Wie bei Robinson: Segler durch SOS-Zeichen am Strand von einsamer Insel gerettet

Spuren im Sand

Der Plot dieser Geschichte mag aus einem Hollywood-Blockbuster stammen. Drei vermisste Segler sind von der australischen Marine mit Unterstützung der US-Luftwaffe auf einer einsamen Insel entdeckt worden, nachdem sie ein SOS in den Sand geschrieben hatten.

Die Segler waren Ende Juli vom Poluwat Atoll in Mikronesien zu einem 25-Meilen-Törn aufgebrochen, der sie zu ihrer Heimat-Insel Pulap bringen sollte. Mikronesien ist ein über sieben Millionen Quadratkilometer großes Gebiet im westlichen Pazifischen Ozean, das mehr als 2000 tropischen Inseln und Atolle umfasst. Es beinhaltet die Föderierten Staaten von Mikronesien die sich aus mehr als 600 kleinen Inseln zusammensetzen.

Die Orte des Geschehens.

Das 23 Fuß lange Segelboot kam aber nie am Zielort an. Die drei Männer wurden als vermisst gemeldet. Sie waren vom Kurs abgekommen, hatten offenbar technische Probleme und schließlich nicht ausreichend Treibstoff an Bord.

Nach langer Drift von mehr als 100 Meilen strandeten sie schließlich auf der unbewohnten Insel Pikelot. Vier Tage richteten sie sich auf dem Eiland ein, bauten eine Hütte und hofften, mit einem in den Strand gemalten SOS-Buchstaben auf sich aufmerksam machen zu können. So ähnlich, wie es Tom Hanks im Film Outcast vorgemacht hatte.

Die Australier sind am Strand bei den Schiffbrüchigen gelandet. © Australian Defence Force (ADF)

Tatsächlich wurde die Mitteilung im Sand von einer US-Flugzeugbesatzung entdeckt, die sich vom Luftwaffen-Stützpunkt Guam aus an der Suche nach den Männern beteiligt hatte. Die unbewohnte Insel, auf der die Segler strandeten, liegt etwa 800 Kilometer südlich von Guam.

Der US-Pilot erklärt später, dass seine Crew am Ende des möglichen Such-Radius angekommen war und umdrehen wollte. Man habe aber einigen Regenschauern ausweichen müssen und dann plötzlich die Insel gesehen. Sie entschieden sich für einen Überflug und entdeckten das SOS-Zeichen.

Die Amerikaner informierten daraufhin die australische Marine, die sich mit ihrer HMAS “Canberra” in der Nähe befanden auf dem Weg zwischen Australien und Hawaii. Sie schickte zwei Bordhubschrauber und eine Crew entdeckte das riesige SOS in der Nähe eines kleinen Behelfsunterstands am Strand. Sie landete auf der winzigen Insel, versorgte die Männer medizinisch, übergab Nahrung und Wasser und wies einem mikronesisches Patrouillenschiff den Weg, das die Gestrandeten schließlich abholte.

Rettungsaktion der US Navy 2016 nach der Entdeckung von SOS-Buchstaben. © US Navy

Der Trick mit den Buchstaben im Sand scheint also tatsächlich nicht nur im Film zu funktionieren. 2016 wurden drei Männer nach einer Woche auf dem unbewohnten mikronesischen Atoll Ost-Fayu gefunden, nachdem sie HELP auf den Strand geschrieben hatten. Kurz danach gelang der US-Navy auf der selben Insel die Rettung eines Paares, nachdem sie die SOS-Zeichen entdeckt hatte.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Wie bei Robinson: Segler durch SOS-Zeichen am Strand von einsamer Insel gerettet“

  1. avatar prospero sagt:

    Ich glaube, das waren keine Segler, sondern Leute, die mit einem Motorboot von Insel zu Insel unterwegs waren. Das offene Boot mit Außenborder ist in dem Video deutlich zu sehen. Von daher auch die Problematik mit dem Spritmangel. Die Verwechslung beruht wahrscheinlich auf einem Übersetzungsfehler der dpa-Meldung: Das englische Wort “sailor” bedeutet sowohl “Segler” als auch einfach nur “Seemann”- Google translate sei Dank.

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