In der neuen Episode des SailGP-Video-Formats Racing on the Edge wird die Dramaturgie des Abu-Dhabi-Finals spannend nacherzählt, aber die komplizierte taktische Situation sehr verkürzt an einem scheinbar genialen Moment von GBR-Skipper Dylan Fletcher festgemacht. Dafür überrascht Slingsby mit einer Aussage über seinen „einsamen Weg“.
Als Oracle-Team-USA-Taktiker John Kostecki 2013 beim fünften America’s-Cup-Rennen in San Francisco in Führung liegend eine „Foiling Tack“ ansagt, ist dies der Anfang vom Ende seiner America’s-Cup-Karriere. Der 49-Jährige verliert dieses Duell, liegt -1:4 hinten und wird durch den zwölf Jahre jüngeren Ben Ainslie ersetzt. Danach schafft Oracle doch noch das 9:8-Wunder – insbesondere wegen technischer Fortschritte auf dem Amwindkurs. Kostecki aber wurde zum Sündenbock gemacht, und das vermeintlich für den beginnenden Niedergang entscheidende fatale Manöver wurde nach ihm benannt: JK.

Dabei war dieser Call nicht falsch. Kostecki wollte die hohe Geschwindigkeit vom Vorwindkurs beim Runden der Leetonne für die sofortige Wende nutzen, um weniger Zeit bei der Wende zu verlieren. Außerdem sollte er damit schneller in den bevorteilten Strömungsbereich bei Alcatraz gelangen. Das Ganze ging schief, insbesondere weil der große US-AC72 schlechter wendete als der Kat der Kiwis.
Der Name für das Manöver ist also eigentlich negativ besetzt, wird aber längst nicht mehr so bewertet. Nach dem jüngsten SailGP-Finale geht die Bewertung sogar in eine gänzlich andere Richtung. So soll das JK-Manöver die entscheidende, geniale Idee von Skipper Dylan Fletcher gewesen sein, mit der er seine Briten zum Zwei-Millionen-Dollar-Sieg geführt hat.
Schreibe einen Kommentar