Olympia: Weltseglerverband wird sich nicht um eine Kite Surf-Medaille bemühen

Ohne Kiter nach Tokio

Nach der Diskussion um die Segel-Disziplinen 2020 wollte World Sailing beim IOC noch eine elfte Medaille für die Kite-Foiler locker machen. Daraus wird nun aber nichts.

Kite Foil Gold Cup

Kite-Foiler auf dem Kreuzkurs. © Alexandru Baranescu/IKA

Seit das IOC im Mai 2016 Druck auf die Segler gemacht hat und die Diskussion um die Segeldisziplinen für 2020 wieder eröffnen wollte, war die World Sailing Sitzung im November 2016 mit Spannung erwartet worden. Würden die Olympiaklassen für Japan neu bestimmt?

Es hätte gute Gründe gegeben. Immer mehr prägen die Foiler das Gesicht des Segel-Spitzensports und sie wären eine gute Reaktion auf die Forderung des IOC nach einer größeren Attraktivität des Segelsports.

Olympia-Disziplinen bleiben bestehen

Aber die World Sailing Gremien reagierten überraschend konservativ und besannen sich auf einen Beschluss von 2013, die Olympiaklassen bis 2020 bestehen zu lassen. Allein der Nacra 17 wird nach einer Saison zum Foiler umgebaut.

Kite Foil

Die potenziellen Olympia-Kiter müssen warten.

Die in das Programm drängenden Kite-Foiler wurden damit vertröstet, dass World Sailing beim IOC darauf dringen werde, eine elfte Medaillen-Disziplin für die Kiter zu organisieren. Aber von diesem Plan hat der neue Weltsegler-Präsident Kim Anderson nun Abstand genommen.

Die Entscheidung fiel nach einem Treffen mit  IOC Präsident Thomas Bach in Lausanne. Anderson habe gesagt bekommen, dass Segeln im Vergleich zu anderen Sportarten schon jetzt eine überdurchschnittliche Athleten-Quote aufweise.

Nur Frauen hätten eine Chance gehabt

Außerdem haben nur vier mögliche Extra-Medaillen für alle 28 Sportarten zur Debatte gestanden. Darüberhinaus wäre eine elfte Segelmedaille zulasten der anderen Segeldisziplinen gegangen. Denn die maximale Athleten-Quote ist ausgeschöpft. Aus Gründen der Geschlechter-Gleichheit wäre auch nur ein Frauen-Event möglich gewesen.

Diese Nachricht trifft insbesondere Leonie Meyer hart, eine der besten deutschen 49erFX-Steuerfrauen. Nach der Trennung von ihrer Vorschoterin Elena Stoffers hatte sie auf die Kite-Foiling-Karte gesetzt und wäre für eine Olympiakampagne bestens gerüstet gewesen. Aber mit dem Board ist es nun nicht möglich. Die Kite-Foiler können allenfalls darauf hoffen, in Tokio als “Showcase-Event” auftreten zu dürfen.

Leonie Meyer, Kite Board

Leonie Meyer startete beim Kite Board Weltcup in Fehmarn. © Kite World Cup

Das IOC hält dennoch seinen Druck aufrecht, den Sport interessanter für die Jugend und mehr Zuschauer zu machen. Diesem Wunsch entsprechen 49er und Nacra mit neuen Medalrace Varianten. Die Skiffs wollen ihre Theatre-Style-Kurzrennen im schmalen Bojen-Korridor wieder aufnehmen. Die Nacras schlagen einen Kurs mit Raumschots-Start nach America’s Cup Vorbild vor.

 

 

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Carsten Kemmling

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