Weltumseglung: Bourgnon/Beauvarlet rundum auf offenem Strandkatamaran

Alles andere als "Sofa"-Segeln

Abenteurer par excellence

Yvan Bourgnon (42) ist ein Spezialist fürs Verrückte unter Segeln. Er schipperte schon mit als Kind mit seinen Eltern um die Welt, brachte sich 1995 mit einem Paukenschlag in die Mini-Szene einbrachte (Sieg Mini-Fastnet, Transgascogne und MiniTransat), segelte danach um Rekorde auf großen Multihulls und betreibt seit fünf Jahren konsequentes Downsizing, was die Größe seiner Untersätze anbelangt.

Im September 2010 überquerte er etwa auf einem Nacra F20 mit Jeremie Lagarrigue das Mittelmeer von Marseille nach Karthago /Tunesien – in 52:52 h. 2012 war er mit Sebastien Roubinet rund Kap Hoorn ebenfalls auf dem Nacra F20 unterwegs (450 sm in 60h). Im gleichen Jahr schaffte er den 24h-Weltrekord im offenen Katamaran vor Brasilien – 637 km!

Teaser der Weltumseglung mit guten Aufnahmen früherer Bourgnon-Abenteuer:

„Die Segelei vor Kap Hoorn war das Härteste, was ich bisher gemacht habe,“ erklärt Bourgnon. „Da unten wollte ich jedenfalls nicht mehr mit einem offenen Kat herumsegeln!“ Also legte er die Strecke seiner Weltumsegelung etwa auf die Höhe des Äquators, so dass er die großen Kaps vermeidet.

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Rund um die Welt – eine Strecke, die am Äquator ausgerichtet wurde © menard

Von den Kanaren aus geht es nach Guadeloupe, durch den Panama-Kanal zu den Galapagos-Inseln, nach Tahiti, dann zu den Fischies, nach Neukaledonioen, durch die Torres-Straße nördlich von Australien nach Indonesien, Sri Lanka, in den Oman, durchs Rote Meer, den Suez-Kanal und durchs Mittelmeer zurück an die Französische Atlantikküste.

Der erste Monat auf See

Der erste Monat auf See verlief vielversprechend. Boot und Crew haben sich aufeinander eingespielt, es wurde von Totenflaute bis zu tagelangem Sturm so ziemlich alles ausprobiert und gemeistert, was die Meere zu bieten hatten.  Nach ihrem Start in Les Sables d’Olonnes am 5. Oktober fuhren die beiden 65 Segelstunden später planmäßig den Hafen von La Corogne an, von wo aus sie auf direktem Weg zum nächsten Etappenort, die Kanaren, segeln wollten.

200 (geplante) Tage im Cabriolet – wie soll das nur gutgehen?

200 (geplante) Tage im Cabriolet – wie soll das nur gutgehen?

Doch nach neun weiteren Tagen auf See bei Sturm, aber auch nervenzehrender Flaute vor der spanischen Südküste, entschlossen sich Bourgnon und Beauvarlet zu einem ersten außerplanmäßigen Stopp ihrer Reise in Agadir/Marrokko, da ihre (sowieso knapp bemessenen) Essensvorräte schon zwei Tage über Plan gestreckt werden mussten. „Zudem hatten wir nur selten Anglerglück, es war einfach ein wenig „der Wurm“ drin in dieser Etappe!“

Außerdem gab es kleinere Reparaturen an Bord zu erledigen. „Doch insgesamt sind wir mit den Segeleigenschaften unseres Katamarans in allen bereits erlebten Extremsituation sehr zufrieden. Nur manchmal ist das Boot ein wenig zu robust: wenn wir in die Wellen krachen, spüren wir die Vibration des Schiffes bis in unsere Knochen!“

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Es könnte ja auch wildromantisch werden © menard

Vor wenigen Stunden sind die beiden nun in La Palma auf Gran Canaria angekommen. Hinter ihnen liegt eine ausgesprochen ruppige „Überfahrt“, aus den angekündigten 15-30 kn Wind sind ganz schnell 45 kn geworden.

Die beiden wechselten sich nicht nur an der Pinne ab, sondern auch mit schwerer Seekrankheit. „Kann angeblich jedem passieren, also warum nicht auch uns?“ gaben die beiden zu Protokoll. Die Weiterfahrt ist in 2-3 Tagen vorgesehen, wenn sich ein geeignetes Wetterfenster öffnet.

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Michael Kunst

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17 Kommentare zu „Weltumseglung: Bourgnon/Beauvarlet rundum auf offenem Strandkatamaran“

  1. avatar michael sagt:

    …. und ich dachte, die Langstrecken Regatta in Scharbeutz ist lang :-))

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Ketzer sagt:

    Nur Astronautennahrung? Mal sehen, wann die wegen Darmverschluß abbrechen müssen…

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  3. avatar x-claim sagt:

    Sinnloser Mist sowas!

    Was soll das? Und im Buch, oder Film muss man sich dann andauernd anhören, wie gefährlich das alles war…

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  4. avatar nich schon wieder sagt:

    Kann man mit sowas Geld verdienen?

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    • avatar Sid Vicious sagt:

      Bestimmt mehr als mit blöden Fragen im Internet.

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  5. avatar Christian sagt:

    Wenn Sie in 200 Tagen um die Welt wollen, ergibt das eine reine Segelzeit von 10 Monaten? Da stimmt doch was nicht ganz… oder? 😉

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  6. avatar Nambawan sagt:

    Ein ziemlich feuchtes Unterfangen! Bin gespannt, ob der Sofa-Kat das um den Erdball aushält…

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  7. avatar stefan sagt:

    …naja, verrückter als sein Bruder, der 1986 mit einem Freund zusammen mit einem gewöhnlichen Hobie 16 den Atlantik überquert hat, ist das auch nicht.

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    • avatar x-claim sagt:

      Stimmt, aber genauso sinnlos.

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    • avatar jorgo sagt:

      War kein gewöhnlicher 16-er! Das geht nämlich definitv nicht! Aber trotzdem natürlich Wahnsinn…. .

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      • avatar stefan sagt:

        …meine Quellen sagen das es eine war, hast du andere?

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      • avatar stefan sagt:

        ..okay, ich habe nochmal original nachgelesen. Und du hast recht, es warkein “gewöhnlicher 16”, denn es war ein 18 🙂 ….genauer ein Hobie 18 Magnum, also der mit den Auslegern zum sitzen. aber ansonsten hatte der Kat keine wirklich ungewöhnlichen Modifikationen. Und wie du schon sagtest: ein Wahnsinn!

        http://www.sail.ie/misc/cats_atlantic.htm#Tony%20Laurent%20and%20Daniel%20Prada

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        • avatar dubblebubble sagt:

          Apropos Hobie 18, mit so einem Teil haben auch in den Achtzigern zwei Wahnsinnige die Nordwestpassage geschafft. Damals war da noch richtig Frost und sie mussten den Kat teilweise über Eisfelder zerren um weiterzukommen.

          Dagegen mutet die oben beschriebene Reise fast wie ein Wellness-Trip an.

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  8. avatar Ja ne is klar sagt:

    Also ich finds ne geile Idee. Warum wird hier immer die SINNFRAGE gestellt? Dann kann ich auch gleich fragen, welchen SINN Segeln denn heute überhaupt noch hat.

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    • avatar stefan sagt:

      ….genau! Und jeder der schon mal einen Ozean segelnd überquert hat (egal in was für einem Boot oder Yacht), wird sich die Frage stellen, was das sollte 😉

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  9. avatar Chris sagt:

    woher nehmen die beiden das trinkwasser? navi ohne wettergeschützten kartentisch mit all den tabellen stelle ich mir auch nicht gar so einfach vor.

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  10. avatar TBC sagt:

    Hat da jemand n Helm gesehen? Wo sind die Helme?????? Man, in Deutschland hätten sie die nie so losfahren lassen……

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