DIGGER: Neuer Windgenerator

Wenn die Wasserflasche Strom erzeugt

In zwei Wochen startet die Interboot in Friedrichshafen. Wir haben dort einige Premierenfeiern. Neben einer Serien-Bente gibt’s noch einen Windgenerator zu sehen.

Normalerweise sind alte PET Flaschen ein Graus. Sie fliegen in der Backkiste rum, dann bringt man sie weg und stellt fest, dass der Supermarkt “Die Marke nicht im Sortiment hat” und man sie nicht los wird. Demnächst kann man mit ihnen Wind erzeugen.

Meine alten Weggefährten Jochen und Fritz sitzen seit einigen Jahren an dieser Idee. Hintergrund der Geschichte ist, dass Afrika einer der am stärksten wachsenden Handy Märkte ist, gleichzeitig aber auch die größten Offgrid-Zonen ohne Stromversorgung hat. Wind ist immer.

Erstes Foto vom Prototypen, der gerade einen 3 Monate Outdoor NonstopTestlauf hinter sich hat. ©miniwind

Erstes Foto vom Prototypen, der gerade einen 3 Monate Outdoor NonstopTestlauf hinter sich hat. ©miniwind

So haben die beiden mit einigen Partnern einen Generator entwickelt, bei dem man die Windflügel aus alten PET Flaschen selbst macht. PET Flaschen sind überall auf der Welt gleich und auch überall zu bekommen. Der Generator hat somit kleine Packmaße und leistet viel, sobald die Flaschen draufgeschraubt werden. Und die Flaschen  bekommen einen Nutzen. Einfach auf den Bootshaken oder ähnlich stecken, USB Geräte anschliessen und laden.

Das Projekt ist noch in den Kinderschuhen, dennoch bereits weit gediehen. Ich finde die Idee ziemlich gut und natürlich fiel mir als Segler auch der Nutzen an Bord auf. In den kommenden Tagen bekomme ich den Prototypen geschickt, den wir erstmalig in Friedrichshafen vorstellen.

Für den kommerziellen Bereich wird noch ein Vertrieb gesucht. Das ganze Projekt hat auch einen sozialen Nutzen, denn mit jedem Kauf bspw. in Europa wird eine Spende in eine Stiftung eingezahlt, die dann in Afrika in das Projekt investiert wird.

Der Preis wird voraussichtlich bei um die 100 Euro liegen. Damit ist Miniwind nicht nur smart, sondern auch noch günstig.

Erste Infos gibt es hier.

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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15 Kommentare zu „DIGGER: Neuer Windgenerator“

  1. avatar Martin sagt:

    Could you guys please stop disrupting the next business! 🙂

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    • avatar Podestdauerbesucher sagt:

      Passiert nicht. Die automatischen Meckerer wurden weg moderiert. Das tut SR auch gut .

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  2. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Beim Prototypen wurden aber offensichtlich mit Kunstharz ausgegossene Flaschen verwendet. (deutlich an der Lichtbrechung zu erkennen)

    Mit echten zerschnippelten Plastikflaschen sieht es so aus:
    > http://uploads.branded.me/kkzZSunhQIRrDkjF8Gf3_IMG_3672.JPG
    (Vorsicht: 3264×2448 Pixles)

    Was ich nicht verstehe:
    Wenn man schon den Aufwand mit Generator und ein schnittigem Gehäuse treibt und das ganze um 100 Eur kostet, warum nicht noch eine handvoll Rotorblätter aus schlagfestem Kunststoff für ein paar Euro mitliefern?!
    Die verbessern den Wirkungsgrad soweit, daß man an einem Generator mehr Geräte betreiben kann, bzw. weniger Generatoren braucht.

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    • Du kannst die Flaschen bei ausreichend Wind sogar platt treten.

      ich mag die Idee, mit PET Flaschen, die jeder hat, zu arbeiten. “Eine handvoll Rotorblätter aus schlagfestem Kunnstoff” würde das Ganze sicher verteuern. Und vor allem dort, für das es gedacht ist, nämlich für die Entwicklungsländer, spielt der Preis eine große Rolle. Schliesslich ist es geplant, dass man dort so einen Generator vom Provider zum Handy dazu bekommt.

      Dass es nun auch in unserem Bereich getestet wird, liegt an mir. Ich kenne die beiden Initiatoren sehr gut und denke, da ist im Wassersport und Outdoorbereich Potenzial. Wenn das gut funktioniert und sich jemand findet, der das vertreibt, sind Rotoren kein Hindernis. Sie müssen nur das Gewinde haben wie PET Flaschen.

      Ich werde den Prototypen bei mir an Bord testen. Bin selbst gespannt, ob und wie das funktioniert. Die Idee mag ich jedenfalls. Auch den sozialen Aspekt an der Sache.

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      • avatar alikatze sagt:

        Ich bin gespannt auf Deinen Test.

        Das Argument Kosten ist für den angepeilten Markt sicherlich richtig, da mögen ein paar Euro schon die Grenze zum “geht nicht” ausmachen.
        Für den hiesigen Markt der Segler, Camper und Heimwerker würde ich mir aber – vielleicht als Zubehör – einen Satz Flügel wünschen. Wirkungsgrad und Geräusch sind hier viel relevanter. Bei dem Gewinde könnte man auch ein metrisches Gewinde nehmen und dann einen Stopfen mit einer Klemmlasche, der in der Lage ist auch z. B. größere Blätter (Stücke vom Palmblatt), Holz (Baumrinde) Pappen oder ähnliches aufzunehmen – Vielleicht eine Idee an die Entwickler. Dann müssen es nicht nur Plastikflaschen sein.

        Schönes Wochenende

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  3. avatar christian1968 sagt:

    Klingt total klasse, ich bestelle hiermit einen blind !

    Chris

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Würde ich gleich den Sturm-Kit mitordern: Sechs 0,33er Bier-PETs

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  4. avatar <°((( ~~< sagt:

    Ich finde es auch noch nicht so 100%ig konsequent, für meinen Geschmack könnten die übrigen Plastikteile (Leitwerk, Mast) ebenfalls aus Flaschen sein, aber…

    … GEIL!

    Viel Erfolg damit!

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  5. avatar Marc sagt:

    Wie soll sich denn jemand in einem Entwicklungsland so ein Ding leisten können? Gut die Rotoren sind umsonst, aber der Rest 100€? Oder ist an dem “deutschen Preis” sehr viel Spende? Weil der reine Materialwert ist doch bestimmt 10-30€. Dann verkauft es lieber als Spende und als Dankeschön erhält man ein Generator Bastelset. Oder pro verkauften Generator geht einer in ein Entwicklungsland.

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  6. avatar 0815 sagt:

    Öko, nachhaltig und Handyverträge, in Afrika, da wo die Menschen keinen Strom haben?
    Sorry, das liest sich für mich nicht nach einem tollen Rezept für einen leckeren Kuchen.
    Scheint mir dann doch etwas mehr PR und Kundengewinnung des Anbieters als Umweltgedanke zu sein.

    Abgesehen davon, in eine ganze PTFE Flasche könnte ich noch was reinfüllen, was in solchen Ländern auch geschieht. Bei der Idee hier bleiben ca. 2/3 der Flasche als scharfkantiger Abfall zurück, weil man für jeden Flügel ein Gewinde braucht. Was meint ihr, wie der Rest in Afrika entsorgt wird?
    Einen Mehrwert für die Umwelt kann ich da bei besten Wille nicht erkennen.

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    • avatar 0815 sagt:

      Bevor jemand was weiß.
      Stimmt Flaschen aus Teflon hab ich auch noch nicht gesehen. PET natürlich 😉

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