Segel-Sponsoring: Offshore-Profis in Nöten. Groupama streicht 17 Millionen Jahresbudget

Hochsee-Helden unter Druck

Als Franck Cammas und sein Team kürzlich in Auckland die vierte Etappe des Volvo Ocean Race gewannen, feierte Hauptsponsor Groupama dies noch als einen „historischen Erfolg im Hochseeregattasport“ und logischerweise als „Resultat einer weltweit funktionierenden Teamarbeit“ – ganz wie es die PR-Manager in ihren Richtlinien diktieren.
Aber nun hat Groupama offiziell angekündigt, dass man „sich vollständig aus dem Segel- und Fußball-Sponsoring zurückziehen werde“. Zuvor hatte die Gerüchteküche bereits monatelang genau dies vor sich hinköcheln lassen…
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Michael Kunst

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8 Kommentare zu „Segel-Sponsoring: Offshore-Profis in Nöten. Groupama streicht 17 Millionen Jahresbudget“

  1. avatar Ketzer sagt:

    “Und natürlich fiel den neuen Elite-Managern nichts Besseres ein, als drastische Sparmaßnahmen im Marketing- und Kommunikationsbereich anzukündigen, zu dem bekanntlich auch das Sponsorship in allen Facetten zählt.”

    Haha, seid Ihr etwa beleidigt? Kann das Verhalten von Groupama gut nachvollziehen, zumal die Budgets für Segelprojekte in den letzten Jahren vermutlich immer größer wurden. Ein Regattazirkus aus MOD70 Booten? Das hat schon was von Größenwahn. Jetzt schrumpft sich das ganze vielleicht etwas gesund.

    • avatar Klaus sagt:

      Seh’ ich genauso. Vielleicht begrenzt das etwas die Materialschlachten und öffnet damit den Sport für Leute mit überschaubereren Budgets.

  2. avatar Lionel Hutz sagt:

    Bref. La France, c’est geniale!

  3. avatar jl sagt:

    Ihr habt ja so recht!!!!!
    Euer Vorschlag ist vergleichbar mit dem, die Formel 1 in Zukunft mit Wohnmobilen zu fahren!!! Höchst interessant. Der Americas Cup und das Volvo Ocean Race ist doch das Salz in der Suppe, natürlich teuer und an der Grenze des Möglichen! Genau wie die Formel 1 und andere Hochleistungssportarten. Hier werden Grenzen ausgetestet und neue Materialien eingesetzt, für die es noch keine Berechnungsvorgaben gibt. Eine Herausforderung für Konstrukteure, Bootsbauer und Mannschaften die in den modernen Bootsbau einfließen.

    Die Alternative wäre eine Weltumsegelung mit Booten aus Bayern, in etwa so mitreißend wie das Musikantenstadl.

    • avatar Bernie E. sagt:

      Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Das Interesse an der Formel 1 wäre wahrscheinlich auch etwas geringer, wenn 2/3 des Feldes ins Ziel geschleppt werden müsste (z.B. weil sich wegen eines überraschenden Regenschauers die Flügel “delaminieren”) …

      Ich muss ganz ehrlich sagen, für mich ist das Konzept viel zu sponsorenlastig – hier geht es doch gar nicht mehr um den “Sport”, sondern ausschließlich um die Vermarktung. Ich würde mich nicht wundern, wenn bei den (unsinnigen) Inport-Races – für die die Boote nicht konstruiert wurden – jeweils die Boote brillieren, deren Sponsor im jeweiligen Hafen/Land stark vertreten ist. So sind ja wohl auch die Zieldestinationen festgelegt worden. Alleine schon der Transport auf Schiffen zum nächsten Ziel (Piraten) – hallo wo gibt’s denn so was?
      Wenn ein Großteil der Boote konstruktive Schwächen aufweist und sich teilweise schon in den ersten Tagen/Wochen des Races bei – wenn ich mich recht entsinne – 35 Knoten Wind “auflöst”, hat das eher was mit einer Versuchsreihe, als mit Bootskonstruktion zu tun. Da erwarte ich ehrlich gesagt von einem “erfolgreichen Konstrukteur” deutlich mehr! Hier hat man den Bogen – warum auch immer – so überzogen, dass letztendlich der Einäugige unter den Blinden vorne liegt…
      Und genau hier sind die Regelungen bei der Formel 1 offenbar deutlich feiner oder aber die entsprechenden Hersteller – hier bekannter als beim Segelsport – möchten sich nicht so eine Blöße geben und entwickeln deshalb zielorientierter. Ich will ja jetzt nicht unnötig spießig werden aber eigentlich hat das ja auch etwas mit der Sicherheit der Crews zu tun 😉

      Viele Grüße

  4. avatar Ketzer sagt:

    Dann guckst Du Dir die Berichte über die Mare an, die finde ich ehrlich gesagt genauso interessant wie die Katastrophenmeldungen vom Volvo Ocean Race. Size matters eben nicht.

  5. avatar Bernie E. sagt:

    Wahrscheinlich hat der desaströse Verlauf des VOR eine solche Entscheidung nicht gerade erschwert. Beim letzten Mal undichte Kielaufhängungen und jetzt auflösende Rümpfe. Das hat doch wenig mit Sponsoring-Profilierung über einen Wettkampf zu tun. Vielleicht sollte man sich zukünftig an Henkel (Pattex/Uhu), PU-Schaum- oder Silikon-Hersteller als Sponsoren wenden.
    Ich vermute, so eine Segelsportinterpretation ist für Sponsoren ähnlich interessant wie gedopte Fahrradrennen.

    VG

  6. avatar Stumpf sagt:

    Ein tolles faszinierendes Rennen! Schade, dass es so viele Ausfälle gibt. Umso erstaunlicher die Nonstop-Fahrt der BP5!

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