Weltmeisterschaften 49er, 49erFX, Nacra17, Laser: Heil/Plößel holen Bronze – Buhl segelt auf Goldkurs

Im Medaillenrausch

Sie sind absolute Weltspitze: Erik Heil und Thomas Plößel sprangen zum zweiten Mal in Folge bei der 49er-WM auf das Podium. Als Dritte von Geelong/Australien haben sie sich zudem vorzeitig das deutsche Olympiaticket gesichert und können sich nun konsequent auf die Spiele von Tokio vorbereiten, bei denen sie ebenfalls zu den heißen Anwärtern auf Gold, Silber oder Bronze gehören.

Nach Silber im November gewinnen Erik Heil und Thomas Plößel nun WM-Bronze vor Geelong/Australien. Foto: sailing energy

Auch bei den Skiff-Frauen lieferte das German Sailing Team eine starke Leistung ab. Victoria Jurczok/Anika Lorenz meldeten sich mit einem fünften Platz zurück in der absoluten Weltspitze und machen die deutsche Ausscheidung für Tokio wieder spannend. Vor der entscheidenden Regatta vor Mallorca (Princess Sofia Trophy) verkürzten sie den Rückstand auf Tina Lutz/Susann Beucke auf zwölf Zähler. Tina Lutz wurde nach dem Beinbruch von Susann Beucke mit Ersatzvorschoterin Lotta Wiemers starke Neunte vor Geelong.

Victoria Jurczok/Anika Lorenz haben nach WM-Platz fünf wieder Chancen auf das Olympia-Ticket. Foto: sailing Energy

Bei den Nacra17 segelten Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer auf Rang elf knapp am Medal Race vorbei, liegen damit aber auch auf Olympia-Kurs, da sie in der Nationenwertung Rang zehn belegen und damit die Forderungen des DOSB erfüllen, wenn sie zur Princess Sofia und Europameisterschaft ähnliche Resultate abrufen.

Herausragend präsentiert sich weiterhin Philipp Buhl bei den Lasern. Nach den ersten drei Wettfahrten in der Finalrunde verteidigte er mit den Plätzen 2, 3, 5 die Gesamtführung und liegt damit vor dem Abschlusstag weiterhin auf Goldkurs.

49er WM

Es war eine „Sprint-WM“ in der Port-Phillip-Bucht von Geelong. Nachdem der Auftakt wegen zu starker Winde davongeblasen wurde, musste auch Tag zwei der Finalrunde gecancelt werden, da einige Gewitterstürme über das Land zogen. So gab es schließlich nur einen verkürzten Finaltag mit zwei Gruppenrennen und schließlich dem Medal Race. Und Heil/Plößel standen nach einem durchwachsenen Start in die Finalrunde unter Druck. Die Teamkollegen und Konkurrenten um das Olympiaticket, Justus Schmidt/Max Boehme, saßen ihnen im Nacken, die Medaillenplätze waren etwas außer Sicht geraten.

Die Medalraces im Nacra17/49erFX/49er. Heil/Plößels Sieg im Finale ab 1h30min:

Doch die Olympiadritten und Zweiten der WM von 2019 meisterten die Situation souverän. Mit den Rängen 5 und 4 in den beiden Finalläufen schoben sie sich in das Anwärter-Trio für Silber und Bronze. Gold war vor dem Medal Race bereits wieder an die neuseeländischen Superstars Peter Burling/Blair Tuke vergeben, die mit zwei Siegen zum Abschluss der Finalrunde alles klar gemacht hatten.

In einer eigenen Liga segelten am Finaltag Peter Burling und Blair Tuke, die schon vor dem Medal Race Gold sicher hatten. Foto: sailing energy

Im Medal Race legten Heil/Plößel dann noch eine Schippe drauf, gewannen den doppelt gewerteten lauf und schoben sich damit von Rang vier noch auf den Bronzeplatz. Leidtragende waren die Österrreicher Benjamin Bildstein/David Hussl, die als Vierte nach einer starken WM, in der sie zeitweise die Führung inne hatten, mit der Holzplakette zufrieden sein mussten. Hinter Burling/Tuke auf Rang zwei schoben sich die Spanier Diego Botin/Iago Lopez Marra. Justus Schmidt/Max Boehme erreichten ebenfalls das Finale der besten Zehn, landeten schließlich auf Platz neun. Damit haben sie in der Olympiaqualifikation aber einen zu großen Abstand auf Heil/Plößel, um in der abschließenden Ausscheidung vor Mallorca das Blatt noch wenden zu können. Die zweimaligen WM-Medaillengewinner von 2019 und 2020 werden Deutschland also mit großen Hoffnungen vor Enoshima vertreten.

WM-Endstand 49er

49erFX WM

Lotta Wiemers (links) zeigte eine starke Vorstellung als Ersatz für Susann Beucke und segelte mit Tina Lutz auf Platz neun. Foto: sailing energy

Wieder offen ist der Kampf um das deutsche Olympia-Ticket bei den Skiff-Frauen. Nachdem Victoria Jurczok/Anika Lorenz zur WM 2019 vor Auckland/Neuseeland die Top-20 verpasst hatten, meldeten sie sich nun eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. Nachdem zum WM-Auftakt Tina Lutz mit Ersatzvorschoterin Lotta Wiemers stark aufgetrumpft hatte und zunächst die WM-Führung übernahm, kamen Jurczok/Lorenz immer besser in das WM-Geschehen hinein. Am Finaltag schien sich das Blatt im deutschen vergleich noch einmal zurückzudrehen. Während Jurczok/Lorenz in den beiden abschließenden Gruppenrennen nur schwache Ergebnisse einfuhren, zogen Lutz/Wiemers durch die Plätze 4 und 3 noch einmal vorbei. Im abschießenden Medal Race segelten Jurczok/Lorenz aber noch auf Platz zwei und kletterten auf Rang fünf, während Lutz/Wiemers auf den neunten Platz abrutschten. Zur letzten Runde der Ausscheidung, zur Princess Sofia, werden noch einmal maximal 25 Punkte vergeben. Aktuell steht es 28:16 für Tina Lutz, die dann wohl wieder mit Susann Beucke segeln kann. WM-Gold vor Geelong gewannen Tamara Echegoyen/Paula Barceló aus Spanien.

WM-Endstand 49erFX

Nacra17 WM

Am Schlusstag der ebenfalls vor Geelong ausgetragenen WM der Olympia-Katamarane gelang es Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer nicht mehr, in das Medal Race einzuziehen. Die Ergebnisse in den WM-Tagen waren am Ende zu wechselhaft und pendelten zwischen Rang drei und Platz 29. WM-Gold ging an die Briten John Gimson/Anna Burnet.

WM-Endstand Nacra17

Laser WM

Philipp Buhl diktiert derzeit das Geschehen bei der Laser-WM. Foto: Tom West

Nach der Absage der ersten Tags in der Goldgruppe mussten die Laser-Segler bei Bedingungen zwischen 18 und 25 Knoten gleich drei Rennen segeln und kamen erschöpft vom Wasser. „Es war extrem anstrengend. Aber ich bin ziemlich zufrieden mit dem Verlauf“, sagte Buhl. Völlig zurecht kann der Sportsoldat zufrieden sein, denn mit drei weiteren Topergebnissen (2, 3, 5) bleibt er an der Spitze. Verfolger Jean Baptiste Bernaz (Frankreich) erwischte seglerisch zwar einen Top-Tag, kassierte aber eine Frühstart-Disqualifikation und darf sich nun keinen Patzer mehr erlauben. Buhl ist dagegen mit ausschließlich Top-5-Ergebnissen vor dem Abschlusstag mit drei weiteren Rennen in einer komfortablen Situation im Kampf um die Medaillen, denn Rang vier ist bereits 25 Punkte zurück.

Laser-WM Zwischenstand

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

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