Little America’s Cup: Revolutionärer Hydros-Class-C-Katamaran auf Jungfernfahrt.

„Fühlt sich irre schnell an!“

C-Cat, Hydros, TPT-Material

17 kn Speed bei 6 kn Wind – rasant! © Hydros

Nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit wurde der erste von zwei (baugleichen) Class-C-Kats in Thin Ply Technology (TPT) zu Wasser gelassen. Damit wollen die Schweizer den Little America’s Cup gewinnen.

Das Schweizer Team Hydros, gesponsert von der Privatbank Lombard Odier, hat auf seinem Weg zur Weltmeisterschaft der C-Klasse-Katamarane (Little America’s Cup) in Falmouth den wohl wichtigsten Schritt geschafft: Ihre neue Konstruktion mit T- und Hydro-Foils schwimmt und segelt. Und das „gefühlt“ ziemlich schnell!

Der 7,62 m lange und 4,20 m breite Katamaran wurde vollständig aus TPT (Thin Ply Technology) gebaut, der neuesten Komposit-Material-Entwicklung auf dem Markt. Das Boot wiegt mit 15 m Flügellänge bei einer Flügelfläche von 27,8 qm lediglich 150 kg.

C-Cat, Hydros, TPT-Material

Das Projekt Hydros unterstützt junge Designer und Segler auf ihrem Weg nach ganz oben © Hydros

„Fühlt sich irre schnell an,“ begeisterten sich die beiden Holländer Mischa Heemskerk und Bastiaan Tentiji nach den Jungfern-Schlägen auf dem Mittelmeer vor La Grande Motte/Südfrankreich. „Der starre Flügel zieht unglaublich gut und wirkt enorm kraftvoll. Da ist eine Menge Potential drin! Wir haben bei 6 kn Windstärke einen Bootsspeed von 17 kn erreicht!“

Die beiden holländischen Segler bereiten sich seit Wochen gemeinsam mit ihren Team–Kollegen Jeremie Lagarrigue und Billy Besson bei Nacra-F20-Regatten auf den anstehenden Little America’s Cup vor.

Hightech aus dem Zelt © Hydros

Die finalen Bauphasen an den TPT-Kats wurden während der letzten zwei Monate unter höchster Diskretion in einer Werft bei La Grande Motte durchgeführt – die Jungfernfahrt des ersten TPT-C-Kats wurde entsprechend „still und leise“ gesegelt.

„Es gibt noch reichlich zu ändern, verbessern, trimmen,“ tönt es aus dem Technik-Team. „und schließlich müssen die Jungs intensiv auf den Kats trainieren, damit sie mit den Besonderheiten des Flügelriggs klarkommen!“.

C-Cat, Hydros, TPT-Material

Die ersten Testschläge bei größtmöglicher Diskretion © Hydros

Nach Wasserung des zweiten Hydro-TPT-Kats in den nächsten Tagen sollen beide Teams unter ähnlichen Bedingungen trainieren, wie sie in Falmouth vorherrschen könnten. Deshalb verlagerte das Hydros-Team seine Werkstatt vom Stammsitz am Genfer See nach Südfrankreich in ein 150 qm großes Zelt mit strikt limitiertem Zugang. Die „Little AC’ler“ nehmen es offenbar ähnlich bierernst wie die großen Kampagnen beim America’s Cup.

 

 

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Michael Kunst

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4 Kommentare zu „Little America’s Cup: Revolutionärer Hydros-Class-C-Katamaran auf Jungfernfahrt.“

  1. avatar <°((( ~~< sagt:

    Das klingt zwar so weit ganz interessant, aber wer erklärt mir denn, was an der herausgestellten Thin Ply Technology (TPT) so besonderes ist? Außer bekannten Verfahren wie Wabensandwich oder so, mein ich…

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  2. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    TPT bedeutet anscheinend nichts anderes, als daß die Fasern als dünne Tapes verarbeitet und optimal in Kraftrichtung ausgerichtet werden.
    Siehe http://www.thinplytechnology.com/Products/tabid/19987/language/en-US/Default.aspx

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  3. avatar andreas borrink sagt:

    TPT ist im Grunde nicht wirklich neu. Es ist einfach die konsequente Umsetzung der alten Erkenntnis, dass dünnere Einzellagen im Vergleich zu dickeren bei gleichem Fasergewicht mehr Festigkeit in einem Laminat bringen. Eigentlich alter Wein in neuen Schläuchen; verwunderlich, dass man das offenbar patentieren konnte.

    Zum einen sind die Faseranteile höher (die Fasern dominieren die Festigkeit eines Laminates, das Harz spielt eine weniger wichtige Rolle), zum anderen werden einzelne Faserlagen (Tapes) in einem viel feineren Muster (Winkel, Stärke) entsprechend den zu erwartenden Kraftverläufen im Bauteil verlegt, als das per Hand möglich ist. Da gibt es dann keine Faser, die sozusagen überflüssig (weil nicht optimal orientiert) im Laminat “herumliegt”. Das ist allerdings teuer, weil nur maschinell machbar; man braucht einen Tapeleger, ähnlich dem, der die 3DL Segel baut.

    Hinzu kommen noch Harzsysteme, die für dünne Laminate optimiert sind, was dann noch ein paar Festigkeitsprozente bringt.

    Wegen der vergleichsweise hohen Kosten wird TFT bis auf weiters wohl “exotischen” Teile wie Helikopterrotoren und allerlei Rüstungszeugs vorbehalten bleiben. Naja, und eben Schweizer Katamaranen……

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 1

    • avatar Super-Spät-Segler sagt:

      Wow! Danke für die ausführliche Erklärung!
      Dann ist auch klar, warum sie auf der Website so rumschwallern. Alter Wein mit neuem Namen 🙂

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