24-Stunden-Suche: Italiener im Laser vom eiskalten Tramontana-Wind abgetrieben

Mast verloren

Der Italiener Garosi Lorenzo (27) ist vermisst gemeldet worden, nachdem er von Rom aus einen Schlag mit seinem Laser unternommen hatte. Er löst eine groß angelegte Suche aus.

Lasersegler, gerettet

Der italienische Lasersegler vor der Rettung. Der Mast ist aus dem Boot gerutscht. © Guardia Costiera

Der Alarm kam um 18 Uhr am Abend. Die Famile von Garosi Lorenzo machte sich Sorgen, weil der 27-Jährige sich nicht von einem Trainingsschlag mit seinem Laser zurückgemeldet hatte. Der kalte, böige Tramontana-Nordwestwind wehte mit gut 20 Knoten am Ausgang des Tibers und Lorenzo hatte sich aufgemacht, seinen neuen Laser auszuprobieren, den er sich Weihnachten mit einem Freund gekauft hatte, auszuprobieren.

Der Italiener ist ein erfahrener Segler, der schon zweimal mit der ARC über den Atlantik segelte. Dabei leistet er als Vorschiffsmann gute Dienste. Nun wollte er den starken Wind für einen actionreichen Glitsch-Nachmittag nutzen.

Aber offenbar ist er dabei gekentert. Das ist mit einem Laser eigentlich kein Problem. Man richtet ihn einfach auf, und segelt weiter. Lorenz muss allerdings vor dem Wind eine heftige Durchkenterung erlebt haben. Dabei besteht die Gefahr, das Rigg zu verlieren.

Sicherung fehlte

Der Mast steckt bei einem Laser frei drehend in einem Loch im Deck, ohne von Wanten in Position gehalten zu werden. Die Fixierung erfolgt durch den Cunningham-Strecker, der vom Segelhals zu einer Öse auf Deck geführt wird. Normalerweise reicht das aus, aber seit einiger Zeit schreiben die Klassenvorschriften vor, dass eine zusätzliche Sicherung vom Mast zur Öse  angebracht sein muss. Denn der Vorliekstrecker hält nicht mehr unbedingt, wenn er auf dem Vorwindkurs offen getrimmt wird.

Lasersegler, gerettet

Lorenzo Garosi (27) nach der glücklichen Rettung. © Guardia Costiera

Über diese Sicherung hat Lorenzo offenbar nicht verfügt. Der Mast rutschte aus dem Loch, als sich das Schiff umdrehte, und damit lag das Rigg neben dem Schiff im Wasser. Der Italiener hatte keine Chance mehr, gegen den ablandigen Wind anzukommen. Er trieb auf das offene Meer.

Das ist kein Spaß bei einbrechender Dunkelheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die ganze Nacht kämpfte er mit dem immer stärker werden Wellengang. Ölzeug über einem 3,2 Millimeter dicken Neoprenanzug schützte ihn.

Und eine gute Physis rettete ihm schließlich das Leben. Nach gut 24-stündiger Suche wurde Lorenzo um 15:30 Uhr am Nachmittag des nächsten Tages 40 Meilen südwestlich von Fiumicino von einem Flugzeug  der Küstenwache entdeckt. So konnte er durchgefroren aber lebendig von einem Coast-Guard-Schiff geborgen werden.

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