„Bounty“-Untergang: Coast-Guard-Rettungsschwimmer geehrt

„Außergewöhnlicher Mut auf See!“

Rettungsschwimmer bargen unter dem Einsatz ihres Lebens 14 Menschen von der sinkenden „Bounty“. Video der Rettung und Zeitstrahl vom Verlauf des Unglücks.

Der  2013 IMO Award for Exceptional Bravery at Sea ist keine Ehrung, die einfach mal so an VIPs oder Schreibtischtäter vergeben wird. Die Auszeichnung “Außergewöhnlicher Mut auf See“ muss sich gerade in Zeiten, da weltweit jede Minute des Tages ein Rettungsteam zu einem Einsatz gerufen wird, schwer verdient werden. Dass dabei häufig auch Retter ihr Leben lassen, ist eine Tatsache und unterstreicht nur den Mut all’ derjenigen, die dennoch Tag für Tag unter teils grauenhaften Bedingungen immer wieder „hinaus fahren“, um anderen in Not zu helfen.

Beklemmende Atmosphäre bei der Rettung © coast guard

Beklemmende Atmosphäre bei der Rettung © coast guard

14 Überlebende, eine Tote, ein Vermisster

So auch am 29.Oktober 2012. Hurrikan „Sandy“ wütete bereits an der südlichen Ostküste der USA, als der Dreimaster „Bounty“, eine Replik des berühmten Meuterer-Schiffes „HMS Bounty“ ausgerechnet in Richtung Hurrikan segelte – offenbar gemäß der mitunter täuschenden Seefahrerweisheit: „Bei Sturm ist das Land der größte Feind aller Schiffe“. Oder “jagte der Kapitän tatsächlich den Thrill in den Stürmen?

In mehr als 10 m hohen Wellen bei bis zu 140 km/h Windstärke schlug die Bounty leck, kenterte und begann langsam zu sinken. 14 Besatzungsmitglieder konnten sich auf Rettungsinseln in vorläufige Sicherheit bringen, eine junge Frau starb, der Kapitän, verantwortlich für die Fahrt in den Sturm, ist offenbar mit seinem Schiff untergegangen.

Die beiden Rettungsschwimmer Haba und Todd waren auf zwei unterschiedlichen Rettungshubschraubern eingeteilt, als der Küstenwachen-Flughafen Elizabeth City, North Carolina, um Hilfe für die Havarierten auf See angerufen wurde.

Rettungshubschrauber CG 6012 war nach einem ungefähr einstündigen Flug entlang der Sturmflanke im strömenden Regen und bei sehr starken Böen bei der halb gesunkenen „Bounty“ angekommen. Um das Schiff trieben Wrackteile und mehrere Rettungsinseln.

ein berühmtes Schiff sinkt – und 16 Personen müssen gerettet werden. © coast guard

ein berühmtes Schiff sinkt – und 16 Personen müssen gerettet werden. © coast guard

Zwischen 10 m hohen Wellen

Rettungsschwimmer Haba wurde in die stürmischen Fluten abgeseilt. Eine Stunde lang zog er schwimmend die Überlebenden aus der Rettungsinsel zum ca. 50-75 m entfernt „wartenden“ Rettungskorb, mit dem die Geretteten an Bord des Hubschraubers gezogen wurden.

Haba kämpfte gegen bis zu 10 m hohe Wellen, schwamm aber unermüdlich seinen Einsatz. Irgendwann riss ihm eine besonders heimtückische Welle die Schutzbrille vom Gesicht. Mit erheblich eingeschränkter Sicht und bald starken Schmerzen in den Augen rettete er noch zwei weitere „Bounty“-Überlebende aus den Rettungsinseln, bevor Haba total erschöpft als Letzter in die Höhe gezogen wurde.

Todd erreichte an Bord des zweiten Hubschraubers ungefähr eine halbe Stunde später die sinkende „Bounty“. Der Rettungsschwimmer wurde sofort in die turbulente See geschickt. Als er die zweite Person zum Lift-Korb zog, brachte eine besonders große Welle die Rettungsinsel mit 4 weiteren Personen zum Kentern. Todd knotete am Treibanker der Insel „Handgriffe“ für die nun im Wasser Treibenden und brachte sie alle Vier sicher in den Hubschrauber über ihnen.

Das Video zeigt in nüchterner und bedrückender Atmosphäre mit Original-Ton, wie Schwimmer und das Hubschrauber-Team mitten in diesem fürchterlichen Sturm ihr Leben für andere aufs Spiel setzen.

Zeitstrahl des "Bounty"-Untergangs © Coast guard

Zeitstrahl des “Bounty”-Untergangs © Coast guard

Prädikat: ein Muss für alle, die wahres Heldentum zu schätzen wissen.

Das „Zeitstrahl“ über den Untergang der „Bounty“ zeigt minutiös den Beginn und Fortgang der Katastrophe während des Hurrikans „Sandy“. (Englisch)

avatar

Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

2 Kommentare zu „„Bounty“-Untergang: Coast-Guard-Rettungsschwimmer geehrt“

  1. avatar Immanuel sagt:

    Der ist aber echt cool der Schnorchelmann!!! Wahnsinn, wie der am Fließband rettet!
    Bitter dass ihm die Flossen schon angewachsen sind.

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

  2. avatar stephan sagt:

    Irgend wann wird das “National Transportation Safety Board” den offiziellen Unfalluntersuchungsbericht veröffentlichen, dann gibt es vermutlich auch einen genauen zeitlichen Ablauf. Ich finde es im positiven Sinn bemerkenswert, dass alle Geretteten im Video Überlebensanzüge anhatten, ob das auf den Nachbauten historischer Schiffe hier auch Standard ist?

    Ansonsten meinen tiefen Respekt für diejenigen die immer wieder ihr Leben riskieren um anderen zu helfen, ob USCG oder DGZRS bei uns!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *