In Lanzarote hat ein erstes Kräftemessen der deutschen Spitzensegler stattgefunden. Insbesondere die deutschen ILCA-7-Segler basteln an ihrer Hackordnung nach Philipp Buhls DSV-Eklat. Nik Aaron Willim meldet sich nach langer Krankengeschichte eindrucksvoll zurück. Schultheis/Rieger im 49er auf Platz drei.

Vor fast genau zwei Jahren erschien Nik Aaron Willim das letzte Mal auf den internationalen Ergebnislisten im ILCA 7. Bei der Trofeo Princesa Sofía segelt er im Weltklassefeld von 184 Booten auf Platz 11. Nicht schlecht, aber auch nicht gut genug, um Philipp Buhl bei der letzten Olympiaqualifikation zu schlagen. Dieser platzierte sich auf Rang drei und wehrte damit den letzten Angriff des Herausforderers um das Olympiaticket für Marseille 2024 ab.

Willim hatte zuvor Buhl schon bei der Deutschen Meisterschaft geschlagen und überraschend auch bei der Qualifikation für das Paris Test Event auf dem Olympiarevier 2023. Aber als es bei den folgenden WMs 2023 und 2024 darauf ankam, waren die Plätze 16 und 14 nicht genug, um Buhl zu verdrängen. Er schien sich noch etwas gedulden zu müssen, bis der sieben Jahre ältere Kontrahent die Waffen streckt.
Aber davon war der inzwischen 29-jährige Willim weiter entfernt, als es die Wettkampfergebnisse und Weltranglistenplatz 6 im Jahr 2024 glauben machten. Im Herbst 2024 offenbarte er, seit Jahren während der Belastungen dauerhaft unter schweren Kopfschmerzen zu leiden. Im Training und bei Wettkämpfen halfen nur Medikamente – und kosteten viel Energie.

Als sich abzeichnete, dass sich die Situation auch nach der verlorenen Marseille-Qualifikation nicht verbesserte, beschäftigte sich der Kieler mit dem Ende seines Olympia-Traums. „Die Ärzte sind ratlos“, schrieb er an seine Unterstützer. „Ob Zahnärzte, Neurologen, Psychologen oder Orthopäden – sie alle haben mir ihre besten Ratschläge gegeben, aber die Ursache bleibt unklar.“

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