Olympisches Segeln: Aarhus richtete erste Regatta aus – Sieg für Kiter Jan Hauke Erichsen

Ausgerechnet die Dänen

Dänemark hat sich lange gegen eine Einreise ausländischer Gäste gewehrt, jetzt veranstalteten sie die erste internationale Regatta in den Olympia-Klassen seit Corona.

Jan Hauke Erichsen flog in der ersten Regatta seit Corona gleich zum Sieg. Foto: Erichsen

Der Andrang war zwar gering, aber immerhin kamen kleine Abordnungen aus Norwegen, den Niederlanden und Deutschland nach Aarhus. Und die Deutschen durften sich im Surfen und Kite-Foilen über drei Podiumsplätze freuen.

Mit den Anpassungen der Corona-Beschränkungen im Juni hatte sich der dänischer Segelverband dazu entschieden, die Regatta in Aarhus auszurichten. Ursprünglich war das Event als Vorbereitung auf die Olympischen Spiele gedacht. Das ist zwar hinfällig. Die dänischen Top-Segler waren aber vertreten, um wieder in den Rhythmus zu finden.

Die dänischen Top-Segler/innen trafen sich zu ihrem Heimspiel in Aarhus. Foto: Aarhus Sailing

Die Prominenz sorgte dann auch für die Siege. 2008-Olympiasieger Jonas Warrer gewann mit Vorschoter Jakob Precht-Jensen überlegen die 49er-Konkurrenz. Mit den Brüdern Lennart und Magnus Frohmann, die familiäre Bande nach Dänemark haben und in Aarhus wohnen, war auch ein deutsches Duo vertreten. Die Nachwuchsmannschaft, 2016 im O’pen Bic Welt- und Vizeweltmeister, landete auf Platz sechs.

Lennart und Magnus Frohmann leben in Aarhus und startete für den DSV bei dem Event. Foto: DSV

Erwartungsgemäß gab es weitere Heimsieg durch die Olympiadritte von 2016 und Weltmeisterin von 2019 Anne-Marie Rindom im Laser Radial sowie die aktuellen WM-Fünften der 49erFX Ida Marie Baad Nielsen/Marie Thusgaard Olsen. Durch den Auftritt der norwegischen Spitzenseglerinnen hatte das Feld durchaus internationales Niveau. Die WM-Zwölften Helene Naess/Marie Rönningen landeten auf Rang drei.

Interessant aus deutscher Sicht waren die Stehbrett-Segel-Konkurrenzen. Bei den Surfern kamen Vincent Langer und Michele Becker punktgleich auf die Plätze zwei und drei – geschlagen nur durch den Dänen Mads Jepsen. Langer hat seine Siegchance trotz fünf ersten Plätzen in den neun Läufen durch eine Frühstart-Disqualifikation vergeben.

Bei den Kitern konnte sich Jan Hauke Erichsen mit den dänischen Kitern messen. Foto: Aarhus Sailing

Glücklich mit seinem Auftritt im Norden war Jan Hauke Erichsen. Der Flensburger hatte die Kite-Foil-Konkurrenz aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden mit acht Siegen und zwei zweiten Plätzen fest im Griff, verwies die Dänen James Johnsen und Jan Blaesild, die vor zwei Jahren bei den Worlds an gleicher Stelle noch klar vor ihm platziert waren, deutlich auf die Plätze. „Die Wind- und Wetterbedingungen an den drei Renntagen waren sehr unterschiedlich. Ich war gut vorbereitet und habe mich sehr gefreut, endlich wieder auf den Rennkurs zu dürfen. Der dänische Seglerverband hat ein super Event unter Corona-auflagen veranstaltet“, berichtete der ehemalige 49er- und Nacra17-Segler.

Oben auf dem Treppchen: Jan Hauke Erichsen freut sich über den Sieg. Foto: Aarhus Sailing

Die Kite-Foiler planen nun mit der Europameisterschaft, die vom 18. bis 23. August vor Puck in Polen stattfinden soll. Die Einzel-WM, die in China geplant war, ist dagegen abgesagt. Hingegen soll die Mixed-WM, zukünftige Olympia-Disziplin für 2024, vor Torre Grande/Sardinien ausgetragen werden (13.-18. Oktober).

 

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

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