Olympia 2020: Weniger Segel-Zuschauer erlaubt

Tsunami Angst

Die Organisatoren der Olympischen Spiele 2020 in Tokio haben beschlossen, die Zuschauerzahl für die Segelregatten um ein Drittel zu reduzieren. Sonst können sie bei einem Tsunami nicht schnell genug evakuiert werden.

In Qingdao waren es der dramatische Algen-Wuchs, in Rio die extreme Wasser-Verschmutzung in Tokio ist es nun die Tsunami-Gefahr. Die Segler schaffen es kurz vor Olympia immer wieder auch die Mainstream-Medien zu bedienen.

Das Szenario auf dem Olympia-Revier im Falle eines Tsunamis.

Diesmal überrascht es, wie präsent in Japan offenbar die Angst vor Unterwasser-Erdbeben und die damit verbundenen Riesenwellen ist. Die 14 Meter hohe Wasserwand, die 2011 für die Atom-Katastrophe in Fukushima gesorgt hat, steckt immer noch in den Köpfen. Mehr als 18.000 Menschen starben damals. Nicht auszudenken, wenn so etwas während der Olympischen Spiele passiert.

Diese Überlegung hat dazu geführt, dass die Organisatoren Szenarien durchspielen ließen, wie schnell im Fall der Fälle bei betreffender Warnung Gebiete evakuiert werden können. Dabei kam der Hafen von Enoshima, wo die Segelwettbewerbe stattfinden offenbar schlecht weg.

Als Folge davon hat das Organisationskomitee die Zahl der Segel-Zuschauer um ein Drittel gesenkt. Ursprünglich sollten bis zu 5.000 Personen die Regatten verfolgen können, aber nun wurde die Zahl auf 3.300 gesenkt.

Japan ist eines der seismisch aktivsten Länder der Welt. Besonders die Pazifikküste ist anfällig für starke Tsunamis, die durch Erdbeben ausgelöst werden. Und Regierungsexperten gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten 30 Jahre ein schweres Erdbeben im Großraum Tokio auftreten wird.

Simulationen haben ergeben, dass ein starkes Offshore-Beben einen großen Tsunami auslösen könnte, der innerhalb von Minuten das Ufer erreichen würde. Dann wäre die Zone, von der aus der die Zuschauer das Segeln sehen sollen, in sechs bis acht Minuten überflutet.

Die Organisatoren haben berechnet, dass sie durch die verringerte Zuschauerzahl zusammen mit den 2.100 Athleten und Mitarbeiter sowie 300 Reporter insgesamt 5.700 Menschen in kürzester Zeit evakuieren müssten. Diese Aufgabe könnten sie sicherstellen.

 

 

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Carsten Kemmling

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