Kieler Woche Weltcup: Grotelüschen, Bochmann/Lorenz und Kröger vorne

Olympiaquali im Fokus

Das Hahlbrock-Team kam im quantitativ schwach besetzten Kieler Woche Match Race noch nicht gut in Fahrt. © segelbilder.de

Einen rundum gelungenen Auftakt in die Kieler Woche feierten am Sonnabend, 18. Juni, die Athleten in den zehn Olympiaklassen und im paralympischen 2.4mR. Bei wechselhaften Bedingungen brachten die Wettfahrtleiter auf den acht Bahnen zwischen zwei und vier Wettfahrten über den Kurs.

Und die deutschen Athleten nutzten die Chance, sich in den international etwas schwächer besetzten Feldern als zuletzt bei den Worldcups im Vorderfeld zu platzieren und damit Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sammeln.

Mit den Kielerinnen  Annika Bochmann/Anika Lorenz im 470er, Simon Grotelüschen (Kiel) im Laser und Heiko Kröger (Hamburg) im 2.4mR führen drei deutsche Crews ihre Klassen an. Dazu kommen noch vier zweite Plätze im Zwischenklassenment.

Der oberste Wettfahrtleiter Jobst Richter (Kieler Yacht-Club) war trotz des Schauerwetters sehr angetan von dem Auftakt: „Die Wettervorhersage passte, der große Winddreher war genau angesagt, so dass wir auf allen Bahnen ein gutes Programm fahren konnten.“

2.4-Segler Heiko Kröger hatte noch bis kurz vor dem Start an seinem Boot geschraubt. Das aber hielt ihn nicht davon ab, nach zwei Rennen mit den Rängen 3 und 1 an die Spitze zu fahren. In den kommenden Tagen soll es sogar noch besser laufen, wenn er sein Einmann-Kielboot richtig getrimmt hat.

Laser-Ass Simon Grotelüschen knüpfte in diesen Bedingungen an seine zuletzt starke Form an. Zwar musste er auf einen Tagessieg verzichten, mit Top-Resultaten setzte er sich aber an die Spitze des Feldes. Sein nationaler Konkurrent um das Olympia-Ticket, Philipp Buhl aus Sonthofen, landete zwar einen Tagessieg, liegt vorerst als Vierter aber nur in Lauerposition auf einen Medaillenrang.

Ähnlich sah es bei den 470er-Frauen aus. Für deutsche Tagessiege sorgten Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee/Strande) und Annina Wagner/Marlene Steinherr (Kiel), die Geamtführende sind aber zur eigenen Überraschung Bochmann/Lorenz.

„Unglaublich, damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Das ist echt cool“, jubelte Anika Lorenz, die damit aber keine großen Ambitionen verband. „Wir wollen hier einfach ein tolles Heimevent segeln und uns auf die Junioren-Titelkämpfe vorbereiten. Auf Olympia gucken wir nicht.“ Wagner/Steinherr folgen auf Rang drei.

Die männlichen Klassenkollegen können sich vor Kiel ebenfalls Trost für die in der Vergangenheit nur mäßigen Ergebnisse holen. Jan-Jasper Wagner/Tobias Bolduan (Berlin/München) schlagen als Zweite im Gesamtranking sogar den Kurs nach Olympia ein, nachdem sie bereits beim letzten Worldcup in Weymouth als 14. einige Punkte für die Olympia-Qualifikation holen konnten.

Surfer Toni Wilhelm (Steinen) kann nach eigenem Bekunden mit den Plätzen 2, 2 und 3 sowie dem zweiten Gesamtrang ganz beruhigt ins Bett gehen. Allerdings hätte er auch zwei Tagessiege einfahren können. „Zweimal habe ich geführt. Im ersten Rennen hatte ich etwas Pech, weil ich die Zieltonne nicht anliegen konnte, während die Verfolger etwas anderen Wind hatten.

Beim zweiten Mal war ich einfach nicht schnell genug.“ Surf-Kollegin Moana Delle (Kiel) strahlte ebenfalls nach der Ankunft an Land. „Das war doch schon mal ein prima Auftakt“, freute sie sich nach den Plätzen 2, 3 und 6, die sie ebenfalls auf Platz zwei führten. „Das dritte Rennen war etwas ärgerlich, da habe ich die Startkreuz nicht optimal erwischt.“

Klar nach oben weist die Kurve bei den Starbooten nach einer Platzierungs-Auszeit beim Worldcup in Weymouth. Gleich vier deutsche Crews sind nach zwei Rennen in den Top-Ten, allerdings in einem mäßig besetzten Feld.

„Hier muss man vorn mit dabei sein, sonst hat man für Olympia keine Chance mehr“, sagte Alexander Schlonski (Rostock), der mit Vorschoter Matthias Bohn auf Rang acht liegt. Vor den beiden sind noch Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg, 6.), Robert Stanjek/Fritjof Kleen (Berlin, 5.) und Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck/Kiel, 2.) platziert.

Drei Crews in den Top-Ten haben auch die deutschen 49er, allerdings fehlt hier der Medaillenrang. Leopold Fricke/Lorenz Huber (Chiemsee) sind als Fünfte die derzeit Besten in der DSV-Flotte. Fast identisch sieht es bei den Laser-Frauen aus, bei denen Lisa Fasselt (Essen) als Fünfte den Bug der deutschen Seglerinnen am weitesten vorn hat. Und selbst bei den zuletzt arg gebeutelten Finn-Seglern gibt es mit Matthias Miller (Berlin) als Sechstem einen Top-Ten-Fahrer.

Für die Match-Race-Damen um Silke Hahlbrock (Hamburg) gab es am ersten Tag in sechs Rennen drei Siege. Hier ist das Feld mit gerade einmal elf Starterinnen allerdings sehr spärtlich besetzt.

Und auch die schmalen Felder in den anderen Klassen sorgten für einige Verstimmung bei den Veranstaltern. „Die Terminenge in diesem Jahr ist mit dem Worldcups in Medemblik, Weymouth und Kiel in enger Folge sowie der direkt folgenden Europameisterschaft sehr hoch. Darüber wird mit dem Weltseglerverband zu reden sein“, sagte Jobst Richter.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
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