Knarrrblog: Streifenhemd-Clown-Party mit Segler-Striptease und Erinnerungen

Aufregendes Schattenspiel

Segler-Strip bei der Clown-Party. Schönfeldt macht Musik. © SegelReporter.com

Gut sieht SIE aus. Küsschen links, Küsschen rechts. Mann wie lange ist das her. Die Musik wummert laut. Der große Piraten-Weltmeister und Clown-Sails-Chef Frank Schönfeldt rockt den Saal. Er röhrt mit seinen „Schwimmwesten“ über Carla, die ihm vom Conger-Mann ausgespannt wird, über Kutter King Karl, der von einem Wochenende ohne Wende träumt und begibt sich wieder deutlich nach links, „gaaanz allein links“.

SIE ist kaum zu verstehen. Die Menge jubelt „Zugabe“. Alle im quergestreiften Clown-Shirt. Das Hemd ist die Eintrittskarte. Irgendwann in den vergangenen fünf Jahren erstanden, um damit an dieser einmaligen Segler-Party in Hamburgs Westen teilnehmen zu dürfen. Eine coole Idee.

SIE ist extra aus Berlin angereist. Muss gleich noch was aufführen mit dem Meister. Er hatte sie sooo lieb gebeten. Aaah, Okay, Background Chor oder was? Nee, wirst schon sehen…Wie, du musst gleich gehen? – es ist wirklich laut – Neeeeee, wirst schon sehen… Ahhh, … – verstehe kein Wort.

Streifen-Shirts bei der Clown-Party. Nur Hemd-Besitzern war der Einlass erlaubt. © SegelReporter.com

Die Gedanken schweifen weit in die Vergangenheit, während der Körper vorsichtig zu den Klängen der alten Schönfeldt-Lieder zuckt. Erinnerungsfetzen. Wir kennen uns vom Optisegeln. SIE war vermutlich die erste Nordrhein-Westfalin, die je eine Quali für die Meisterschaft gepackt hat.

Nicht, dass ich das damals, vor gut 30 Jahren, zu schätzen gewusst hätte. Früher gab es eigentlich noch keine Mädchen, die mit um die Wette segeln wollten. Sie fehlten auch gar nicht. Das Beuteverhalten des gemeinen Optiseglers war weniger auf das weibliche Geschlecht fixiert als auf das Erwerben der coolen Winnetou-Plastik-Silberbüchse oder der Motorrad-Helden-Figur Evel Knevel.

Mädchen waren igitt

Zumindest war es bei mir so. Ich gebe zu, dass ich möglicherweise nicht gerade als erster von Testosteron-Einschuss, Bart- und sonstigem Wuchs gesegnet war. Aber wenn ich mir die Jugend heute ansehe…was für Waisenknaben waren wir damals.

Soll heißen, Mädels waren irgendwie noch igitt. Und beim Optisegeln nur insofern bedeutsam, dass sie nicht vor einem sein durften. Peinlich!!!! Das gab Sprüche von den Kumpels. (Es änderte sich erst, als uns Suse Meyer 1979 in Berlin als erste Deutsche Jugendmeisterin alle abzog)

Emotionaler Moment. Frank Schönfeldt rockt für seine verstorbene Mutter. © SegelReporter.com

Vielleicht ist SIE mir deshalb noch so präsent. Da war diese Regatta am Rursee. Schwerpunkt, hieß das damals noch. Ich bin kurz davor, das Ding abzurammen. Nur noch diese Zielkreuz. Ich liege gut. Das sollte reichen.

Klar passieren am Rursee oft komische Dinge. Die haben mit dem Wind zu tun. Darauf bin ich vorbereitet. Aber nicht auf diesen Ausflugdampfer. Er quetscht sich in Luv vorbei, trennt mich sauber von der Herde. Die in Luv, ich in Lee. Menschen winkten mit Taschentüchern. Ooooch, süüüüß der Kleine. Und wie das Schiffchen schaukelt…

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Knarrrblog: Streifenhemd-Clown-Party mit Segler-Striptease und Erinnerungen“

  1. avatar Seglermann Sven sagt:

    Schöne wie persönliche Geschichte! Schade, daß das Schattenspiel nicht auf dem Video ist …

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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