Malizias Schwesterschiff mit „doppeltem Knickspant“: So wird auch Boris Herrmanns neuer IMOCA aussehen

Zwischen Trauer, Hoffnung und Unsicherheit

Der Stapellauf eines neuen IMOCA ist normalerweise ein Festtag. Bei der Feier von Thomas Ruyants neuem IMOCA in Lorient war die Stimmung jedoch deutlich komplexer. Segelreporter war vor Ort. Was die Form über Herrmanns neues Flaggschiff aussagt.

Thomas Ruyant
Thomas Ruyant vor seinem Boot, das er im Rennen vielleicht nie segeln wird. © miku

Eigentlich hätte es in Lorient allen Grund zum Feiern gegeben. Der Neubau von Thomas Ruyant ist das erste Boot einer neuen Generation, die gemeinsam von den Teams TR Racing, Malizia und Banque Populaire entwickelt wurde. Der Rumpf gibt damit zugleich einen Vorgeschmack auf Boris Herrmanns neuen IMOCA, der auf demselben Konzept basiert und auch in Kürze gewassert wird.

Doch über der Veranstaltung lag eine ungewöhnlich nachdenkliche Atmosphäre. Das Publikum bestand überwiegend aus Teammitgliedern, deren Familien und den üblichen Gästen aus der Segelszene von Lorient La Base. Von der Aufbruchsstimmung, die einen solchen Moment normalerweise begleitet, war nur wenig zu spüren.

Thomas Ruyant
Gut zu sehen: die angewinkelte Ruderkonfiguration. © miku

Bereits zu Beginn seiner Ansprache sorgte Ruyant für einen emotionalen Moment. Er erinnerte an Charlie Dalin und bat die Anwesenden um eine Schweigeminute. Der Franzose wirkte sichtlich bewegt – mit geröteten Augen. Die Stimmung war eher von Nachdenklichkeit geprägt als von Euphorie über einen spektakulären Neubau.

Im Hintergrund schwebte zudem weiterhin die ungeklärte Zukunft seines Projekts. Zwar war mit Alexandre Fayeulle, dem Chef und Freund des langjährigen Partners Advens, eine Schlüsselfigur anwesend, der im April 2025 das Ende der Unterstützung bekanntgegeben hatte, doch konkrete Signale für ein künftiges Engagement blieben aus.

Einerseits äußerte Ruyant die Hoffnung, das neue Boot bis zur Route du Rhum und möglicherweise sogar beim Ocean Race einsetzen zu können. Andererseits sprach er später in seinen Dankesworten über Advens in der Vergangenheitsform. Fayeulle, dem der neue IMOCA nun gehört, ließ sich dabei keinerlei Regung anmerken. Es gilt nach wie vor: Wenn Ruyant keinen Geldgeber findet, bleibt das Boot an Land. Aber was, wenn es auch keinen Käufer findet? Bleibt Fayeulle auch dann hart?

Muss sich Boris Herrmann Sorgen machen?

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