Mini 6.50: Am Sonntag startet Les Sables-Azoren-Les Sables – Riechers greift nochmals an!

Einmal Azoren und zurück

Sables - Azoren - sables, Mini 6.50, Riechers

Start zum Prolog – das Rennen wurde aber wegen Gewitter abgebrochen © sas

Ob Riechers einen Rückstand von 74 Punkten aufholen kann? Der beste Deutsche Mini-Segler will alles geben für den Titel „Champion de Course au Large en Solitaire”. Wie einst 2010… 

Mal eben rüber zu den Azoren und zurück: Für viele der etwas engagierteren Fahrtensegler in Frankreich und Spanien ist die Strecke eine Art Highlight, für einige Hochseeregattasegler eine beliebte Aufwärm- und Trainingsstrecke für den Sprung über den Großen Teich. 

Die Mini-6.50-Segler haben daraus vor 12 Jahren eine Regatta gemacht, deren Abenteuer- und Spaßfaktor von vielen Ministen sogar noch über die Mini Transat gestellt wird. Denn alles, was des Ministen Herz erfreut, wurde sorgfältig in dieses Rennen namens Les Sables – Acores – Les Sables gepackt: Tagelange Einsamkeit auf Hoher See, unberechenbare Seegebiete ( Biskaya, Kap Finisterre), das Risiko auf große Flautengebiete zu treffen (die es mit minimaler Wetterinformation über Langwellen-Radio zu umfahren gilt), das nicht minder große Risiko von schlechtgelaunten Tiefs gejagt zu werden, die Mensch und Material aufs Äußerste testen wollen. „2540 Seemeilen gilt es gesamt, aber in zwei Etappen nach und von Horta zu segeln – für die meisten schon Abenteuer genug! 

2540 Seemeilen in zwei Etappen

Nicht weniger als 59 der 6.50 m kurzen, aber hoffnungslos übertakelten und dennoch hochseefähigen Boote treffen sich am Sonntag hinter der Startlinie vor Les Sables d’Olonnes, dem berühmten Starthafen der Vendée Globe. 45 Serien-SkipperInnen und 14-Prototypen-Spezialisten werden sich nach dem Signal um 13:02 Uhr so richtig die „Kante geben“ – ein Meldeergebnis, mit dem sich die Klassenvereinigung überaus zufrieden gibt. 

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Immer wieder klasse vor den Mini-Rennen: Stimmung im Hafen von les Sables © sas

Das Rennen gehört der Kategorie A an, und hat somit den gleichen Bewertungsfaktor wie die berühmte Mini Transat. Für viele Ministen, die im nächsten Jahr an der berühmt-berüchtigten Transatlatik-Regatta teilnehmen wollen, ist das Rennen Les Sables – Acores – Les Sables der ultimative Test, ob sie den Strapazen des großen Sprungs überhaupt gewachsen sind. 

Aus deutscher Sicht hat das Rennen dieses Jahr einen besonderen Wert. Zwar gibt es nur einen deutschen Starter, doch der will mit dem „Törn zu den Azoren“ die französische Einhand-Langstrecken-Meisterschaft gewinnen – Jörg Riechers. 

Ein Deutscher am Start – und der will aufs Podium

Letztes Jahr erreichte Riechers bravourös Rang 2 bei der Mini Transat in der besonders heiß umkämpften Prototypen-Klasse, und in der Saison 2018 will er mit der Meisterschaft (Championnat de France de Course au Large en Solitaire, die er übrigens 2010 schon mal auf seinem Prototypen „mare“ gewinnen konnte) seine endgültigen Akzente in der Klasse setzen. 

Allerdings liegt Jörg Riechers derzeit mit 146 Punkten auf Rang 3 der Rangliste – die beiden vor ihm platzierten Franzosen Francois Jambou und Erwann le Mené haben sich mit 201 und 220 Punkten eine deutlich bessere Ausgangslage aufgebaut. Doch d dass kommende Rennen einen deutlich besseren Bewertungsfaktor aufweist als die bisherigen, kann Jörg Riechers noch so einiges „reißen“. Vorausgesetzt, die Wettergötter und Taktik-Sirenen spielen mit. 

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Jörg Riechers ist hoch motiviert © OTG

Beinahe hätte der Offshore Team Germany-Segler seine Teilnahme beim SAS absagen müssen, da kurz nach dem (für ihn etwas suboptimal verlaufenen – SR berichtete) Mini Fastnet-Rennen ein schwerer Schaden an seinem Plattbug-Renner „Lilienthal“ bemerkt wurde: Achsenbruch an der Kielaufhängung. Doch mit vereinten Kräften wurde der Mini-Prototyp mit der markanten „Magnum-Nase“ wieder auf Vordermann gebracht. 

Bestbesetztes Feld 2018

Jörg Riechers: „Das Boot ist fertig und mit der erfolgreich durchgeführten Kielreparatur sollten die Speedmankos vom Mini Fastnet ausgebügelt sein.

Meteorologisch gestaltet sich das Rennen diffizil. Bis Cap Finistere dürfte alles recht simpel mit stabilien Ostwinden im Inneren Golf von Biscaya bleiben. Danach wird es schwierig und unberechenbar mit Westwind und sehr vielen Flautenlöchern. Das Feld ist das am besten besetzte dieses Jahr – mit 5 Booten, die gewinnen können. Lilienthal gehört mit zu dieser Gruppe, aber aufs Podium zu kommen wird kein Selbstgänger. Wir sind jedoch auf einem guten Weg!“

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2.540 Seemeilen müssen sie auf ihren “rasenden Kisten” segeln © sas

Für Riechers wird die Regatta Les Sables – Acores – Les Sables das letzte große Rennen in diesem Jahr sein. „Danach laufen dann nur noch die Vorbereitungen für Jörg’s Teilnahme an der Vendée Globe,“ berichtet OTG -Manager Jens Kuphal. Ab Herbst stehe dann die Übergabe von „Lilienthal“ an Morten Bogacki an (SR berichtete), vorausgesetzt, man findet einen Sponsor für die Mini Transat 2019. 

Tracker

Nachtrag: Sascha Bade, zweiter deutscher Teilnehmer bei SAS, wurde leider in der Teilnehmerliste übersehen. Sorry dafür.

© classe mini

Der 44-Jährige ist auf dem Pogo 3 “Salt” (919) unterwegs und hat bereits im vergangenen Jahr bei der Mini Fastnet und bei Lorient Bretagne Sud teilgenommen. 2018 segelte er bei der Trophée Marie Agnes Peron auf Rang 37 in der Serienwertung. 

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Michael Kunst

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3 Kommentare zu „Mini 6.50: Am Sonntag startet Les Sables-Azoren-Les Sables – Riechers greift nochmals an!“

  1. avatar RS sagt:

    Danke für die Einstimmung. Mit der 919 haben wir übrigens noch einen zweiten deutschen Teilnehmer am Start.

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  2. avatar Michael Kunst sagt:

    jau,irgendwie durchgerutscht, wurde nachgetragen

    Grüße von

    miku

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  3. avatar addi sagt:

    War eben auch in Les Sables. Es ist eine unglaubliche Stimmung vor Ort gewesen. Wenn man am Steg der Minis entlang ging hat es förmlich geknistert!

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