Transat Jaques Vabre: Jean-Pierre Dick und Jeremie Beyou siegen mit “Virbac-Paprec 3”

"Die Krönung einer verdammt guten Saison"

Die Topfavoriten Figaro Sieger Jeremy Beyou (l) und Barcelona World Race Sieger Jean Pierre Dick feiern ihren überlegenen Sieg in den frühen Morgenstunden. © Alexis Courcoux

Nach 15 Tagen und 18 Stunden passierten Jean-Pierre Dick und Jeremie Beyou  um 2h nachts Ortszeit (9 h MEZ) als Sieger der IMOCA (Open 60)-Klasse die Ziellinie des Transat Jacques Vabre in Puerto Limon/Costa Rica.

Sie vertäuten kurz darauf ihre Virbac-Pabrec als erstes Schiff dieser Regatta an der Kaimauer – die beiden schnelleren Multi 50-Trimarane, die noch im Rennen verblieben sind, müssen einen Umweg über Barbados fahren.

„Das ist die Krönung einer verdammt guten Saison!“ riefen die beiden unisono, nachdem sie traditionsgemäß ihre Signalraketen auf der Ziellinie abgefackelt hatten. Kunststück, nach  einem souveränen Sieg beim Barcelona World Race durch Jean-Pierre Dick und einem nicht minder eindrucksvollen Triumph von Jeremie Beyou beim Figaro Solitaire gingen die beiden im Team als klare Favoriten beim TJV an den Start. Und wurden ihrer Rolle mehr als gerecht!

Ihr Sieg beruht in erster Linie auf zwei brillanten, aber auch risikoreichen taktischen Entscheidungen. Am frühen Morgen des 6.November, auf Höhe der Azoren, bereitete sich das Feld der IMOCA auf den das dritte Tief vor, das sie bei dieser Regatta heftig durchbeuteln sollte.

Zieleinlauf der "Virbac Paprec" in der Dunkelheit vor Puerto Limon in Costa Rica. © Alexis Courcoux

Nahezu alle Konkurrenten drehten Richtung Süd ab, um sich vor dem angekündigten 45kn-Wind in Sicherheit zu bringen. Doch Virbac-Paprec bleiben auf westlichen Kurs, begleitet von Hugo Boss und Bureau Vallée.

Einen Tag später übernehmen Dick und Beyou die Führung im Rennen, die sie für die kommenden 11 Tage nicht mehr abgeben sollten  – sie reiten die (dann doch nicht ganz so starken) 35kn-Böen am besten ab, ihr Material hält, sie haben maximales Vertrauen ins Schiff und fahren permanent am Limit. Und somit Höchstgeschwindigkeit.

Erneute zwei Tage später hatten die Crews mit anderen Problemen zu kämpfen: Es flaute immer mehr ab, das Gros des Feldes war auf der Suche nach den ersten Passatwind-Zonen, um sozusagen auf den Zug in Richtung Karibik aufzuspringen. Dafür drehen die meisten erneut nach Süden ab, weil sie dort die vermeintlich ersten Passatlüftchen vermuteten.

Traumduo. Die besten Segler haben mit dem besten Schiff gewonnen. © Alexis Courcoux

Doch die sie saßen dabei einer Art Fata Morgana auf – was auf den Wetterroutern Wind versprach, entpuppte sich als Flautenloch. Selbstbewusst ließen sich  Dick und Beyou an der Spitze des Feldes nicht von der erneuten Kursänderung ihrer Verfolger nervös machen, blieben auf ihrem südwestlichen Kurs und am 11. November hatten sie schon einen Vorsprung von 305 sm auf den Bestplatzierten unter den südlicher Dümpelnden. „Wir haben uns zwar die richtige Route ausgewählt,“ erklärt Dick im Ziel, „aber das Risiko, Bruch zu fahren in den schweren Wetterpassagen, war enorm hoch!“

Die ziemlich sicher Zweitplatzierten Alex Thomson und Guillermo Altadill auf der Hugo Boss werden gegen 20h (MEZ) im Ziel erwartet. Die bestplatzierte Class 40 Aquarelle befindet sich derzeit 350 sm vor dem Antillenbogen und hat noch ca. 1300 sm (auf der geraden Linie) bis Costa Rica vor sich. Übrigens: Hanna Jenner (Ex-Partnerin der Deutschen Anne-Marie Renken) und Jesse Naimark-Rowse positionieren sich mit ihrer 40 Degrees gerade auf einem souveränen 3. Rang im Feld der Class 40. Hut ab!

avatar

Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/byt-til-nyt-dag

Ein Kommentar „Transat Jaques Vabre: Jean-Pierre Dick und Jeremie Beyou siegen mit “Virbac-Paprec 3”“

  1. avatar Heini sagt:

    Hut ab, der Dick hats einfach drauf!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *