen. Im vorliegenden Fall finde ich haben K/B jedenfalls zumindest respektlos gehandelt und einen unfairen Qualifikationsmodus voll ausgenutzt und dazu wird niemand gezwungen.

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    • avatar Torsten sagt:

      @Silberbeil
      Genau so ist es! Wenn eine Veranstaltung zwei Zielrichtungen miteinander verbindet (Bestmöglicher WM-Platz und nationale Olympiaqualifikation mit Wertungsverknüpfung anderer Regatten und -kappung bei Platz 20) können halt Konstellationen auftauchen, die das Regelwerk im Sinninhalt unvernünftig macht.
      Und Sinn des Modus “Olympiaqualifikation” hat sicher als Grundprämisse, dass jedes Team versucht die bestmögliche Platzierung bei einer WM zu ersegeln. Wenn dieses Ziel einer Regatta bei einem Team nicht mehr vorhanden ist (weil ein anderes Ziel dominiert), führt es die Veranstaltung ad absurdum und verknüpft zwei Wettkämpfe zu einem. Und das funktioniert nicht!
      Ein Team, dass nicht zum Ziel hat das bestmögliche Ergebnis einer Regatta zu erzielen, hat auf der Regatta nichts zu suchen. es konterkariert den Sinn der sportlichen Veranstaltung. Erst zweite Zweck der Regatta macht das Problem. Ergo: Der Modus war mangelhaft.
      Das Ausnutzen dieser Lücke durch einen Teinehmer ist eins und kann moralisch von jedem selbst bewertet werden. Aber die Funktionäre müssen darauf reagieren. Mindestens für die Zukunft.
      Und der ausnutzende Protagonist sollte darüber behutsam nachdenken. Olympia mit solch einem Makel ist doch nicht wirklich das, was wir alle über diesen Traum denken. Der Wert wird doch so erheblich minimiert, dass es zum Alptraum werden kann. Und der Sport und seine Helden sollen doch gesellschaftliche Vorbilder sein. Und wollen es doch auch sein. Nur darin besteht doch der Wert des olympischen Gedankens. Sonst werden die Spiele zu einer einfachen Sportveranstaltung degradiert. Das wäre schade.

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  6. avatar Peter sagt:

    Wenn der verantwortliche Funktionär auf der DSV Seite bereits selber diese Erfahrung sammeln musste, wir kann es sein, dass man nicht in der Lage ist, genau dieses Problem 20 Jahre später im Vorfeld sauber auszuräumen!?!

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  7. avatar Carsten sagt:

    …es ist moralisch verwerflich, und wird dem deutschen Segelsport und der übergeordneten Sponsorensuche schaden. Das was K/B gemacht haben, ist wirklich an Unsportlichkeit nicht zu toppen – aber sich dann noch hinter den dem Regelwerk zu verstecken….das ist echt mies und feige!

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    • avatar Sören sagt:

      Carsten, dann erklär doch mal dem gemeinen Publikum warum es denn moralisch verwerflich ist? Vielleicht erzählst du auch mal, ob du jemals an einer Olympiaquali teilgenommen hast und auch nur ansatzweise Ahnung von dem hast, was du schreibst. Ich finde es ehr unmoralisch solch dummen Äußerungen zu machen. Aber wir sind alle auf deine Erklärung gespannt!

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  8. avatar Hendrik sagt:

    Die Stellungnahme des DSV-Vizepräsidenten Haverland zur Ausscheidung der Damen:

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    • avatar Frank sagt:

      da spürt man doch durch alle Poren das Unbehagen über das Verhalten der am Ende siegreichen “Sportlerinnen”….

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  9. avatar Florian sagt:

    Wie laufen eigentlich die Nationalen Ausscheidungen bei den Briten?

    Die haben eine viel höhere Dichte an spitzen Seglern.

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      da wird nominiert

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      • avatar Torsten sagt:

        Und genau das ist die Lösung! Jogi Löw entscheidet auch wer bei einer Fußball-WM spielt. Beim Biathlon entscheidet auch der Trainer. Bei welcher Sportart eigentlich nicht? Hoffentlich schafft es STG den Weg dahin zu bereiten.

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        • avatar Marc sagt:

          Aber nur wenn es auch ein Mitglied des STG ist, sollte ein anderer Segler in der Klasse besser sein der aber BMW als Sponsor hat, wird der natürlich nicht nominiert…

          Jeder Modus hat Vor- und Nachteile. Nimmt man nur eine Regatta als Ausscheidungswettkampf, kann auch der bessere Segler eine schlechte Woche haben. Nominiert man, kann sich auch die Jury irren oder nicht ganz unparteiisch sein(dann käme vermutlich jeder Olympiakandidat aus dem NRV oder VSaW).

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          • avatar Torsten sagt:

            Soweit ich es beurteilen kann, versucht STG überparteilich zu agieren. Weil Segeln zurückgeworfen wird, wenn die Initiative nicht funktioniert. Und zwar um Jahrzehnte. Und sie machen das ziemlich gut. Finde ich. Eine Benachteiligung von Seglern, die in Verträgen stecken, habe ich nicht festgestellt.
            Klar kann der Entscheider irren. Aber warum machen es alle anderen Sportarten so? Weil es keine Alternative gibt?
            Die Bemerkung mit VSaW und NRV verstehe ich nicht!?! Einflussnahme ist menschlich. Sachfremde Einflussnahme gilt es zu verhindern. Ist sicher schwierig. STG ist vom System so demokratisch aufgestellt, dass gerade sachfremde Einflussnahme größtmöglich verhindert wird. Wo ist das Problem?

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          • avatar sportler sagt:

            wo ist STG denn bitte demokratisch?

            STG ist eine werbeinitiative, an der sich einige leute doof und dämlich verdienen, in der vetternwirtschaft herrscht und ne menge segler primär werbung auf boot geklebt bekommen, sonst aber nix sehen (außer ner menge versprechen).

            mit nationalmannschaft im eigentlichen sinn, nominierung, kader usw hat das nix, aber auch nix zu tun… wer den STG vertrag mit den umfassenden werbebestimmungen nämlich nicht unterschreibt, kann trotzdem bundeskader -status bekommen, das bleibt beim dsv

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          • avatar Torsten sagt:

            @Sportler
            Die Initiative STG ist die einzige Möglichkeit Segeln in Deutschland populärer zu machen und dauerhaft in die Weltspitze zurückzubringen. Das sieht man am Skisport doch deutlich – Biathlon z. B. hatte vor 1990 kaum jemanden interessiert. Deshalb machen doch auch so viele aktiv mit. Also eigentlich fast alle. Verbände, Klassenvereinigungen, Vereine, Sportler.

            Und der Aufbau beim Skisport ist dem des STG ganz ähnlich. Durch die Einbindung der Vereine und Verbände mit Aufsichtsfunktionen ist größtmögliche Kontrolle gegeben. Ich finde sogar, dass STG sehr transparent handelt. Demokratischer geht es nicht. Mir fiele jedenfalls nichts ein, was besser ginge. Außer, dass man etwas mehr in die Jugend investieren sollte, um dann in 8-12 Jahren die Ernte einfahren zu können. Da kann man aber auch anderer Meinung sein, da die Sponsoren schnellere Erfolge erwarten werden.

            Das die STG-Mitglieder “nix sehen”, ist nicht wahr. Da würde ich noch mal nachfragen. Meine Kinder haben sowohl monetäre, als auch ausbildungstechnische Unterstützung erfahren. Dafür hier mal einen Dank! Und die aktuellen Leistungsträger werden sogar ganz erheblich mit Finanzmitteln unterstützt. Und die Logistikunterstützung ist ja wohl auch einiges Wert. Da sitzen Profis am Werk, die sich dann auch gerne ihre Leistung ein Stück bezahlen lassen dürfen.

            Natürlich muss man den Vertrag nicht unterschreiben. Natürlich ist es für STG am Anfang schwierig alles unter einen Hut zu bekommen, da bestehende Verträge sich ausschlossen. Gerade da finde ich, dass STG sehr kulant und geschickt agierte. Ziel ist es, dass alle Spitzensegler unter diesem Dach vereint sind. Und so wird es auch kommen. Ich kenne genügend, die trotz anderer, guter Verträge trotzdem überlegt haben, weil es einfach logisch ist, alle Kräfte zu bündeln. Und jetzt schließt sich der Kreis zu meiner Eingangsbemerkung: Anders geht es nicht. Die Alternative ist, dass nur noch das Geld über Leistung entscheidet. Und das ist sicher nicht demokratischer. Für den der es hat, ist dann natürlich eine Olympiateilnahme wahrscheinlicher. Aber für den Sport Segeln insgesamt ist es eben schlecht.

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          • avatar sportler sagt:

            @ Torsten:

            Ich kann bei den genannten Themen vollständig aus eigener Erfahrung berichten.

            Bezüglich der Notwendigkeit einer entsprechenden Initiative geben ich dir recht.
            Du hast es nur schon gesagt: die Frage ist, wie das ganze auszusehen hat.

            Bei STG stehen PR-Zwecke, Außendarstellung und irgendwelche angeblich bahnbrechenden Datenbankprojekte usw. ganz eindeutig im Vordergrund…die Segler und ichre tatsächlichen, akuten Bedürfnisse stehen deutlich weiter hinten auf der Prioritätenliste…
            Du hast es ja ebenfalls anklingen lassen: anstatt großartiger Zukunftsprojekte, die sich erst in Jahren entfalten können, wäre es vllt sinnvoller mal Geld in die Hand zu nehmen und sich JETZT um die Segler zu kümmern….Unterstützung durch Trainer, um dauerhafte Ansprechpartner zu schaffen (was die Verbände teilweise nicht leisten können, da Bundes- und Landestrainer in der Regel mehr als ausgelastet sind), zusätzliche Maßnahmen z.B. Athletik- und Regelkundeseminare mit internationalen Schiedsrichtern(die jüngere Vergangenheit hat ja durchaus gezeigt, dass da Gesprächsbedarf ist), Trainingsmaßnahmen für Jugend- und Jüngst

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          • avatar sportler sagt:

            Fortsetung:

            Trainingsmaßnahmen für die Jugendklassen, in denen Top-Segler aus den olympischen Bootsklassen anwesende sind…was glaubst du, was das für eine Motivation bei den meisten Jugendlichen schafft?!…alles das wären Maßnahmen, die mit vergleichsweise wenig Geld zu realisieren wären, aber sehr, sehr gut ankommen würden.
            Wenn ich mir den nicht gerade kleinen Mitarbeiterstab bei STG angucke, sollte sich das eigentlich problemlos arrangieren lassen.

            Bezüglich der “erheblichen Unterstützung” und der Kulanz muss ich dir leider deutlich widersprechen…auf einige Teams mag das mit einer deutlichen finanziellen Unterstützung vielleich zutreffen, die große Mehrheit fährt jedoch lediglich Aufkleber in einer Größe spazieren, für die andere Leute wesentlich mehr zahlen würden.
            Und genau an diesem Punkt bestand keine Kulanz: es hieß immer: unsere Aufkleber usw in voller Größe auf die gewünschte Fläche, alles andere kleiner drum herum, egal ob die euren Hauptbedarf decken.
            Wie wir alle wissen, ist Segeln nämlich leider sauteuer und die Unterstützung durch STG deckt z.B. im Juniorenbereich bei weitem nicht alle Ausgaben, d.h. es sind weitere Sponsoren notwendig…nur wie soll man denen verkaufen, dass sie weniger Fläche bekommen, obwohl sie mehr zahlen sollen?

            Wenn man alle Leute unter einen Hut bekommen will, muss man das Step by Step machen und bei den oben genannten einfachen Dingen anfangen…und nicht nur mit Geldbeträgen und Autos locken, sowie die Segler mit der Hoffnung auf eine großartige Zukunft bei Laune halten!

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          • avatar Torsten sagt:

            @Sportler
            Na, soweit sind wir nicht auseinander. Berücksichtige aber bitte, dass STG erst gut zwei Jahre läuft und die Sponsoren auch befriedigt werden müssen. Soweit ich weiß, ist all das von dir Angesprochene auch Ziel von STG. Und Rom ist nicht an einem Tag gebaut worden.

            Deinen Sponsoren kannst du sagen: Dadurch, dass STG für mehr Medienpräsenz sorgt, sind die Restflächen im Wert gestiegen. Das dürfte stimmen.

            Meine Erfahrung ist leider so, dass die Jugendlichen ihre Flächen gar nicht vermarktet bekommen. Es ist eher die Ausnahme. Ist auch logisch: Der tatsächliche Werbewert ist ja auch deutlich beschränkt. Ist doch eher Liebhaberei oder persönlicher Bezug, wenn sich einer engagiert. Umso löblicher. Dann ist er aber auch mit einer kleineren Fläche zufrieden. Neben Global Players wie Audi und SAP 😉

            Aber hier geht es, glaube ich, um ein anderes Thema 😉 Ich habe es hier nur weitergeführt, weil die Kritik an STG m. E. kontraproduktiv ist. Segler sollten das Projekt unterstützen. Und sich Einbringen, damit es bestmöglich funktioniert. Kritik kann da sicher Anregung geben, dann aber gezielt mit dem Ziel zu verbessern.

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          • avatar sportler sagt:

            @ Torsten: Du hast insofern recht, als dass STG ein anderes Thema als das dieses Artikels ist und dass wir nicht sooo weit auseinander liegen.

            Was dein Argument, dass Rom auch nicht an einem Tag erbaut worden sei, betrifft muss ich dir jedoch widersprechen. Die von mir genannten Maßnahmen sind mit vergleichsweise geringem Aufwand verbunden, zeigen unmittelbar Wirkung und lassen sich auch noch ganz hervorragend medial verwerten…also wäre es für mich logisch auch erstmal mit den kleinen, aber naheliegenden Dingen anzufangen und nicht immer nur auf die Zukunft zu verweisen. Das schafft vor allem auch Akzeptanz bei der Öffentlichkeit…in einer Zeit, in zwar alles nach Geld strebt und alle immer möglichst professionell sein möchten, kommt es immernoch sehr gut an, wenn man einfach präsent ist und sich um seine Leute kümmert und zuhört…und genau das vermisse ich! ( die momentanen Problem der Segler werden mit einem schicken Auto oder etwas Geld nicht gelöst)

            Eben weil zu den bereits vorhandenen Sponsoren ein persönlicher Bezug besteht und diesebetreffende Teams häufig schon seit Jahren im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen (und das kann durchaus ziemlich viel sein!) ist es untragbar, dass diese Leute plötzlich zurückstecken sollen für andere Werbung, deren Gegenleistung in der Regel um EINIGES geringer ist als das von den vorhandenen Sponsoren geleistete!!!
            Um es drastisch zu formulieren: Die fühlen sich verarscht, wenn plötzlich eine andere Werbung größer ist als ihre, obwohl keine im Verhältnis angemessene Unterstützung kommt!!!

            Richtig ist wieder, dass der Segelsport ein Projekt wie STG braucht…aber das momentane Verhältnis zwischen Vermarktung/wirtschaftlichen Belangen und den sportlichen Aspekten bzw. den Bedürfnissen der Segler stimmt im Moment nicht.

            Im Gespräch darüber wurde allzu häufig sogar eine deutlich Form der Beratungsresistenz und Arroganz deutlich!!!…und das nicht nur mir gegenüber.

            Wenn man so auftritt, darf man sich nicht wundern, wenn die Zustimmung und der Wunsch Teil der Projekts zu sein und mitzuwirken nachlassen oder gar in Ablehnung umschlagen.

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    • avatar Herby sagt:

      Die im Vorfeld geforderte echte Endkampfchance war anscheinend von den DSV Verantwortlichen nicht ernst
      gemeint, anders kann ich mir das alles erklären. Für mich, wenn es um eine Olympiafahrkarte geht, ein ungeheuer
      gewichtiges Wort. Endkampfchance ein Wort das von den DSV Verantwortlichen oberste Priorität hatte.
      Wieder mal hatte man keine Idee das absehbare Problem zu vermeiden, (wie schon vor vier Jahren eine
      Endkampfchance mit Lasersegler Alexander Schlonsky vertan wurde, war man auch hier nicht in der Lage eine
      Lösung zu finden.) Dabei wäre eine Lösung so leicht gewesen, ja wenn alle an den gleichen Leinen ziehen würden.
      Nach fünf Wettfahrten war doch zweifelsfrei klar wer das aufstrebende Team mit Endkampfchance ist.
      Für mein Empfinden ist das alles fantasielos und äußerst unsportlich.

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  10. avatar Uwe sagt:

    Taktik, zu der auch der direkte Zweikampf gehören kann, war immer schon ein wesentlicher Bestandteil des Regattasegelns. Wenn es darum geht, einen Punktevorsprung zu halten, darf man sich daher auch hinten reinstellen oder zu einer direkten Deckung (Match-Race-Taktik) übergehen. Unfair ist das keineswegs, auch wenn es der Zuschauer gern anders hätte.

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  11. avatar AmTresen sagt:

    Liebe Moralapostel,
    ihr, die hier mit dem moralischen Zeigefinder richtet, was rechtlich gerade nicht zu berichtigen ist: was habt ihr gedacht, was Olympia ist? Eine Klassenfahrt netter Leute? Die weihnachtliche Kirchenkollekte, für alle ein wenig, doch für niemanden genug? Ein Praktikum bei der Heilsarmee?
    Nein, Olympia ist beinharter Kapitalismus, eine menschenvernichtende Zirkusshow im Stil des alten Roms, das biblische Auge um Auge, Zahn um Zahn! Jeder Sieg ist die denklogische Vernichtung des anderen – es gibt keine andere Möglichkeit! Fragt doch mal all die nationalen Ausscheidungszweiten: ein ganzes Leben für einen Traum, keine Partys, kein Studium, kein Geld, nur Schulden – und dann: Zweiter! Scheiße! Richtig Scheiße! Was wollt ihr denen Zurufen? Wir nehmen Euch in den Arm und dann wird´s schon wieder?!

    Schon zu Zeiten Roms war es so, dass die Athleten selbst nicht viel zu sagen hatten. Friss oder stirb! Und daran hat sich nichts geändert: Man musste nicht mit viel Geistskraft gesegnet sein, um zu erahnen, dass das Regelwerk gerade in dem Fall der höchsten Not kein moralischer Rettungsanker sein würde. Ein Regelwerk, dass nur den taktischen Angriff auf Tina und Sanni, ja deren ganzen Untergang mit all seiner Tragik gerade nur so herausforderte. Friss oder stirb: die Sportler kämpfen, die Regeln bestimmt der Verband! Was soll der Athlet tun, kurz vor High-Noon im australischen Haifischbecken? In der Gründgensstrasse anrufen, mit der Bitte, Regeln für den tauglichen Werksgebrauch zu erlassen?!
    Liebe Moralapostel, Recht ist nicht Gerechtigkeit! Wer Recht will, wende sich an den Sportler, die Jury, die beide die Regeln zu befolgen haben, sie aber nicht gestalten. Und Recht war es! Ihr aber wollt Gerechtigkeit, das höchste was das Leben bietet, sonnt euch selbst in den Strahlen Eurer Forderung, erhebt euch selbst auf den Richterthron, dessen Fundament ihr euch selbst zusammen getippt habt. Doch kann Gerechtigkeit nicht verlangen, wer die Grundprinzipien von Schuld und Unschuld, Ursache und Wirkung, nicht verstanden hat. Woher kommen die Regeln, deren Befolgung wir vom Sportler verlangen? Wer sind die Leute, die im DSV-Gewandt ihr Bedauern, ja ihr Unglück beweinen, die sich tapfer selbst hinter dem Dickicht der Moral verstecken um selbst nicht in die Schusslinie zu geraten? Richtig, es sind jene, die die Regeln machen, es sind jene, die mit Engagement aber ohne Können Regeln entwickeln, die vier junge Sportler zu ihrer eigenen Schlachtbank geführt haben. Die einen zur sportlichen, die anderen zur moralischen. Eine ganze Horde Internet-Segelreporter-Moralaposter geht dieser Truppe auf den Leim.

    Augen auf, Warschau!

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    • avatar Torsten sagt:

      Was soll der Sportler tun?
      Mensch sein und Vernunft walten lassen. Sozialisation empfangen und weiter geben. Das unterscheidet homo sapiens von Primaten. Immer öfter…

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    • avatar Skiff-Segler sagt:

      @ AmTresen:

      Einer der besten Beiträge, die ich hier seit langer Zeit gelesen habe!!!
      Ich denke, du hast alles gut auf den Punkt gebracht.
      Was Recht ist, muss nicht immer Gerechtigkeit enthalten…dieser Grundsatz aus der Rechtsphilosophie ist noch nicht überall angekommen, lässt sich an diesem Beispiel aber gut erkennen.
      Und den meisten Kommentatoren mangelt es bei weitem an dem nötigen Verständnis der Regelungsgrundlage, um es sich anmaßen zu können, dieser ihren Rechtscharakter abzusprechen.

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  12. avatar polo sagt:

    @carsten
    du hast sehr viel Erfahrung im Fleet und im Matchrace, so das deine kompetenz hier dich zu solch einem Bericht berechtigt.

    wie einige andere Vorposter auch schon schrieben, gehört bei den meisten Finals oder letzten Rennen auch Matchracetaktik einfach dazu, das simpelste ist dabei das Decken ,sichern der Position oder Basics wie die 3 aussichtslosen Positonen. Grundregeln die man in der Jollenzeit schon lernt.

    Was mich hier etwas stört ist, das es nicht in der Regatta darum ging den Gegner zu beherschen(z.B das regattaresultat zu halten oder noch vorbeizuziehen).

    Angenommen es hätte diese Aktion nicht gegeben, im Segeln passiert viel. Man weiss nicht und wird es auch nicht erfahren was gewesen wäre. Zumindest aber wurde das team Lutz/Beucke um Ihre ehrliche Chance gebracht. In Zukunft muss man halt nur sehen das man bei 2 Regatten min. 1Punkt vorne ist.
    Für den Rest kann man sich dann schon was einfallen lassen.

    Ist das nicht etwas zuviel “Matchrace-Taktik” , oder besser gehört das wirklich dazu. Ich glaube dies hat wohl auch nichts mit Moral zu tun sondern sondern mit gesundem Menschenverstand.

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  13. avatar polo sagt:

    noch ein kleiner Nachtrag zu Postings Image schaden für Sponsoren etc.

    Durch so eine Aktion haben die Sponsoren eher einen Vorteil, Sie sind im Blickpunkt!
    Geschäftlich wird sich das mit Sicherheit nicht negativ bemerkbar machen.
    Warscheinlicher ist es, das dies eher vom Management als respektabel eingestuft wird , denn in der Wirtschaft heist es friss oder du wirst gefressen und auf ganz anderer Ebene und ganz anderen Methoden.
    Warscheinlicher ist es das solche Beispiele bei Management Schulungen als Lehrvorführung dienen.

    …leider..

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    • avatar Torsten sagt:

      Aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Bis die Mehrheitsmeinung das Image ins Negative kippen lässt. Eine Gratwanderung. Dann rühmt sich der Sponsor mit dem Ausstieg. Laut. Oder steigt leise aus. Audi ist hier BMW momentan eindeutig einige Punkte voraus. Moral und Teamgedanke sind eben doch noch klar mehrheitsfähig. “Frech kommt weiter” ist halt ein sehr begrenztes Werbemotto. Zumindest noch 😉

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      • avatar polo sagt:

        da hast du völlig recht torsten.. gibt ein like 🙂
        Nur angesicht dessen, das selbst die Olympia-Auscheidungen im Segeln resp. Perth 2011
        nicht einmal im Sportteil der öffentlich rechtlichen nur ansatzweise erwähnt werden, wird dies eben nur ein Minderheit bleiben… schade ..
        ..
        ..
        natürlich grundsätzlich schade, das der Segelsport in den Medien Deutschlands kaum Beachtung findet

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        • avatar Hans B. sagt:

          Meine Antwort kommt zwar etwas spät und es wird sie wahrscheinlich kaum noch jemand lesen, zu Deinem Post möchte ich aber dennoch etwas sagen.

          Was hat Segeln auch im Fernsehen verloren? Versteht doch sowieso keiner. Da finde ich es schon besser, dass die Sportsender Sachen wie Dart, Billard, Baumstammweitwerfen oder das hirnlose Wrestling zeigen…

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  14. avatar lala sagt:

    warum haben Lutz/Beucke das letzte Rennen überhaupt beendet?Ohne Nationenstartplatz wäre die Entscheidung erst im Frühling gefallen,oder?

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    • avatar Marc sagt:

      nein, K/B wären so und so nominiert gewesen. Nur Deutschland selbst hätte noch kein Olympiaticket, dies wiederum wäre aber 2012 noch zu lösen gewesen.

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      nein, die interne quali ist nach perth beendet.

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  15. avatar Marcus Baur sagt:

    MB: Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker formulierte es wie folgt:
    „Verlangt ist nicht nur die formelle Beachtung von Regeln. Nie werden geschriebene Regeln die menschliche Haltung des ‚Fair Play‘ ersetzen können. Der Sportler, der das Fair Play beachtet, handelt nicht nach dem Buchstaben, er handelt nach dem Geist der Regeln“.

    Wer fördert diese Gedanken bei uns? Wer sollte sie Fördern? BEIDE Teams wurden in einer schwierigen Lebenssituation alleine gelassen und sind durch die Hölle gegangen (“das eine durch die sportliche, das andere durch die moralische”). Ich kenne diese Tortur und gönne sie keinem. Es wäre vermeidbar gewesen.

    Es gibt viele offene Fragen!

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    • avatar Sportsmanship sagt:

      Hast Du mal einen Blick in die englische Version des Wikipediaartikels geworfen aus dem Du zitierst:

      A competitor who exhibits poor sportsmanship after losing a game or contest is often called a “sore loser” (those who show poor sportsmanship after winning are typically called “bad winners”). Sore loser behavior includes blaming others for the loss, not taking responsibility for personal actions that contributed to the defeat, reacting to the loss in an immature or improper fashion, making excuses for the defeat, and citing unfavorable conditions or other petty issues as reasons for the defeat.

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  16. avatar Stephan sagt:

    1. alle die noch nie eine Startlinie überquert haben mal abschalten.
    2. es war legitim.
    3. es war meiner persönlichen Sicht nach grob unsportlich.
    4. so etwas möchte ich in meinem Verein nicht erleben.
    5. hätten die anderen mal Matchrace gemacht, hätten sie eine geziemende Antwort geben können.
    6. Olympia ist meiner Meinung nach, wie alle großen Sportorganisationen, eine schwer kriminelle oder zumindest zutiefst Korrupte Truppe. War im alten Griechenland schon so, nur sind die damit ehrlich umgegangen.

    http://www.amazon.de/unheiligen-Spiele-Olympia-zwischen-Wirklichkeit/dp/3760812171

    7. Da sind ja dann die richtigen dabei.
    8. Trost: Das unterlegene Team ist ja noch Jung. Denke die machen weiter. Was nicht tötet, härtet ab.

    PS: Manfred Curry war auch nie so beliebt.

    Frei nach Otto Rehagel: Die Wahrheit ist auf dem Wasser.

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  17. avatar lala sagt:

    Lutz/Beucke könnten dann das andere Team im Fruhjahr nach hinten segeln,oder?Was für ein komischer Modus.

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    • avatar stefan sagt:

      ….wozu, das andere Team ist doch qualifiziert. Da fährt im Frühjahr kein Zug mehr, der ist abgefahren.

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  18. avatar lala sagt:

    ich meinte natürlich “aus der Nationenqualifikation segeln”,dann wäre keiner dabei.

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  19. avatar Martin sagt:

    ist doch alles Humbug. Jede Kreuz auch im Fleet ist Match-Race. Segeln bedeutet doch nicht auf einem schnelleren Boot zu sitzen, sondern entweder eine Technik zu entwickeln, bei der man schneller ist, oder den Wind besser zu sehen, und dann seine Position abzusichern. Das kann man ganz klein betrachten, oder auch etwas grösser.
    Mann kann das auf jeden Start herunterbrechen, oder halt auf 3 Serien hochrechnen. Hängt halt davon ab, wie das Ziel definiert ist. Solange man die aufgestellten Regeln einhält ist alles erlaubt. So einfach ist das .

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    • avatar stefan sagt:

      …ich kann mich nicht daran erinnern, bei einem Fleetrace jemals von einem Konkurrenten am Starten gehindert worden zu sein, wärend das ganze andere Feld startet.

      …am Schiff oder pin-end abgestreift zu werden, okay ja …… allerdings ist der Gegner der einen da abgestreift hat, selber gestartet und nicht mit einem deckend ins Aus gefahren.

      …natürlich ist eine fleet-race-kreuz normal kein matchrace, denn das eigene Bestreben ist es ja vor Vielen der erste an der Tonne zu sein…. nur kann man mit Vielen kein matchrace segeln.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 18 Daumen runter 9

      • avatar Torsten sagt:

        @Martin
        Grundsätzlich richtig.
        Wenn aber eine Veranstaltung zwei Zielrichtungen miteinander verbindet (Bestmöglicher WM-Platz mit der nationale Olympiaqualifikation mit Wertungsverknüpfung anderer Regatten und -kappung bei Platz 20) stimmt das eben nicht mehr.
        Der Sinn des Modus “Olympiaqualifikation” hat sicher als Grundprämisse, dass jedes Team versucht die bestmögliche Platzierung bei einer WM zu ersegeln. Wenn dieses Ziel einer Regatta bei einem Team nicht mehr vorhanden ist (weil ein anderes Ziel dominiert), führt es die Veranstaltung ad absurdum und verknüpft zwei Wettkämpfe zu einem. Und das funktioniert nicht!
        Ein Team, dass nicht das bestmögliche Ergebnis einer Regatta erzielen will, konterkariert den Sinn der sportlichen Veranstaltung. Erst der zweite Zweck der Regatta macht das Problem.

        Ergo: Der Modus war mangelhaft!

        Das Ausnutzen dieser Lücke durch einen Teinehmer ist eins und kann moralisch von jedem selbst bewertet werden. Aber die Funktionäre müssen darauf reagieren. Mindestens für die Zukunft.

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      • avatar Martin sagt:

        @ Stefan. Das passiert regelmaessig in Einheitsklassen, wenn die Serie das erfordert ( wenn man zB moechte, dass jemand einen schlechteren Streicher wieder in die Wertung reinkriegt) Mir selber auch schon bei einer deutschen passiert und es hat sich echt unfair angefühlt, war es aber nicht). Die Kunst ist es erst einmal den anderen überhaupt in die Kontrolle zu bekommen.
        @ Torsten das kann sein, aber dann trifft nicht die Seglerin die Schuld, die sich in diesem Modus bewegt. Gibt es einen Modus den besten Vertreter auszuwählen der fairer ist ???

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  20. avatar Topher sagt:

    Olympioniken soll(t)en auch so etwas wie Botschafter ihres Landes sein, im besten Falle sogar Vorbilder – auch so gesehen dürf(t)en K/B eigentlich nicht nach London fahren, da ihr destruktives ‘Taktieren’ gegen die in Perth ganz klar bessere Mannschaft Lutz/Beucke einfach nur peinlich für unsere restlichen Teams vor Ort war… Und das spürt man auch im Interview mit dem DSV-Vizepräsidenten, der sein Missfallen wahrscheinlich gerne NOCH deutlicher geäußert hätte… Soll K.K. doch weiter Match Races fahren, bis ihr schwindelig wird – aber nicht unter der Flagge unserer (Segel-)Nation bei einer olympischen Regatta.

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  21. avatar lala sagt:

    noch mal zusammengefasst:L/B beenden das letze Rennen nicht,dann könnten Sie im Frühjahr das andere Team aus der Nationenqualifikation segeln,keiner dabei,komischer Modus.

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    • avatar Alfred E. sagt:

      nochmal zusammengefasst: Du hast es immer noch nicht verstanden. Das Hinaussegeln bei der WM im Frühjahr wäre nicht statthaft, da es keinen Vorteil – außer ggf. persönlicher Rache für L/B gebracht hätte (Lies Dir den Q&A – link steht oben in der Antwort von lasse – bitte durch und lass ihn dir ggf. übersetzen), denn die persönliche Qualiist zu Ende mit Perth.
      Das hätte natürlich niemanden verpflichtet den Nationenplatz zu ersegeln.

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  22. avatar Ballbreaker sagt:

    Ich denke mal, dass es eigentlich hier 85% der Forenteilnehmer vor der Aktion reichlich egal war, welches 470er Team zur Olympiade fährt.

    Die Videos/Fotos/Berichte aus Perth sind jeden Tag aufs Neue super anzuschauen und machen Spass! Eine tolle Werbung für den Segelsport!
    Tolle Bilder – für die die keine Ahnung vom Regattasegeln haben; sau spannend – für alle die „Ahnung“ haben oder wenn z.B. persönliche Freunde am Start sind!

    Das 470er Frauen Rennen war jedoch einfach nur doof anzuschauen. Während sich das Feld immer weiter entfernt, beharken sich 2 sich gegenseitig anschreiende deutsche Frauenteams mit blank liegenden Nerven. Mein erster Gedanke: Hoffentlich geht’s gleich mit Segeln weiter – das nervt doch nur!!

    Und ich glaube das ist das eigentliche Problem: Egal ob moralisch oder rechtlich ok, es sieht einfach nur Scheiße aus und nervt beim zuschauen – KEIN großer Sport und langweilig!

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  23. avatar Schlaufux sagt:

    Ich war bislang der Meinung, die Behinderung sei nur in einem Rennen vorgekommen,
    nun musste ich lesen, dass K/B das die halbe Serie veranstaltet haben.
    Da muss der DSV sich über den Modus mal ernsthaft Gedanken machen.

    Klar ist, dass diese WM (die es ja eigentlich war) für die 470er Frauen eine absolut lächerliche Veranstaltung war.
    Die anderen Nationen werden das mit Gelächter und Verwunderung zur Kenntnis genommen haben.
    Nach Perth zu fahren um sich gegenseitig in die scheisse zu fahren, kann ja nicht Sinn der Übung sein.
    Die ganze Show kostet viel Geld und sollte durch uneingeschränkte Leistungsbereitschaft der Sportler
    gewürdigt werden.
    Selbstverständlich werden die Sponsoren sauer sein und von der STG wissen wollen, warum das Team mit der schlechteren Platzierung jetzt nach Weymouth.
    Marketingleute kennen nicht unbedingt die WR und machen sich eventuell Gedanken, ob zB Audi durch solche “Vorkomnisse” richtig repräsentiert ist.

    Nichtsdestotrotz wünsche ich K/B das beste Ergebnis in Weymouth und L/B eine riesen Zukunft.
    Sie werden sicher stärker, dadurch auch einmal diese Seite kennengelernt zu haben.

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  24. avatar Det sagt:

    Mit dem Zitat von Paul Elvström ist eigentlich alles gesagt ……

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  25. Es sei vorausgeschickt, dass ich in den letzten 10 Jahren als Trainer eines sechsfachen Juniorenweltmeisters und Bronzemedaillengewinners der ISAF Jugendweltmeisterschaften für Deutschland vielleicht für mich in Anspruch nehmen darf, etwas über Weltmeisterschaften und Fair Sailing aussagen zu können. Die Ausführungen Carsten Kemmlings stellen dabei alles auf den Kopf , was ich bisher über den Segelsport und das faire Miteinander gelesen habe.Ich kenne Herrn Kemmling nicht, nehme aber an, dass er selber niemals eine jahrelange Vorbereitung auf Olympia betrieben hat und dafür ein Leben mit endlosen Auflagen, Entbehrungen und Kosten auf sich genommen hat. Wenn ich dann von “taktischem Zurücksegeln” als faires Mittel lese, diese jahrelange Arbeit kaputzumachen, da man mit seglerischen Mitteln nicht mehr gewinnen kann , dann haben sowohl diese “Sportlerinnen” als auch dieser Schreiber nichts im Segelsport verloren. Dabei müsste noch festgestelt werden,wer hier eigentlich der üblere Part ist – die, die derartiges auf dem Wasser verbrechen oder derjenige, der anschließend noch die Soße des Verständisvollen darüber kippt anstelle hier im Klartext zu schreiben : eine absolute Sauerei auf dem Wasser und eines Olympioniken oder Weltmeisterschaftsteilnehmers mehr als unwürdig. Der Verweis auf das Verhalten anderer Nationen ist dabei nur noch lächerlich – ich spare mir hier mögliche Parallelen. Den so um ihre Teilnahme am größten Sportereignis Betrogenen auch noch anzuraten, dieses als “Lehrstück” in ihr Leben mitzunehmen, ist dann der abschließende Höhepunkt dieses Berichtes . Der Segelsport hat eine derartige Entwicklung nicht verdient, der DSV ist aufgerufen, dieses Verhalten nicht zu sanktionieren und eine weitere Ausscheidung anzusetzen mit der klaren Massgabe, sich an Fair Sailing zu halten. Mögen die Besseren gewinnen – nicht die Übleren.

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    • avatar Christian sagt:

      Herr Schliemann, warum ist in Ihren Augen Zurücksegeln kein “seglerisches Mittel”? Es regelkonform zu machen, ist doch durchaus anspruchsvoll. Da muss man erst mal können, ohne disqualifiziert zu werden.

      Und wenn Sie schon so eine Bugwelle machen von wegen eigener Qualifikation und Abwertung der Qualifikation von Carten Kemmling (der sehr wohl eine Olympiakampagne hinter sich hat), dann sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben: Bei Ihnen können die jugendlichen Segler/innen ganz offensichtlich nicht das ganze Paket erlernen, weshalb die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass keiner ihrer Schützlinge je eine Olympiamedaille ersegelt. Dort gelten dann doch noch andere Bedingungen als bei einer Jugend-WM

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    • avatar polo sagt:

      “Es sei vorausgeschickt, dass ich in den letzten 10 Jahren als Trainer eines sechsfachen Juniorenweltmeisters und Bronzemedaillengewinners der ISAF Jugendweltmeisterschaften für Deutschland vielleicht für mich in Anspruch nehmen darf, etwas über Weltmeisterschaften und Fair Sailing aussagen zu können”

      ..”.Ich kenne Herrn Kemmling nicht, nehme aber an, dass er selber niemals eine jahrelange Vorbereitung auf Olympia betrieben hat und dafür ein Leben mit endlosen Auflagen,”

      Die beiden Aussagen passen nicht zusammen…
      Wer so in der Szene drin ist, sollte den Namen Kemmling schon mal gehört haben

      übrigens Herr Schliemann , können Sie hier :

      http://segelreporter.com/carsten-kemmling/

      einiges mehr erfahren , vieleicht ändern Sie dann ihre persönlichen AUssagen zu Hernn Kemmling

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    • avatar Sören sagt:

      Hallo Herr Schliemann.
      Wohlwissend das Windsurfen zum Deutschen Seglerverband gehört und die Taktik mit einem Großteil des Segelns einhergeht aber im Zweifel gibt es beim Windsurfen durch eine gute Ausdauer und Pumptechnik, die wiederum essentiell ist um zu den Spielen zu kommen, eine Möglichkeit sich einer solchen Situation zu entziehen.
      Was mir hier bei allen Kommentaren im übrigen nicht gefällt ist die Diskreditierung von Personen. Was macht Sie besser als Herrn Kemmling? Es hat im übrigen keiner dem anderen was kaputt gemacht. Es haben 2 Kontrahenten um ein Olympiaticket gekämpft und darum ging es bei dieser WM! Es ging um die Qualifikation zu den Spielen. Entweder das eine oder das andere Team. Daher waren alle anderen nur Mitteilnehmer. Beide wussten, was auf Sie zukommt und das es sich zwischen den beiden entscheiden wird und muss! Ab diesem Moment ist man zwangsläufig in einer Matchracesituation.
      Ein Appell an alle: Kümmert euch doch mehr um das ursächliche Problem “von ggf. bescheidenen Regeln des Verbandes” als hier in einer Riesendiskussion die Sportler weiter zu belasten! Und vor allem macht euch doch nicht alle schlauer als die anderen! Wenn dem so wäre, müsste ich hier stolz sein mit lauter Goldmedailliengewinnern diskutieren zu dürfen…

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    • avatar Kiel sagt:

      mal abgesehen von der ganzen polemik und den persoenlich anfeindenden formulierungen in diesem post, finde ich einen punkt (der auch spaeter noch aufgegriffen wird) durchaus beachtenswert:
      fuehlt sich die dt. Segelnation durch ein team, welches in der nationalen ausscheidung Mittel anwendet, die nicht der verbesserung ihres eigenen resultats in der WM dienen
      bei den olympischen Spielen
      _besser_
      vertreten,
      als durch ein Team, welches auf einem der groessten (zaehlt mal die Teilnehmer bei allen Veranstaltungen) Events der Klasse in der Olympiade (Achtung: 4 Jahre!)
      eine realistische Endkampfchance (Medal Race)
      verbaut bekommen hat?

      Nun denn, jetzt duerft ihr liken oder eben nicht. Ich habe mir meine Meinung gebildet.

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    • avatar Hans B. sagt:

      Sehr geehrter Herr Schliemann,

      Ihre Gefühlsduselei passt hier nicht hin zumal bekannt ist, dass Sie, um Ihren Sohn voranzupushen, sich auch schon mal für den persönlichen Vorteil über Verbands- und Vereinsvorgaben hinweggesetzt haben. Surfen ist nicht Segeln und Olympia ist keine Wald- und Wiesenmeisterschaft…

      Und noch eine Bitte! Bevor sie über andere Personen urteilen, sollten Sie erst einmal prüfen, mit wem Sie es zu tun haben. Sie sind schließlich nicht der Nabel der Welt!

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  26. avatar Wilfried sagt:

    ganz offensichtlich hat der gute Herr Schliemann nichts mit Segelsport zu tun. Aber selbst dann sei der Hinweis gestattet, dass in sehr vielen Sportarten taktisch vorgegangen wird und nicht nur die absolute Leistung zählt. Hier seien nur exemplarisch Skilanglauf, Langstreckenlauf, Radfahren genannt wo durch taktieren, Windschattenspielchen und ähnliches häufiger mal derjenige gewinnt der die anderen die Arbeit machen lässt und sich selber schont. Das hatte man früher dadurch gelöst, dass man die Läufer einzeln starten ließ oder das Windschattenfahren verboten hat. Auch dort hat man für die medienwirksamkeit diese Regelungen geopfert, da der Zuschauer den Sieger natürlich zuerst im Ziel sehen will und es auch einfacher zu verstehen ist, dass der der vorne ist auch Erster ist. Als nur mal so zum Hobby regatta und auch schon ein paar mal Matchrace-Segler will ich nicht darüber urteilen was für das Segeln die richtige Lösung ist. Für mein Gefühl wäre das Problem nicht entstanden wenn man sich übber die Möglichkeiten und Grenzen eines Qualifikationsmodus einig gewesen wäre. Das größte Problem ist doch gewesen, dass die Ränge ab 20 bei der WM nicht mehr gezählt haben. Ohne diese Festlegung würden wir hier gar nicht diskutieren. Den ganzen Kritikern von Lutz/Beucke die meinen, dass Kadelbach/Belcher die besseren Segler seien weil sie nach zwei Qualifikationsregatten vorne waren sei gesagt, der Ausscheidungsmodus sah die besseren Segler nach drei Regatten vor und das waren nunmal Lutz/Beucke. die Qualifikation von Kadelbach/Belcher resultiert ja nur daraus, dass das bessere Ergebnis von Perth nicht in die Wertung einging (Fehler der Qualikriterien siehe oben). Klar ist aber auch, dass die Fleetracer auch Match-Race beherrschen müssen und alle die es noch nicht probiert haben sollten es mal tun, zum einen weil man dort enorm viel über Bootshandling und Regeln lernt zum anderen weil es tierisch Spaß macht. Spätestens seitdem es die Medalraces gibt kann man ohne solche Kenntnisse kaum noch Weltmeister oder Olympiasieger werden weil verstecken bei 10 Booten nicht mehr funktioniert.

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  27. avatar Wilfried sagt:

    P.S. klasse dass wir mal ausgiebig übers Segeln diskutieren und nicht nur über die politische Korrektheit von Grabufke, der mir sehr fehlt

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    • avatar rodeo sagt:

      mir auch! wo ist der alte sack eigentlich? urlaub in der karibik oder argentinien? schick ihm doch mal einer ein neues farbband für seine schreibmaschine! bitte! 😉

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  28. Um es nochmals für die vielen Fachkommentatoren klarzustellen : auch im Matchracing gelten klare Regeln, welche hier, wenn man die Aufzeichnungen betrachtet, nicht eingehalten wurden. Es wundert mich nur, warum die begleitenden Betreuer und Coaches des DSV hier nicht eingegriffen haben – oder sind wir wieder einmal – wie so oft – mit drei Nationalmannschaften – eine aus Bayern, eine aus Berlin eine aus Schleswig Holstein – angetreten und nicht mit einem Team ? Zudem hätte ich gerne mal die Kommentare gelesen, wenn das Ergebnis die Nichtteilnahme beider 470 ziger gewesen wäre, wenn diese sich also gegenseitig um den Nationenplatz gebracht hätten. Ein weiterer Frühstart hätte ja wohl dafür gereicht.

    Noch mehr sollte mal darüber nachgedacht werden, welche Eltern wohl ihre Kinder noch in diese Sportart schicken, wenn sie dort ein derartiges Verhalten lernen – aber der deutsche Segelsport hat ja überhaupt kein Nachwuchsproblem.

    Und nur zum Abschluss – in der Zwischenzeit sind wir in der PWA- der härtesten Segelklasse weltweit – no rules – aber Fairnis über alles. Wenn sich dort jemand wie diese “Sportlerinnen” auf dem Wasser benommen hätte, würde er besser nicht mehr zurück an den Stand kommen – die Kommentare der anderen wären mehr als heftig.

    Ich warte jetzt auf die Düsseldorfer BOOT , wo ja sicherlich eine Präsentation des Olympiateams geplant wird – mal sehen, ob diese beiden Damen sich trauen, dort zu erscheinen.

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    • avatar Christian sagt:

      Herr Schliemann, welche Regeln wurden laut welcher Aufzeichnungen nicht eingehalten? Haben Sie da Geheimwissen, über das die International Jury in Perth nicht verfügte?

      Und was das Erlernen von fragwürdigem Verhalten angeht:. Da reicht eine durchschnittliche Optiregatta aus. Wer schon mal das zweifelhafte Vergnügen hatte, dort Schiedsrichter zu sein, weiß, wovon ich rede.

      Kadelbach/ Belcher sind übrigens tatsächlich gut beraten, nicht zur Präsentation auf der Boot zu gehen. Welche Mischung aus Unverschämtheiten und Halbwissen da auf sie zukäme, etwa von manchen Jugendtrainern, will man lieber nicht genau wissen.

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    • avatar Sören sagt:

      Herr Schliemann,
      ich bitte Sie jetzt höflichst nicht einen solchen Nonsens zu verbreiten. Sie sprechen hiermit gerade dem Schiedsgericht die anhand des Trackingsystems die Situation genau nachstellen konnten die gesamte Komptenz ab! Man hat in der Jury entschieden!
      Weiter sollten Sie sich mal fragen, warum es niemand aus der vermeidlich stärksten, härtesten Segelklasse PWA in die Olympiaqualifikation schafft. Hier wird neben surferischen Gechick noch Ausdauer ein kompletterer Sportler verlangt.

      Also hören Sie endlich auf die Leute hier aufzuwiegeln!!
      Sie sollten sich mal fragen, ob es moralisch richtig ist zu urteilen über Sachen, wo man nicht direkt mit eingebunden war und indirekt Leute dazu anzuheizen sich auf irgendwelchen Veranstaltungen zu verhalten. Wenn Sie wirklich lange Trainer waren finde ich Ihr Verhalten als Vorbild absolut nicht angemessen. Sie erwarten Moral und fahren hier eine Hetzkampagne?

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    • avatar Skiffsegler sagt:

      @ Herrn Schliemann:

      Ich kann den anderen nur recht geben, was bilden sie sich eigentlich ein, dass sie hier die personifizierte Kompetenz sind und alle anderen das ganze nicht durchschaut hätten????

      Bevor sie weiter Beiträge veröffentlichen bitte ich sie zunächst DRINGEND folgendes zu tun:

      1. informieren Sie sich über Personen, deren Kompetenz sie beurteilen…sonst wirds nämlich nur peinlich!

      2. Lesen sie sich doch einfach mal durch, was in den Kommentaren zu sämtlichen Artikeln über dieses Thema geschrieben wurde, der Blick in das Regelbuch und die ISAF Q &A hilft auch.
      Danach werden sie unweigerlich zu folgendem Schluss kommen müssen:
      – nach der aktuellen Lage ist das Verhalten von Kadelbach/Belcher als regelgerecht anzusehen, lediglich über die Moral kann man streiten(eine grobe Unsportlichkeit nach Regel 2 liegt aber NICHT vor)
      – die Matchrace-Regel sind im Fleet-race scheißegal…die gelten nur für REINE match-race Events!

      3. ein Blick ins Regelwerk für die Olympiaqualifikation hilft ebenfalls, anschließen werden sie wissen, dass der verpasste Nationenplatz in Perth noch lange nicht bedeutet hätte, das kein deutsches 470er Frauen Team in Weymouth an den Start gehen wird, da das Erreichen des Nationenplatzes bei der WM in Barcelona als sehr wahrscheinlich anzusehen gewesen wäre.
      ABER AUCH DAS IST SCHON 100 MAL GESCHRIEBEN WORDEN!!!

      Wenn sie wirklich alle Beiträge gelesen haben und nicht zu dem Schluss kommen, dass ihre Aussagen nahezu vollständig unhaltbar sind , haben sie elementare Dinge nicht verstanden.
      Folglich sollten sie anschließend überlegen, ob es nicht mehr als angebracht wäre, diese Aussagen zurückzunehmen!!!…außer sie wollen sich weiterhin lächerlich machen.

      PS: etwas weniger Eigenlob und mehr Bescheidenheit hat noch niemandem geschadet…
      Auch ich war in den letzten Jahren fast durchgehend im olympischen Segelsport unterwegs und habe dabei vor allem eins festgestellt: Die wirklich Großen unserer Sportart zeichnen sich zu 95% durch ein bedachtes Understatement aus (und erzählen niemanden zur Begrüßung was sie doch für tolle Typen wären)
      aber das nur mal so am Rande…

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      • avatar Bescheidwisser sagt:

        Nur mal so zur Info, für alle die nicht wissen wer Ernst Schliemann ist (kann man auch mal googeln – ist auch aufschlussreich):
        http://www.pnn.de/pm/573159/

        Der Sohn ist übrigens echt talentiert und kann ja ni für seinen Vater…

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        • avatar Wilfried sagt:

          interessant auch wenn es mit der Diskussion über Regeln und Moral der Regeln nichts zu tuen hat. Meine Frage nur ; ein RS.X. Board für 7500 Euro?????? Ist der Preis ernstgemeint???

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          • avatar Hobby-Regatteur sagt:

            Olympisches Material war schon immer etwas teurer – da soll sich noch einer über die Laser-Preise mokieren…

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  29. avatar Wooling sagt:

    Das Verhalten erinnert mich an den deutschen Bundespräsidenten. Richtig illegal ist es nicht, aber in Ordnung ist ordnung ist es auch nicht.

    Ich finde solche Manöver – wenn auch legal – arm. Arm an Sportlichkeit, Arm an Fähigkeit, arm an Charakter.
    Leider passt das zu unserer, immer von von Juristien und Bürokraten kontrollierten Welt. Recht haben ist wichtiger, als Größe zeigen.

    Bernard Moitessier hätte das sicher nicht so gemacht. Lieber in Ehre verlieren, als ohne Ehre gewinnen.

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  30. avatar hanseatic sagt:

    Ein schönes Schlusswort! Ach – und wo waren denn nun eigentlich die Haie?

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  31. avatar Ingo sagt:

    Auch wenn hier vermeintlich alles Sachliche (und Unsachliche) bereits gepostet wurde, gibt es doch zu dem Thema noch zwei Argumente, die bislang überhaupt nicht geäussert wurden:

    1) Wenn man die kompletten Serien (Weymouth+KW+WM) der beiden Teams analysiert, muss man zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass K/Bs Leistungskurve bestenfalls stagniert, wenn nicht sogar abwärts gerichtet ist (Speedproblem oder ähnliches); währenddessen steigt die Leistungskurve von L/B offensichtlich stetig an und hätte in Perth mit einem Platz unter den Top Ten enden können, wenn nicht …
    Genau diesen Sachverhalt hat doch offensichtlich das Team K/B erkannt und deswegen “den Schalter umgelegt”, um in der zweiten Hälfte der Serie vor Perth mit Matchrace-Taktik zu retten, was noch zu retten war.

    2) Das Team K/B ist wesentlich älter und hat in Weymouth aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Chance auf Platz 10- 20. Anschliessend werden sie sich trennen und etwas anderes machen, da sie schlichtweg zu alt sind. L/B hingegen haben in Weymouth eine reelle Chance, unter die ersten 10 zu kommen und diese Erfahrung als “Sprungbrett” für 2016 zu nutzen. Denkt man beim DSV eigentlich so strategisch???

    Ergo: Wenn es wirklich darum geht, dass Deutschland bei den Olympischen Spielen in Weymouth mit dem Team antritt, welches die besten Chancen auf eine Medaille oder zumindest die beste Endkampfchance hat, kann die Wahl nur Lutz+Beucke heissen!

    Nur zur Klarstellung: Ich kenne weder jemanden aus dem Team L/B noch jemanden von K/B persönlich.

    Grüsse aus der Schweiz
    Ingo

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    • avatar hase sagt:

      DSV und strategisches Denken??? – Das schließt sich doch bei den derzeitig Verantwortlichen per se aus!!!!!!!!!

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  32. avatar Rolf sagt:

    Jetzt ist wirklich schon alles gesagt, aber ich denk die Diskussion geht in die falsche Richtung.

    Ich finde:
    Im Gegensatz zu Kadelbach/Belcher repräsentieren Lutz/Beucke das was Sport auf olympischem Niveau sein soll: Vorbild. Besonders für Kinder und Jugendliche die motiviert werden sollen Sport zu machen und so gesund bleiben und für’s Leben lernen. Deshalb fördert der Staat den Sport, deshalb gibt es den DSV. Aber, leider zählen diese Werte nichts sobald es um etwas geht.

    Warum das so ist? Na wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft, da wird oft nicht nach Moral gefragt. Das kennen wir doch aus Beruf und Nachrichten. Auch eine Olympiakampagne ist eher Beruf als Hobby und das nicht nur für die Segler. Auch für Verbände, Trainer und Sponsoren hängt viel am Erfolg eines Teams. So steigt der Druck und sinkt die Moral und am Ende ist erlaubt was funktioniert und der eigentliche Sinn der olymischen Spiele rückt in den Hintergrund.
    Offensichtlich vertragen sich proffessionalität und Moral nicht. Carsten Kemmling fragt in seinem Kommentar ernsthaft: “…kann man wirklich von den Athleten erwarten, dass sie sich während der beinharten Qualifikation einer diffusen moralischen Verantwortung stellen?” Schade, armer Sport.

    Aber wem nützt das?
    Dem Team das vielleicht (zu Recht) ein schlechtes Gewissen hat auch wenn Funktionäre und Psychiater auf sie einreden? Weil sie vielleicht wissen das andere Team wäre besser geeignet, auch wenn sie selbst lange dafür gearbeitet haben und deshalb mehr Erfolg auch verdient hätten.
    Dem Sponsor dessen Team negative Schlagzeilen macht?
    Oder den Siegern der Herzen die von allen bemitleidet werden aber ihr großes Ziel verpasst haben?
    Dem Verband der international ausgelacht wird weil sein Team kein Team ist und vielleicht trotzdem in seinen bitteren Entscheidungsläufen nicht das beste Team für die Spiele gefunden hat?
    Eigentlich hilft es keinem. Aber wer setzt sich für Gerechtigkeit und Moral im Sport ein? Damit Sport wirklich sportlich ist? Verbände? Im Gegenteil, Verband und Sponsoren bekommen Angst um ihren Ruf, reden alles gut, berufen sich auf die Regeln und wollen alles möglichst schnell vergessen. Angst vor Konfrontation oder alles nur zum Schutz des guten Ruf’s? Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden.

    Vielleicht ist es auch zu einfach nur auf die Verbände und Regelschreiber zu schimpfen. Ist es immer in Ordnung die Regeln bis zum äußersten auszunutzen? Gibt es nicht einen feinen Unterschied ob ich eine gute Plazierung im Wettkampf gegen einen direkten Konkurrenten verteidige oder ob ich einen vor mir liegenden Konkurrenten ausbremse. Wer rät den Sportlern zu solchen Methoden? Wo ist da die Verantwortung der Trainer, Betreuuer und Sponsoren? Wo ist die Vorbildfunktion für die vielen Optisegler und Jugendtrainer? Wer wundert sich woher das radikale Verhalten der OptiKINDER an der Startlinie kommt?

    In dem obrigen Artikel wird ein kluger Satz von Paul Elvström zitiert: “Wer eine Regatta gewinnt und dabei den Respekt seiner Gegner verliert, hat in Wirklichkeit alles verloren …”. Leider heißt es noch im selben Absatz: “…die Mittel, die hier angewendet wurden (gehören), im internationalen Segelsport … zum Spiel”. Wäre traurig für den internationalen Segelsport wenn das wirklich so ist.

    Irgendwie passt das zu Weihnachten, zwei junge Mädels zeigen allen Funktionären, überehrgeizigen Trainern und Betreuern, dass Moral nicht nur zu Weihnachten, sondern auch zum Leistungssport passen kann. Danke. Vielleicht geht dem ein oder anderen ein verspätetes Weihnachtslichtlein auf und es wird umfassend über Moral im Sport nachgedacht.

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  33. avatar travis sagt:

    It’s funny whats happening to us.

    Our lives have become digital –

    our friends, now virtual

    and everything you could ever want to know

    is just a click away.

    Experiencing the world through this endless second hand information isn’t enough –

    if we want authenticity – we have to initiate it.

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