Transat Jacques Vabre: Dick/Beyou mit “Virbac” wieder voraus; Stamm rettet seine Yacht

"Wir leben Seglers Traum"

Gerade mal die Hälfte geschafft!

Die Class 40 haben gerade erst die Hälfte geschafft, geben aber Vollgas. © TJV

Bei den Class 40 zeichnet sich ein ähnliches Szenario ab: Der Kampf um Rang 3 hat noch einiges an Spannung zu bieten. Heute morgen 8 h krabbelte “40 Degrees” mit Hannah Jenner, der ex Partnerin von Anna-Maria Renken, wieder aufs virtuelle Podium, das sie durch eine relativ nördliche Routenwahl vor 4 Tagen abgegeben hatte. Hinter ihnen Aasberg und Lovgren auf “Solo”, knappe 40 sm zurück.

An der Spitze cruist einsam und mit beruhigendem Abstand von 135 sm auf die Zweitplatzierten nach wie vor “Aquarelle” mit Bestaven und Drouglazet an der Pinne. Ihr letztes Communique an die Regattaleitung spricht Bände:

"Aquarelle" mit den Favoriten Bestaven und Drouglazet liegen über 120 Meilen in Führung. © TJV

„Wir haben zwar gerade etwas weniger Wind, aber so ist das eben, es geht immer auf und ab. Wir sind im Passat-Rhythmus, d.h. wir krachen weniger in die Wellen, können uns gut ernähren und erholen uns beim Schlafen, oft sogar draußen unterm Sternenhimmel. Zwar scheint die Sonne und wärmt uns bestens auf, aber es ist noch nicht zu heiß. Kurz: bei einem Speed von 8-10 kn leben wir gerade Seglers Traum!“

Zwar müssen sie noch ein Auge auf die Zweitplatzierten von “eRDF” mit dem Paralympics Sieger Damien Seguin werfen, doch der dürfte mittlerweile aufgrund der etwas zu südlichen Route ihre Ambitionen auf Rang eins aufgegeben haben und nur noch nach hinten absichern.

Es sei denn… 2.300 sm haben die Class 40 noch vor sich, etwas mehr als die Hälfte der Strecke ist gerade mal geschafft. Da warten noch einige (derzeit) unberechenbare Faktoren auf die Boote! Vor allem der letzte Tausender in der Karibischen See könnte nochmals Action bringen: Für die IMOCAs, die bald in diese Zone einfahren, sind schon mal Böen bis zu 35 kn angesagt.

Stamm rettet seine Yacht

Bernhard Stamm musste per Helikopter von seiner neuen IMOCA 60 "Cheminées Poujoulat" abgeborgen werden, hat sie aber kurz vor dem Untergang wiedergefunden und abgeschleppt. © TJV

Bernhard Stamms Schiff ist geborgen worden! Nachdem es vier Tage auf dem offenen Meer trieb, ca. ¾ voll lief, wurde es nach mehreren Versuchen vom internationalen Seenotrettungsdienst per GPS geortet und ein Bergungsschiff losgeschickt, das die havarierte “Cheminée Poujoulat” mit Tempo 1,5 kn in den Hafen schleppte. Mittlerweile arbeitet Stamms Team bereits an der erst acht Monate jungen Yacht, mit der

“Partouche”, mit der Axel Strauss an den Start gehen wollte, ist seiner südlichen Route (gezwungenermaßen) treu geblieben und segelt derzeit mit einem Abstand von 785 sm auf die führende Aquarelle auf Rang 9 (von 9). Moral von der G’schicht: Schönwettersegeln ja, aber erst zu gegebener Zeit!

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Michael Kunst

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9 Kommentare zu „Transat Jacques Vabre: Dick/Beyou mit “Virbac” wieder voraus; Stamm rettet seine Yacht“

  1. avatar Christoph sagt:

    Danke Jungs,

    ein klasse Artikel, ihr macht eurem guten Ruf, den ihr euch mittlerweile bei mir erarbeitet habt alle Ehre.

    Da macht das Lesen wirklich Spaß.

    tschüss

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 1

    • avatar Wilfried sagt:

      kann der Boss die Boss besser puschen oder ist das Boot umgebaut worden? Weiß jemand was?

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      • avatar felix sagt:

        Die aktuelle BOSS Yacht beim TJV und die BOSS Yacht beim BWR sind unterschiedliche Schiffe!!!
        Die aktuelle ist ein Farr Design (Ex BT & Ex Veolia/ 1. Route du Rhum 2010) und die BWR Yacht ist ein Juan K. Design….welches aber nach einem Refit leider nicht mehr so richtig funktioniert hat.

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        • avatar Carsten sagt:

          oh stimmt, das ist nicht die “Hugo Boss” vom Barcelona World Race. habe ich übersehen. dank für den hinweis!
          habe jetzt gelesen, dass die Juan K. “Hugo Boss” seit dem Fastnet Race einem erneuten Refit unterzogen wird. Zur Vendee soll dann dieses Schiff wieder eingesetzt werden, wenn es denn funktioniert. …edit

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  2. avatar Christian sagt:

    für meinen Geschmack ist hier ei wenig als zu vollmundig vom “überaus schwachen Auftritt der Hugo Boss beim Barcelona World Race” die Rede. Es sollte zumindest erwähnt werden, dass Skipper Alex Thomson wegen einer Blinddarm-OP sehr kurzfristig ausfiel und das gesamte Rennen von total überraschten Ersatzskipper Wouter Verbraak bestritten wurde. Dass der a) im Ziel ankam und b) mit dem 7. Platz nicht letzter war, finde ich eine bewundernswerte Leistung und alles andere als schwach.

    Dass das Design-Konzept des Bootes (2 to. schwerer als die anderen Open 60) beim BWR möglicherweise nicht aufgegangen ist, steht auf einem anderen Blatt.

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  3. avatar Christian sagt:

    Korrektur: Es muss natürlich heißen “Für meinen Geschmack ist hier ein wenig zu vollmundig…”
    sorry

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  4. avatar Bogus sagt:

    Moin,

    Alex Thomson hat das alte Boot von Roland Jourdain gekauft (ehemals BT, ehemals Estrella Damm) und ist nun mit 2,1 t weniger unterwegs. Siehe zum Beispiel :

    http://www.vendeeglobe.org/en/newswire/skippers/

    Alex Thomson (Hugo Boss) has acquired the former BT aboard which Sébastien Josse competed in the last Vendée Globe. It was also on this boat under the name of Veolia Environnement, that Roland Jourdain won the last Route du Rhum.

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  5. avatar NK sagt:

    Soweit ich weiß ist die jetzige Hugo Boss ein anderes Boot als das vom BWR. Mich hätte allerdings interessiert, wie Alex mit dem alten Boot gefahren wäre (auf welchem Rang er gelandet wäre). Das Konzept des alten Bootes war jedenfalls mutig und ist meiner Ansicht nach nie richtig von Alex in einem Rennen ausgefahren worden.

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  6. avatar Lars sagt:

    Was ist eigentlich mit Michel Desjoyeaux segelt der nur noch auf seiner MOD70 und lässt seine schöne neue Open60 seit dem BWR in der Box. Hat der es nicht nötig sein Boot zu testen und zu segeln? Auch auf der vendeeglobe Seite steht er nicht als starter. Hab ich irgendwas nicht mitbekommen? Hab ich was verpasst?

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