The Bridge: Queen Mary II siegt souverän – “Macif”, Gabart und Crew die Schnellsten unter Segeln

Bonjour New York

Unspektakuläre „Regatta“ zwischen den vier Ultim-Trimaranen. Macif siegt unangefochten, IDEC Zweite. Ein Leichtverletzter auf Sodebo. 

Es war eher eine Geste als ein Rennen: Nachdem die „Verteidigerin“ Queen Mary II fahrplangemäß am Wochenende als deutliche Siegerin der Regatta “THE BRIDGE” in New York angekommen war, haben nun auch alle vier „Herausforderer“ , die Ultim-Trimarane Macif, IDEC, Sodebo und Actual im Big Apple festgemacht. 

Das vollmundig angekündigte Rennen  zwischen dem Atlantik-Liner QM2 und den schnellsten Hochseerennern unter Segeln fand letztendlich nicht statt. Erwartungsgemäß zog die 345 Meter lange Kreuzfahrtriesin mit Hilfe von 117.000 PS den mit höchstens 630 qm Segelfläche bewehrten Ultim-Trimaranen (30 m Länge) davon (siehe SR-Bericht vom Start in St. Nazaire). 

Doch auch das erhoffte Rennen zwischen den Trimaranen über den Atlantik blieb (fast) aus. Zwar preschten Francis Joyon und Team auf der Jules Verne Trophy-Weltrekordmaschine IDEC direkt nach dem Start etwas unerwartet in Führung liegend los, doch Francois Gabart und Crew fingen auf „Macif“, dem längsten Schiff der kleinen Flotte, den „Ausreißer“ schnell wieder ein. Und wurden danach ihrer Rolle als derzeitiger Leitwolf des Ultim-Rudels mehr als gerecht. 

Doch nach anfänglich teils „netten Geschwindigkeiten um die 25 Knoten“ (Gabart) wurde es auf der Mitte des Atlantiks allzu „flau“. „Wo kein Antrieb ist, wird es wohl auch nie Geschwindigkeitsrekorde geben,“ sagte dann auch schulterzuckend Gabart im Ziel vor New York und spielte auf die von einigen Insidern zumindest erwarteten Geschwindigkeitsrekorde (24h) an, die man „am Rande noch schnell einheimsen wollte“. Teilweise dümpelten sogar die Boliden der Meere mit zwei bis drei Knoten Fahrt durch atlantische Flautenlöcher.

Dennoch lässt sich die Siegeszeit von Macif mehr als „sehen“: 8:00:31 Tage (3.582 sm, 18,61 kn im Durchschnitt) waren noch vor wenigen Jahren für eine derartige Strecke selbst bei hervorragenden Bedingungen kaum für möglich gehalten worden. IDEC brauchte 11 Stunden länger, was angesichts penetrant schwachwindiger Bedingungen auf der Zielgeraden vor der amerikanischen Westküste ebenfalls durchaus bemerkenswert ist. 

Auf der drittplatzierten „Sodebo“ gab es nach einer „überwiegend ruhig und wenig spektakulär verlaufenen Überfahrt“ (Einhand-Weltrekordsegler Thomas Coville) etwa 36 Stunden vor der Ankunft in New York doch noch einige Schreckminuten: In unruhiger See erlitt Crewmitglied Thierry Briend eine Kopfverletzung, die zunächst dramatisch wirkte, sich jedoch nach Behandlung einer Platzwunde als mittelschwere Gehirnerschütterung herausstellte. Die US-Küstenwacht und THE BRIDGE_Regattaleitung beschlossen nach eingehender Ferndiagnose, Briend nicht mit dem Hubschrauber zu evakuieren. 

Als letzter Ultim-Trimaran traf gestern nach 10:09:28 Tagen „Actual“ in New York ein. Die Crew des mit Abstand ältesten Hochseerenners (Skipper Yves le Blevec, Vendée Globe-Finisherin Samantha Davies und die beiden Mini-Segler Davy Beaudart und Stan Thuret) hatten bis zuletzt versucht, ihr Geschwindigkeitsdefizit durch strategische „Schachzüge“ wettzumachen.„Doch es gab einfach keine Alternativen zu den gefühlt ewig langen Am-Wind-Kursen auf 60 Grad. Ein Ausweichen etwa in südlicher Richtung wäre bei den anhaltenden Schwachwindphasen seglerischer Selbstmord gewesen!“ bedauerte Blevec. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit betrug dann auch „nur“ 14,5 Knoten.

So gab es denn auch nach dem „Rennen“ lediglich die üblichen Bekundungen, dass es mal wieder“heiße Duelle“ gegeben und man sich prächtig amüsiert habe. Schließlich sei ja sowieso alles als „Völkerverständigung“ zu verstehen gewesen. 

Was aber irgendwie von den New Yorkern respektive Amerikanern nicht so richtig „verstanden“ wurde. Denn nachdem die Queen Mary II und die Amerikaner bei ihrem spektakulären, fast gemeinsamen Start von zehntausenden Franzosen verabschiedet wurden, gab es im Big Apple nur ein sehr dürftiges Empfangskomitee. Erster Weltkrieg? Französischer Dank für amerikanischen Beistand auf den Schlachtfeldern? Eine Brücke zwischen den Nationen schlagen? – Okay, nächster Punkt auf der Agenda…

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Michael Kunst

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Ein Kommentar „The Bridge: Queen Mary II siegt souverän – “Macif”, Gabart und Crew die Schnellsten unter Segeln“

  1. avatar Seegurke sagt:

    Was für’n Rating hat den die QM?

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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