Digger Hamburg: Kleinkrieg mit der Nachbarschaft im Hafen

Schreie um 5 Uhr morgens!

Stephan Boden ist mit seiner Varianta 18 “Digger” auf “Sommer”-Törn. Nach dem Start in Schleswig sammelt er wieder fleißig Regen-Hafentage. Aber die Schlei scheint bezwungen zu sein.

Möwe beim Digger Törn

Kleinkrieg mit der Nachbarschaft. © Digger Hamburg

Gestern ist der Sommer gekommen. Nach erbärmlichen Regentagen strahlt der Himmel und ich auch. Ich hoffe, es bleibt jetzt erst mal ein paar Monate so schön. War ja jetzt auch mal gut mit Kälte und Nässe, oder?

Mit DIGGER einhand anzulegen, ist meist schwierig genug. Viele Boxen sind so lang, dass man nach dem Belegen der Heckleinen noch ‘ne halbe Stunde weiter fahren muss, um vorne anzukommen. Das ist vor allem bei Seitenwind oftmals ganz putzig.

Noch schwieriger wird es, wenn man während des Anlegemanövers von einer völlig cholerischen Möwe angeschrien und attackiert wird. Ich wusste gestern gar nicht, warum die so durchdreht. Nachdem ich die Luvleine über den Dalben gefriemelt hatte und mich ganz dem Leepfosten hingeben wollte, kam die Aufklärung: die Olle von Herrn Möwe fand es eine gute Idee, ihr Nest auf dem Dalben zu bauen.

Regen, Regen, Regen

Regen, Regen, Regen. © Digger Hamburg

Da ich diese Vollpfosten nicht stören wollte, habe ich es unter massiven Luftangriffen bei einer Leine gelassen und mich an der Sorgleine festgeömmelt. Beim anschliessenden Anlege-O-Saft wurde geschrien und gewettert und Herr Möwe flog weiter dicht über meinen Kopf hinweg. Nachdem ich dann meine Arme als Flugabwehrsystem benutzte (während ich rüber nachdachte, zu verholen), hat er dann aufgegeben.

Letzter Stand gestern Abend: man hat sich arrangiert und kreischt nur mal kurz, wenn ich im Cockpit stehe. Daher beschloss ich nach Rücksprache mit Polly, hier in der Box zu bleiben. Es sah nach guter Nachbarschaft aus. Sah.

"Digger" am Dalben

“Digger” am Dalben. © Digger Hamburg

In der Früh kam dann die Rache. 5 Uhr. Man kennt dieses Möwengeschrei ja, aber das heute morgen hatte eine ganz neue Qualität. Ich bin glaube ich noch niemals so angeschrien worden. Da der Psychokrieg (den die Zwei eindeutig gewonnen haben) ziemlich lange dauerte, bin ich jetzt knackwach und hab um 6 Uhr schon die zweite Tasse Kaffee drin. Und wenn ich nicht so ein Tierfreund und Liebhaber von Möwen wäre, würde ich jetzt meine Wasserpistole laden. Oder eine Drohne einsetzen. Mach ich aber nicht.

Ansonsten waren die letzten Tage entspannt. Kurze Segelschläge, viele Regenstunden unter Deck verbracht, auf dem Land eingekauft, gelesen, Polly bespaßt, fotografiert, geschrieben.

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Digger Hamburg mit Gitarre

Kein Problem mit dem Wetter. Stephan Boden weiß sich zu beschäftigen. © Digger Hamburg

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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2 Kommentare zu „Digger Hamburg: Kleinkrieg mit der Nachbarschaft im Hafen“

  1. avatar sven sagt:

    Digger

    wünsche Dir trotz aller Wertteekapriolen eine schöne Zeit,

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

    • avatar Digger sagt:

      Danke, Sven. Am Wetter kann ich nichts machen. An der Laune schon. und die krieg ich an Bord immer gut hin. Dir auch ne schöne Saison.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

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