Wiederbelebte Tradition bei der Nordseewoche: Ehrenvolle Belohnung für die schnellste Yacht

Rennen um die "Heilige Flagge"

Es war 1925, als die Nordseewoche zum ersten Mal nach – und rund um Helgoland ging. Die Gemeinde Helgoland hatte zu diesem Anlass erstmals die „Heilige Flagge“ ausgelobt. Die nach gesegelter Zeit schnellste Yacht auf der Regatta Rund um Helgoland sollte sie verliehen bekommen. Damals gewann die „Ashanti II“ von Heinz Harmssen aus Bremen und erhielt als erste Yacht die Flagge.

Schon ein Jahr später, 1926 lobte die Gemeinde Helgoland erneut eine „Heilige Flagge“ aus. Vermutlich ebenfalls für die nach gesegelter Zeit schnellste Yacht auf der Regatta Rund um Helgoland. Damals wurde die Yacht „Tebeta“ aus Bremen mit der Flagge ausgezeichnet.

Am 10. Oktober 1926 sank die „Tebeta“ vor Blexen im Orkan. Ihr Anker hatte nicht gehalten und die Yacht trieb gegen einen vor Anker liegenden Dampfer. Dabei soll sich der Anker der „Tebeta“ in der Kette des Dampfers verhakt haben. Dies soll der Crew der Yacht ermöglicht haben, auf den Dampfer überzusteigen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der Mast der „Tebeta“ brach bald, die Ankerkette ebenfalls. Die „Tebeta“ versank auf  in der Weser.

Damit war die zweite „Heilige Flagge“ von Helgoland „frei“ geworden, denn diese wurde an die Yacht selbst verliehen, nicht an den Skipper oder Eigner. Deshalb entschied man 1927, die Flagge erneut auszuschreiben. Diesmal für Yachten mittlerer Größe. Gewonnen wurde sie von der „Cilla III“, eines Herrn Jacobsen aus Kiel.

Im Jahr 1928 wurde die „Heilige Flagge“ letztmalig ausgeschrieben. Damals in der Klasse der kleineren Boote, die immerhin 8 KR groß waren. Aus heutiger Sicht würde man diese Yachten zu den größeren Booten zählen. Gewonnen wurde die „Heilige Flagge“ 1928 von der „Schwalbe“. Deren Eigner war Jürgen Friedrich Schaper aus Hamburg.
Nach 1928 wurde die „Heilige Flagge“, deren Zusatz „heilig“ sich aus der alten Bezeichnung der Insel Helgoland als „Heiligland“ ableitet, nicht mehr ausgeschrieben. Doch die zuletzt vergebene Flagge existiert noch und befindet sich im Besitz von Jürgen Friedrich Schapers Schwiegertochter, Marlies Schaper.

Die Urkunde zur Heiligen Flagge. Foto: Kay Rothenburg/SVAOe

Im Jubiläumsjahr wird die „Heilige Flagge“ nach Helgoland heimkehren. Am Freitagabend vor Pfingsten, so planen es die Macher der Nordseewoche, wird Marlies Schaper selbst, die Flagge an die Gemeinde Helgoland zurückgegeben. Inselbürgermeister Jörg Singer wird stellvertretend für die Helgoländer die „Heilige Flagge“ in Empfang nehmen. Zukünftig soll diese im Foyer des Helgoländer Rathauses für jedermann zugänglich ausgestellt werden. Die Übergabezeremonie selbst, wird im Festzelt der Nordseewoche stattfinden.

Im Gegenzug wird die Gemeinde Helgoland zukünftig jedes Jahr eine neue „Heilige Flagge“ stiften. Diese neue „Heilige Flagge“ wird zukünftig beim Capitell Cup Rund Helgoland für wechselnde Klassen, nach berechneter Zeit ausgeschrieben. In diesem Jahr wird die Flagge unter den Yachten der Klassen ORCi 1 und ORC Club 1 ausgesegelt. Die Übergabe der ersten neuen „Heiligen Flagge“ wird am Sonnabendmorgen vor Pfingsten im Helgoländer Rathaus stattfinden.

Die “neue” Heilige Flagge weht probehalber über Hamburg-Blankenese.

Die Flagge wurde von Nordseewoche Team-Mitglied Toni Gerken (www.gerken-druck.de) nach dem Vorbild des Originals von 1928 hergestellt.

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