Weltumseglung: Bourgnon/Beauvarlet rundum auf offenem Strandkatamaran

Alles andere als "Sofa"-Segeln

Bourgnon, weltumseglung, Strandkatamaran

Zu zweit allein:Bourgnon und Beauvarlet wollen rund um die Welt © menard

Kein Abenteuer für Normalsterbliche: Yvan Bourgnon und Vincent Beauvarlet wollen auf ihrem Spezialkat in 200 Tagen um die Welt segeln. Entlang des Äquators, mit 20 Zwischenstopps. Ein Irrsinn?

Achtung, nicht zur Nachahmung empfohlen! Was diese zwei Herren vorhaben, ist nur wenigen zuzutrauen – zum Glück gehören die beiden dazu. Der Schweizer Mehrrumpfspezialist Yvan Bourgnon und der französische Windsurfer und Hobie-Segler Vincent Beauvarlet (34)  wollen auf einem speziell für dieses Abenteuer gebauten, offenen Katamaran von Les Sables d’Olonnes nach Les Sables d’Olonnes (Vendée/Frankreich) segeln. Dazwischen werden ca.

Bourgnon, weltumseglung, Strandkatamaran

Auf den ersten Seemeilen gab es von allem etwas: reichlich Hack… © menard

50.000 gesegelte Kilometer liegen, ca. 20 Landgänge und etwa 10 Monate reine Segelzeit. Das Ganze ohne GPS, nur mit Sextant, bitteschön, die beiden wollen es sich ja auch nicht zu einfach machen!

Ein unkaputtbarer Kat – gibt es das überhaupt?

Das Boot, mit dem Bourgnon und Beauvarlet nunmehr seit dem 5.Oktober unterwegs sind, ist ein kleines technisches Meisterwerk, das im Sommer 2013 für die beiden in einer Werft in la Trinité sur Mer von einem Spezialistenteam gebaut wurde. 6,20 m lang, 450 kg leicht, konzipiert für zwei Segler, ohne Schlupfkajüte.

Der Riss stammt vom Schweizer Kat-Architekten Sebastien Schmitt, der bereits für Erfolgsmodelle wie die Decision 35 verantwortlich zeichnete. Die beiden Rümpfe sowie die Querverstrebungen sind aus Fiberglas und Carbon gebaut und sollen eine extrem hohe Festigkeit aufweisen. Zudem der Kat unsinkbar sein und die beiden selbst in den schwierigsten Situationen „über Wasser“ halten. Eine Rettungsinsel führen sie dennoch mit – vorsichtshalber!

Bourgnon, weltumseglung, Strandkatamaran

… und anschließende Totenflaute. Hier werden gerade die Klamotten getrocknet © menard

Zum Schlafen und als „Privatbereich“ dienen zwei Ausleger, die irgendwie an ein Sofa erinnern; und nein, den in der französischen Presse bereits aufgetauchten, makabren und geschmacklosen Vergleich mit einem Sarg wollen wir hier nicht anbringen.

Nach ersten Testschlägen unter eher ruppigen Bedingungen schwärmten die beiden von der Robustheit ihres ausgesprochen exotisch anmutenden Gefährtes. Bourgnon. „Das Boot segelt extrem schnell und ist relativ einfach zu handhaben. Es entspricht in jeder Hinsicht unseren Wünschen – wir werden uns so oft wie möglich während unserer Reise an der Pinne abwechseln, während der andere jeweils als „schlafender Ballast“ in Luv liegt.

Bourgnon, weltumseglung, Strandkatamaran

Navigiert wird ohne GPS, nur mit Sextant © menard

Oder sich in der Freiwache um Segelwechsel, Trimm, Nahrungszubereitung etc. kümmert!“  Apropos: Die beiden führen in erster Linie – ähnlich wie etwa die Vendée-Globe-Segler “Astronautenkost“ mit sich und wollen sich während der längeren Ozeanpassagen zudem von Fischen und Algen ernähren. „Wir sind uns völlig darüber im Klaren, wie verrückt unser Unternehmen ist,“ sagte Beauvarlet kurz vor dem Start in einem Interview. „Aber wir sind im gewissen Sinne auf der Route zurück zur Einfachheit – allerdings mit modernem Know-how!“

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Michael Kunst

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17 Kommentare zu „Weltumseglung: Bourgnon/Beauvarlet rundum auf offenem Strandkatamaran“

  1. avatar michael sagt:

    …. und ich dachte, die Langstrecken Regatta in Scharbeutz ist lang :-))

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Ketzer sagt:

    Nur Astronautennahrung? Mal sehen, wann die wegen Darmverschluß abbrechen müssen…

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  3. avatar x-claim sagt:

    Sinnloser Mist sowas!

    Was soll das? Und im Buch, oder Film muss man sich dann andauernd anhören, wie gefährlich das alles war…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 12 Daumen runter 13

  4. avatar nich schon wieder sagt:

    Kann man mit sowas Geld verdienen?

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    • avatar Sid Vicious sagt:

      Bestimmt mehr als mit blöden Fragen im Internet.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 28 Daumen runter 2

  5. avatar Christian sagt:

    Wenn Sie in 200 Tagen um die Welt wollen, ergibt das eine reine Segelzeit von 10 Monaten? Da stimmt doch was nicht ganz… oder? 😉

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  6. avatar Nambawan sagt:

    Ein ziemlich feuchtes Unterfangen! Bin gespannt, ob der Sofa-Kat das um den Erdball aushält…

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  7. avatar stefan sagt:

    …naja, verrückter als sein Bruder, der 1986 mit einem Freund zusammen mit einem gewöhnlichen Hobie 16 den Atlantik überquert hat, ist das auch nicht.

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    • avatar x-claim sagt:

      Stimmt, aber genauso sinnlos.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

    • avatar jorgo sagt:

      War kein gewöhnlicher 16-er! Das geht nämlich definitv nicht! Aber trotzdem natürlich Wahnsinn…. .

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      • avatar stefan sagt:

        …meine Quellen sagen das es eine war, hast du andere?

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      • avatar stefan sagt:

        ..okay, ich habe nochmal original nachgelesen. Und du hast recht, es warkein “gewöhnlicher 16”, denn es war ein 18 🙂 ….genauer ein Hobie 18 Magnum, also der mit den Auslegern zum sitzen. aber ansonsten hatte der Kat keine wirklich ungewöhnlichen Modifikationen. Und wie du schon sagtest: ein Wahnsinn!

        http://www.sail.ie/misc/cats_atlantic.htm#Tony%20Laurent%20and%20Daniel%20Prada

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        • avatar dubblebubble sagt:

          Apropos Hobie 18, mit so einem Teil haben auch in den Achtzigern zwei Wahnsinnige die Nordwestpassage geschafft. Damals war da noch richtig Frost und sie mussten den Kat teilweise über Eisfelder zerren um weiterzukommen.

          Dagegen mutet die oben beschriebene Reise fast wie ein Wellness-Trip an.

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  8. avatar Ja ne is klar sagt:

    Also ich finds ne geile Idee. Warum wird hier immer die SINNFRAGE gestellt? Dann kann ich auch gleich fragen, welchen SINN Segeln denn heute überhaupt noch hat.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 4

    • avatar stefan sagt:

      ….genau! Und jeder der schon mal einen Ozean segelnd überquert hat (egal in was für einem Boot oder Yacht), wird sich die Frage stellen, was das sollte 😉

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  9. avatar Chris sagt:

    woher nehmen die beiden das trinkwasser? navi ohne wettergeschützten kartentisch mit all den tabellen stelle ich mir auch nicht gar so einfach vor.

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  10. avatar TBC sagt:

    Hat da jemand n Helm gesehen? Wo sind die Helme?????? Man, in Deutschland hätten sie die nie so losfahren lassen……

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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