Youth Worlds: Zwei x Bronze – Mühle/Möller im Nacra 15 und Steinlein/Plettner im 420er

Starker Auftritt

Mühle/Möller – da, wo sie hingehören: vorne! © youth worlds

Großes Kino im Nacra und 420er bei den Youth Worlds im polnischen Gdynia. Silas Mühle zeigt jetzt schon Potential für Olympia 2024 vor Marseille.

Die Youth Worlds ist die wichtigste Jugendregatta der Welt und wird vor allem als „Meistermacher“ in der Szene hoch angesehen. Hier gewannen bereits die ganz Großen wie die Doreste Brüder, Russel Couts oder Robert Scheidt, bevor sie im Olympia-und/oder America’s-Cup-Zirkus höchst erfolgreich wurden (SR-Bericht). 

Gemischte Serie

Entsprechend hoch ist der dritte Rang von Silas Mühle bei den Nacra 15 zu bewerten. Der Sohn des erfolgreichen Hochseeseglers Thomas Friese (Thomas I-Punkt-Team) segelte diesmal mit Vorschoterin Levje Möller gegen eine 21 Nationen starke Konkurrenz – und zeigte vor allem gegen Ende der Rennserie Nervenstärke. 

Silas Mühle, der auch schon im foilenden Nacra 17 (Olympiaklasse) auffiel, lieferte in der ersten Hälfte der gesamt 13 Rennen eine relativ stabile Rangfolge: 1, 15, 3, 1, 3, 12, 1 zeigten eine Menge Potential und ließen zunächst sogar auf einen Gesamtsieg hoffen. 

Eines der attraktivsten Jugendboote: Nacra 15 © youth worlds

Doch in der zweiten Hälfte kassierte das junge Team einen 18. (Streicher), 17. und 16. Rang – ein Absturz in der Gesamtwertung war somit nicht auszuschließen. Mit einem Sieg im 12. Rennen zeigten die Beiden dann wieder volle Klasse – zumindest Rang 3 schien gesichert und eine Silbermedaille in Reichweite. Doch Platz 17 im abschließenden Rennen sorgte dann nochmals für hektische Rechnerei an Land und auf dem Wasser. denn die (später viertplatzierten) Spanier schafften hier Rang 2 und kamen an die Deutschen bis auf einen Punkt Rückstand heran. 

Die Australier Cooley/Hancock zeigten mit souveränen 48 Gesamtpunkten, dass man auch im Nacra 15 durch konstante Leistungen in den Top Ten Regatten gewinnen kann – ohne „dauernd“ erste Ränge zu segeln. Lediglich im letzten Lauf konnten sie sozusagen symbolisch einen Sieg einfahren, um dennoch mit 22 Punkten Differenz auf die zweitplatzierten Franzosen zu triumphieren. 

Potentiale vorhanden

Silas Mühle zeigte jedenfalls erneut, dass er genug Potential hat, um Deutschland bei einem der kommenden Olympischen Spiele auf dem Nacra zu vertreten. Für Olympia 2020 dürften zwar noch Paul Kohlhoff und Alicia Stuhlemmer „die Nase“ vorne haben – doch vielleicht reicht es den heutigen Jungstars ja für den großen Wurf vor Marseille bei Olympia 2024. 

Typische 420er-Action © isaf

Eine ebenfalls starke Leistung lieferten Theresa Steinlein und Lina Plettner im 420er ab. In dem traditionell stark besetzten Feld aus 24 Teams segelten sie in neun Rennen auf die Plätze, 4, 3, 2, 6 und 5 – leisteten sich aber auch drei 10. Plätze. Mit einer Gesamtpunktzahl von 50 Zählern sicherten sie sich so mit drei Punkten Vorsprung vor Argentinien und 13 Punkten vor den traditionell sehr starken Französinnen einen nahezu unbehelligten Bronzeplatz. Das spanische Team zeigte gewohnte 420er-Stärke auf dem Silberrang und die US-Amerikanerinnen Hawkins/Yoshiyasu siegten souverän mit 26 Punkten. 

Ergebnisse

Youth Worlds

Die Weltmeisterschaften im Jugendsegeln sind aufgezogen wie Olympische Spiele. Die neun Klassen sollen das sportliche Segeln der Elite-Klassen abbilden. Es gibt pro Nation und Disziplin  jeweils nur einen Startplatz. Nationale Qualifikationen entscheiden über die Vergabe der Tickets. Allerdings gibt es eine Obergrenze für das Alter (16 bis 19 Jahre), und die Regatta findet jedes Jahr statt – nun schon seit 1971. Diesmal waren 400 Segler aus 66 Nationen am Start.

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Michael Kunst

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