Laser Klasse: Nach Segel-Relaunch nun neues Komposit-Mastoberteil erlaubt

Nicht mehr biegen und brechen

Laser, Mastoberteil,

Das soll mit dem neuen Mastoberteil in Zukunft nicht mehr passieren

Nach der als „revolutionär“ eingestuften Einführung des neuen Standard-Radial-Segels MKII, folgt nun die nächste Neuerung in der Einheitsklasse. Ob die Performance wirklich gleich ist?

Das in der Laserklasse vielzitierte „Prinzip der Gleichheit“ , vulgo: kein Geschwindigkeitsvorteil durch besseres Material, wird rigoros und konsequent weitergeführt. Zwar ist man sich bei den Klassen-Oberen ganz offensichtlich bewusst, dass der Laser – ganz egal ob Standard, Radial oder 4.7 – auch in Zukunft mit moderneren Einhand-Jollenkonstruktionen mithalten muss. Doch bleiben Neuerungen an der Klasse, die seit zehn Jahren olympisch ist, und seitdem nicht modernisiert wurde, nach wie vor selten.

Laser, Mastoberteil,

Laser bei den Olympischen Rennen vor Rio. © Intern. Laser Class

Kunststück: Wer mehr als 210.000 Boote weltweit unter dem Einheitsklassenprinzip verkauft hat, von denen schätzungsweise zwei Drittel noch bei Regatten bewegt werden, kann nicht einfach mal so Neuerungen auf den Markt werfen, die deutliche Leistungsvorteile mit sich bringen.

Vielmehr müssen „Revolutionen“ wie beim neuen MKII-Standard-Radialsegel nach den Klassenregeln so aussehen, dass sie eigentlich nicht als solche wahrgenommen werden. Oder anders ausgedrückt: Man kann zwar jetzt ein neues, faltenfreies, schöner geschnittenes Tuch setzen, aber eigentlich soll kein Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem alten Lappen bestehen (SR berichtete).

Ganz so ist es dann doch nicht. Der neue Schnitt soll mehr Druck entwickeln. Er hat sich bei den Spitzenseglern schon durchgesetzt. Der Unterschied soll aber nicht so groß sein, dass er vom Durchschnitt-Segler wahrgenommen wird.

Auf Biegen und Brechen

So auch beim neuen Mastoberteil, das nach Aussagen von Laser Deutschland bei uns ab März/April 2017 ausgeliefert wird. Ziegelmayer betont, dass es sich beim neuen Mastoberteil um ein Komposit-, und nicht um ein Karbon-Teil handelt. „Dies bedeutet, dass es eine Mischung aus mehreren Materialien ist (Glasfaser, Karbon, etc.) – es ist kein reines Karbon Mastoberteil,“ schreibt Ziegelmayer auf Facebook.

Philipp Buhl

Philipp Buhl im Überlebensmodus vor Hyères. © Sailing Energy

Logisch, reines Karbon wäre gegenüber dem bisherigen Mast ein deutlicher, schon theoretisch nachvollziehbarer Vorteil. Den die Klassentüftler in sechsjähriger Entwicklungsarbeit unbedingt verhindern wollten. So schreibt der ILCA Technical Officer Clive Humphris auf der Klassen-Website: „Der einzige Vorteil des neuen Mastoberteils soll darin bestehen, dass er sich nicht mehr so schnell verbiegt oder gar bei Starkwindeinsatz abknickt!“ Das gleiche Biegeverhalten wie bei der bisherigen Alu-Version sei gewährleistet, heißt es weiter.

Ob es wirklich so sein wird, muss sich erst noch zeigen.

Noch steht der Preis für das neue Mast-Oberteil nicht fest, Ziegelmayer spricht von „600 Euro oder etwas darüber“.

Bestellungen (ohne Anzahlung) werden ab sofort entgegen genommen.

Klassenankündigung

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Michael Kunst

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