Vendée Globe: Samantha Davies und Jeremie Beyou zurück in Les Sables d’Olonnes

Großer Bahnhof für die Pechvögel

Heimkehr des Publikumslieblings © Olivier Blanchet

Heimkehr des Publikumslieblings © Olivier Blanchet

O doch, Samantha Davies bleibt sogar mit „gestutzten Flügeln“ noch der Publikumsliebling dieser Vendée Globe 2012/13! Das zeigten mehr als 15.000 Fans, als sie die „französischste aller britischen Seglerinnen“  mit Spruchbändern, Gesang und Gejohle auf der mittlerweile weltberühmten Mole von Les Sables d’Olonnes empfingen.

Es wirkte fast schon wie eine geschickte Inszenierung, denn Jeremie Beyou (Maitre Coq) kam nach seinem Kielschaden am gleichen Tagder zurück. Auch der zweite „Heimkehrer“  ist einer der großen französischen Sympathieträger dieser „härtesten Regatta der Welt“. Beiden war der „große Bahnhof!“ allerdings fast schon peinlich.

15.000 Menschen jubelten Samantha und Jeremie zu – sie sind zwar nicht die Sieger der Regatta, aber die Sieger der Herzen! © Olivier Blanchet

15.000 Menschen jubelten Samantha und Jeremie zu – sie sind zwar nicht die Sieger der Regatta, aber die Sieger der Herzen! © Olivier Blanchet

„Ihr habt hier was missverstanden,“ rief Samantha ihren Fans beim Anlegen im Hafen zu, „ich habe nicht gesiegt, sondern meinen Mast verloren und musste aufgeben!“  Und auch Jeremie äußerte sich eher verlegen: „Natürlich ist es wunderbar wenn man sieht, dass die Fans auch in schweren Stunden zu einem halten!“

Das sei wie am Krankenbett. Dieser Zuspruch helfe ihm, die bittere Pille seiner Havarie und anschließenden Aufgabe zu bewältigen. Beyou kollidierte mit einem UFO, wobei die Kopfspindel seines Schwenkkiels brach.

Zwei Pechvögel zurück im Medienrummel © Olivier Blanchet

Zwei Pechvögel zurück im Medienrummel © Olivier Blanchet

Davies kam bekanntlich der Mast entgegen, sie musste nach Madeira motoren und von dort mit einem Notrigg  nach Les Sables d’Olonnes mehr treiben als segeln .

Auf diesem entschleunigten Rück-Törn hatte Samantha Davies offenbar Zeit genug, um sich „seelisch-moralisch“ zu festigen. Jedenfalls bewältigte sie erneut bei bester Laune den „Willkommens-Zirkus“ mit Bürgermeister und Vendée-Globe-Veranstaltern, dem Bad in der Menge und VIP-Apéro, ähnlich souverän, wie sie schon die Woche vor dem Start zur Vendée Globe als Medien-Queen absolvierte.

Daumen raus und irgendwie zurück nach Hause © Samantha Davies

Daumen raus und irgendwie zurück nach Hause © Samantha Davies

Sogar ein Spruchband hatte sie vorbereitet, mit dem sie sich in bestem Französisch bei ihren Fans bedankte und versprach, „wieder zu kommen!“

Auf ihrem beschwerlichen Weg zurück nach Frankreich hatte Davies verschiedene Segelkombinationen am Notrigg gezeigt. Erst setzte sie ein Lasersegel, zeitweise einen Drachen oder aber auch eine rote Sturmfock.

Samantha Davies lässt sich von einem Drachen nach Frankreich ziehen. © Davies

Samantha Davies lässt sich von einem Drachen nach Frankreich ziehen. © Davies

Die britsche Skipperin freut sich auf Zuhause. © Davies

Die britsche Skipperin freut sich auf Zuhause. © Davies

Kreative Beseglung. Lasersegel als Vorsegel, Sturmfock als Groß. © Davies

Kreative Beseglung. Lasersegel als Vorsegel, Sturmfock als Groß. © Davies

 

 

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Vendée Globe: Samantha Davies und Jeremie Beyou zurück in Les Sables d’Olonnes“

  1. avatar 123 sagt:

    Vorm Wind segelt auch nen Haufen Stroh!
    Nur weg nach Luv schafft sie mit dem Setuo bestimmt nicht.

    Gibt es Infos, wie schnell sie mit dem Rigg war?

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  2. avatar hanseatic sagt:

    15000 Zuschauer um 2 segelnde Pechvögel willkommen zu heißen – wow! Die spinnen, die Gallier (im absolut positiven Sinne)!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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