Video: Maxi-Trimaran „Sodebo Ultim’“ aus der Möwenperspektive

Die Schöne ist ein Biest

Bis zum Horizont nichts als Meer und mittendrin ein wunderschönes 31-m-Biest. Doch das muss erst gebändigt werden…

Thomas Coville ist kein Typ der leeren Worte. Vor etwas mehr als einem Jahr kündigte er für die diesjährige Route du Rhum (RdR, Start November 2014) etwas „ganz Besonderes“ an, über den Winter verzog er sich mit Dutzenden Spezialisten zum Basteln in die Werfthallen und im Frühjahr präsentierte er schließlich die „Sodebo Ultim“ – einen gigantischen, 31 Meter langen und 21 Meter breiten Trimaran, früher besser bekannt unter dem Namen „Geronimo“.

Wow! © zedda

Wow! © zedda

Aus “etwas älter” mach “fast neu”

Der hatte zwar schon 100.000 Seemeilen geloggt, steht nun aber nach dem Refit (mehr als 7 Tonnen Gewicht wurden eingespart, die gesamte Konzeption des Schiffes auf Einhand-Betrieb ausgerichtet und alles auf den neuesten Stand der Technik gebracht) wie „aus dem Ei gepellt“ wieder da.

Um es kurz zu machen: Thomas Coville will, nach mehreren abgebrochenen Einhand-Weltumseglungs-Rekordversuchen, bei der anstehenden RdR als „erstes Schiff im Ziel“ endlich wieder Segelgeschichte schreiben.

Doch gerade Einhandsegler wissen um die Bedeutung der alten Regel „von nix kommt nix“, die wiederum im Umkehrschluss besagt: Üben, üben, üben.

Denn wer einen 31-Meter-Trimaran mit 663 Quadratmeter Segelfläche (unter Gennaker) bändigen will, muss ihn in jeder Situation aus dem Effeff kennen und beherrschen.

Geht's noch schöner? © Zedda

Geht’s noch schöner? © Zedda

„Natürlich sind große Mehrrumpfer nichts Neues für mich,“ erklärte Thomas Coville unlängst auf seiner Website. „Aber bei aller Schönheit ist dieser Trimaran irgendwo auch ein Biest!“

Sehen, hören, fühlen

Also fing auch Hochseeheld Coville wieder bei „Null“ an: Trainingsschläge entlang der Küste, die jeweils „nur“ 5-6 Stunden dauerten, wurden schließlich zu Tagesfahrten und 48-Stunden-Touren. Dabei simuliert Coville meistens nur das Solo-Segeln – vier bis sechs Segelkollegen sind immer an Bord, die für eine gewisse Sicherheit sorgen und die Bewegungsabläufe des Skippers analysieren, das Verhalten des Schiffes beobachten um entsprechende Verbesserungsvorschläge zu machen.

Bei 31 m Länge und 21 m Breite sollte der Einhandsegler gut zu fuß sein! © Zedda

Bei 31 m Länge und 21 m Breite sollte der Einhandsegler gut zu Fuß sein! © Zedda

„So oft es irgendwie geht mache ich alles alleine, damit ich mich von Anfang an so an das Schiff gewöhne, wie ich es später segeln will: Als Einhandsegler,“ erklärt Coville. „Aber ich muss zugeben, dass diese Einhand-Aufgabe keine einfache sein wird!“ So setzt Coville alle Segel grundsätzlich alleine, refft und wechselt die Vorsegel im Solo-Betrieb.

Coville wächst langsam in seine Aufgabe herein, fühlt sich als „Musiker, der ein neues Instrument erhalten hat und es nun richtig stimmen und fühlen muss!“

Bei der erwähnten 48-Stunden-Tour in der Biskaya verhielt sich die „Sodebo Ultim’“ erstaunlich ruhig, ließ sich relativ einfach steuern, ganz so, als hätte auch sie sich an den Skipper gewöhnt.

35 Knoten – einfach so…

„Mitten in der stockdunklen Nacht wurde es dann aber etwas ruppiger, wir hatten noch ziemlich viel Tuch stehen und der Wind frischte auf 28 Knoten auf. Ich steuerte aus dem Bauch heraus und war im Nu auf 35 Knoten Geschwindigkeit über Grund. Und gleichzeitig machte mir das Schiff deutlich, dass noch viel, viel mehr Potential in ihm steckt!“

Kleiner Mann auf großem Biest © zedda

Kleiner Mann auf großem Biest © zedda

In wenigen Tagen will Coville mit einer voraussichtlich fünfköpfigen Crew zu einem „Trainingsschlag“ über den Atlantik starten (Ziel ist der RdR-Hafen Guadeloupe), den Rückweg gen Frankreich bestreitet Coville dann tatsächlich alleine. Nicht zuletzt, weil er sich so für die Route du Rhum qualifizieren kann.

Website Sodebo

Kürzlich segelte Olivier de Kersauson, legendärer Ex-Skipper der “Geronimo”, zusammen mit Thomas Coville (“Olivier ist mein Lehrmeister!”) auf der “Sodebo Ultim'”. De Kersausons Kommentar: Es ist ein völlig neues Schiff geworden. Und es ist besser!”

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Michael Kunst

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2 Kommentare zu „Video: Maxi-Trimaran „Sodebo Ultim’“ aus der Möwenperspektive“

  1. avatar coist sagt:

    So ein grandioses Geschoss!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Segeltragzahlen
    Am Wind: 8,96
    Raumschots: 10,95

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

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