Route du Rhum: Sir Robin Knox-Johnston (75) segelt Open60 gegen die Profis

Grauer Ritter will nochmal

Der alte Mann und das Meer – Sir Robin will es nochmals wissen! © miku

Der alte Mann und das Meer – Sir Robin will es nochmals wissen! © miku

Er war der Erste, der einhand nonstop um die Welt segelte. Und er kann es auch im Alter nicht lassen: Knox Johnston meldete gestern zur “Route du Rhum”!

Die Gerüchteküche brodelte schon seit einigen Monaten – irgendetwas war rund um den Ritter Robin Knox Johnston „im Busch“. Er war im vergangenen Jahr ausgesprochen häufig als Steuermann oder Navigator bei Küsten- oder Hochseeregatten anzutreffen, er äußerte sich sehr interessiert an Abenteuern auf offenen Katamaranen im Stile eines Yvan Bourgnon und seinen Auftritt beim Sydney-Hobart-Race bezeichnete er schlicht als „Training für Größeres, das noch folgen wird!“.

Nach seiner legendären Weltumseglung © Henri Lloyd

Nach seiner legendären Weltumseglung © Henri Lloyd

Als der von der Queen zum Ritter geschlagene Übersegler dann auch noch seinen IMOCA Open 60 „Grey Power“ (!) bereits im Februar zu Wasser ließ, kochte das Gerücht um Sir Robin Knox-Johnston schier über: Will er nur ein paar Schläge im Solent segeln oder sich vielleicht als lebende Legende im Vorfeld der großen Hochseeregatten des Jahres zeigen (so wie er das vor der Vendée Globe gemacht hat)? Oder sogar bei den großen Events mitsegeln?

Seit gestern ist es „amtlich“: Sir Robin Knox-Johnston hat offiziell zur 10. Ausgabe der „Route du Rhum“ gemeldet – die legendäre Einhand Transatlantik-Regatta, die alle vier Jahre startet und dieses Jahr am 2. November von St. Malo/Bretagne nach Guadeloupe führen wird.

Für Knox-Johnston schließt sich mit der Meldung ein (Lebens)Kreis. Nachdem er  1968/69 als erster Mensch, der einhand nonstop auf seinem Holzboot „Suhaili“ die Welt umrundete und damit Weltruhm erlangte, wollte er sich in den darauf folgenden Jahren in der damals stark wachsenden Hochsee-Regatta-Szene etablieren. 1982 nahm er an der zweiten Ausgabe der „Route du Rhum“ teil: Auf dem 70-Fuß-Katamaran „Olympus III“ wurde er damals allerdings „nur“ 14ter.

Als Höhepunkt seiner Laufbahn nennt das erste Ehrenmitglied der „ISAF Sailing Hall of Fame“ Knox-Johnston allerdings nicht seine nonstop-solo-Weltumseglungspremiere: 1994 gewann Knox-Johnston zusammen mit Peter Blake die Jules Verne Trophy für die schnellste Weltumrundung unter Segeln – in der damaligen Rekordzeit von 74 Tagen, 22 Stunden, 17 Minuten und 22 Sekunden

Je oller desto doller © RdR

Je oller desto doller © RdR

Auf die Frage, was ihn denn nun als „Mann in den besten Jahren“ dazu bringt, ausgerechnet auf einem IMOCA Open 60 – eine Klasse, die nun wirklich sehr athletisch und anspruchsvoll einhand zu segeln ist – teilzunehmen, antwortete er:

„Während des Sydney-Hobart-Races 2013 wurde mir klar, wie sehr ich diese Erregung liebe und brauche, die mir Hochseeregatten bescheren. Und am liebsten bin ich auf See alleine, da fühle ich mich besonders wohl, ganz so wie zu Hause. Keiner kann dir helfen, keiner kann dich „fallen lassen“ –  man ist voll und ganz auf sich alleine gestellt. Ich kann morgen tot umfallen oder noch zwanzig Jahre leben – dazwischen will ich es richtig krachen lassen!“

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Michael Kunst

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