Seesegeln: Regatten mit großer Crew sind wohl erst in zweiter Saisonhälfte möglich

Neue Projekte in der Warteschleife

Die Seesegel-Projekte mit großer Crew sitzen auf dem Trockenen, und sie werden wohl auch am längsten von allen Seglern auf einen Regatta-Einsatz warten müssen. Der Hoffnung des RVS-Vorsitzenden Bertil Balser liegt daher auf der zweiten Jahreshälfte.

Auch die neue “Halbtrocken” muss noch auf den Regattaeinsatz warten. Die ehemalige “Concubine” segelte zuletzt die Rolex-Klassiker in Australien. Foto: Rolex/Studio Borlenghi

„Ob wir in diesem Sommer Regatten mit großer Crew sehen werden, ist sehr fraglich. Doublehanded wird dagegen wohl einiges gehen“, sagt Bertil Balser. Was allerdings genau gehen wird, kann auch der RVS-Vorsitzende nicht beantworten: „Es ist schwierig, den Überblick zu behalten. Die Lage ist jede Woche anders, und die verschiedenen Bundesländer agieren völlig unterschiedlich. Ich hätte beispielsweise nicht gedacht, dass die Baltic 500 und das Pantaenius Rund Skagen eine Genehmigung bekommen.“

Fest steht, dass Regatten im Singlehand- und Doublehand-Modus die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln einhalten können. Bei großer Crew mit diversen Crewmitgliedern Schulter an Schulter auf der Kante müssen erst weitere Lockerungen beschlossen werden, bis es auf die Regattabahn gehen kann. „Da wird noch einiges Wasser die Elbe hinunterlaufen. Wir telefonieren als Klassenvereinigung viel mit den Veranstaltern vor Ort. Einige haben Hoffnung für die zweite Juli-Hälfte. Ich wäre froh, wenn es zumindest mit der Deutschen Meisterschaft zur Kieler Woche im September klappen würde“, so Balser.

RVS-Vorsitzender Bertil Balser (2. v. links) stellt sich auf einen späten Saisonstart ein. Foto: segel-bilder.de

In jedem Fall hat Corona den Regattaplan der Seesegler kräftig durchgeschüttelt. Das geplante Saisonfinale der RVS in Olpenitz, das im vergangenen Jahr seine Premiere feierte, muss in jedem Fall verlegt werden, da es nun mit der Kieler Woche kollidieren würde. Die weiteren Regatten des RVS-Inshore-Cups sind entweder ausgefallen (Maior) oder vakant (Travemünder Woche). Damit sind auch vorerst die Kontakte nach Schweden und Dänemark, die ggfls. mit Teams hätten auflaufen wollen, im Sande verlaufen.

Rolex Sydney Hobart

Die Mills 45 “Concubine” wechselt das Revier vom Rolex Sydney Hobart Race an die Ostsee. © Rolex/Studio Borlenghi

Dabei gibt es in diesem Jahr einige Aufsehen erregende neue deutsche Projekte in der Szene. So hat Michael Berghorn seine „Halbtrocken 4.0“ ausgetauscht. Aus der X41 ist eine Mills 45 geworden. Der Offshore-Renner stammt aus der Feder von Star-Designer Mark Mills, wurde bei PCT in Dubai gebaut und segelte in den vergangenen Jahren als „Concubine“ die großen Regatten in Australien. Von Adelaide aus kam die Yacht nach Deutschland und wartet nun darauf, sich auf der Regattabahn präsentieren zu können. Die Ziele liegen allerdings nicht mehr auf den Up-and-Down-Kursen, vielmehr peilt das Team die Teilnahme am Fastnet Race im kommenden Jahr an.

Im Winter kam die ehemalige “Azzurra” nach Greifswald und wurde für den Einsatz in Offshore-Rennen umgebaut. Foto: Imagine Sailing Team

Ebenfalls in Richtung der großen Hochsee-Klassiker schaut das „Imagine“-Segelteam von Holger und Felix Streckenbach, das im Winter die Ex-„Azzurra“ nach Greifswald geholt hat. Aus der erfolgreichen TP52, die 2012 auf Anhieb die 52 Super Series gewann, soll nun ein Offshore-Renner werden. Die Umbauten sind im Winter erfolgt. Neben der TP hat das Team auch noch eine X41 am Start.

Neuzugang in Lübeck: Die ehemalige “t-time” und jetzige “Dojo” von Jonas Franke. Foto: Franke

Und auch in Lübeck strebt ein Team nach Höherem. Jonas Franke hat seine Banner 28 „Brasso“ zwar weiterhin am Start, dazu kommt aber eine Archambault 34. Die ehemalige „t-time“ aus Stralsund, unter anderem im vergangenen Jahr Siegerin ihrer Klasse (ORC III) bei Rund Bornholm zur Warnemünder Woche, soll nun im frischen weißen statt bisher schwarzen Outfit als „Dojo“ an den Start gehen.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Seesegeln: Regatten mit großer Crew sind wohl erst in zweiter Saisonhälfte möglich“

  1. avatar Hanjo sagt:

    t-time kommt aus Stralsund

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