MidsummerSail: 18 Yachten ereichten in Töre/Schweden die nördlichste Tonne der Ostsee

900 Meilen für ein Bild

Zur fünften Auflage der MidsummerSail, der längsten Regatta in der Ostsee, gab es zwar eine neue Wertung für die schnellen Trimarane, aber der Streckenrekord fiel nicht. Immerhin holte sich die „Wilde Perle II“, eine Dragonfly 28 Performance, den Sieg.

Die “Wilde Perle II” von Karlheinz Müller und Martin Lindner erreichte das Ziel in Töre nach sechs Tagen. Foto: MidsummerSail

In einem Rennen mit wechselhaften Segelbedingungen von stürmischen Winden bis hin zu langen Flautenphasen benötigten Skipper Karlheinz Müller und sein Co Martin Lindner für die 900 Seemeilen von Wismar in den äußersten Norden des Bottnischen Meerbusen 6 Tage und 49 Minuten. Sie durften sich in diesem Jahr als erste auf der Tonne vor Töre fotografieren lassen – Beleg dafür, die Herausforderung geschafft zu haben.

Der Rekord aus dem Vorjahr mit 5 Tagen, 17 Stunden und 38 Minuten durch den 40-Fuß-Mono „Pure“ bleibt indes bestehen. „Es war sehr anstrengend, erst Starkwind, dann Flaute. Die Tage wurden länger und länger, und die Sonne stand endlos über der Ostsee. Es war fantastisch. Das Beste ist, dass wir gewonnen haben“, sagte Karlheinz Müller. Er verwies mit der fünf Stunden später einlaufenden „Firlefanz“ von Onno Thedinga einen weiteren Tri, eine Dragonfly 35, auf Platz zwei.

Rüdiger Schwarz war auf seiner “Gecko” allein unterwegs. Foto: MidsummerSail

Als erster Monohull ging die „Universitas“, eine Farr42 IRC um Skipper Jannis Kaminski-Reith, nach 6 Tagen, 7 Stunden, 14 Minuten, 7 Sekunden als Gesamtdritte über die Linie. Der ASV Rostock ist Wiederholungstäter bei der MidsummerSail. 2017 hat der ASV das Rennen gewonnen.

Als wahre Helden dieser Langstrecke erwiesen sich aber die Segler der kleinen Yachten bzw. mit kleiner Crew. So wurde Solo-Segler „Rüdiger Schwarz“ mit seiner Dragonfly 25 sport „Gecko“ mit dem Preis für die kleinste Crew im Ziel ausgezeichnet. Er benötigte 7 Tage, 11 Stunden und 57 Minuten. Fast doppelt so lange war die „Kostbar“ unterwegs. Die kleine Kievit 680, von Skipper Samuel Tonne war das kleinste Boot im Ziel. Skipper Tonne überquerte die Ostsee mit seiner Crew Maike Wohlfahrt und Marielouise Lehner in 13 Tagen, 4 Stunden und 53 Minuten und kam damit als 18. und letzte Yacht im hohen Norden an. Sechs Boote hatten das Rennen aufgegeben.

Kalle Dehler ging mit Tochter Rebecca ins Rennen. Foto: Axel Schmidt

Viel Lob für die Veranstaltung gab es von Kalle Dehler. Er war mit seiner Tochter Rebecca auf der „Sporthotel“ ins Rennen gegangen und kam nach knapp über 7 Tagen als sechste Yacht ins Ziel. „Es ist eine Regatta für ein Bild. Das Bild auf der Tonne am Ende der Ostsee ist der Antrieb“, sagte Dehler, freute sich aber auch über das lang anhaltende Licht. „Taschenlampen, Kopflichter und Navibeleuchtung braucht man hier oben nicht. Tolle Strecke, da ist Fastnet nichts dagegen. Das wird der Ostsee-Klassiker. Top!“

Ergebnisse

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

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