Big Picture: Mini-Transat-Plattbug “Arkema 3” – Hochsee-Foiler als Testlabor

Next Generation

Mini 650 Arkema mit Flügelmast, Plattbug und Foils in Vorbereitung auf das Mini Transat 2017. © Maxence Peyras

Mini 650 Arkema mit Flügelmast, Plattbug und Foils in Vorbereitung auf das Mini Transat 2017. © Maxence Peyras

Während die IMOCA 60s bei der Vendée Globe erstmals versuchen auf Tragflächen um die Welt zu rasen, zeigt die Mini 6.50 Klasse, dass es noch radikaler geht. 

Im Juni ist  Mini Transat-Prototype “Arkema 3” vom Stapel gelaufen und wird seitdem umfangreichen Tests unterzogen.  2017 soll Quentin Vlamynck damit die Mini Transat gewinnen.

Arkema Mini Foiler

Unter Gennaker im Low-Rider-Modus. © Arkema

Das extreme Design ist nicht nur mit den von den 60 Fußern bekannten Tragflächen am schon bekannten Plattbug-Rumpf ausgerüstet. Er weist auch einen Flügelmast auf. Dazu testet der Arkema-Rennstall für den Bau das thermoplastische Komposit-Material Sandwich Karbon Elium, das zu 100 Prozent wiederverwertbar sein soll. Es erfüllt damit die Anforderungen des Sponsors, eines weltweit führenden Unternehmens in der Chemie-Industrie.

Arkema Mini Foiler

An der Kreuz. © Arkema

Das aktuelle Foto zeigt, wie der Arkema-Mini trotz Belastung mit dreiköpfiger Crew abhebt. Es ist aber längst noch nicht klar, wie leistungsfähig die Konstruktion ist. Beim Drheam Cup im August gab der Skipper mit seinem schwimmenden Test-Labor noch auf, als zu hartes Wetter drohte.

Auch beim vergangenen Mini Transat war mit der “Eight Cube” von Simon Koster schon ein Mini auf Tragflächen unterwegs. Die Entwicklung war aber noch nicht so ausgereift, dass sie der klassisch segelnden Konkurrenz überlegen gewesen wäre.

Mini Transat, Sieger, erste Etappe

Simon Koster auf Eight Cube: Wenn es läuft, dann läuft es © vapillon

Inzwischen scheinen die vom führenden französischen Designbüro VPLP für die Vendée Globe entwickelten gebogenen Seitenschwerter immer mehr zum Maß der Dinge für das Hochseesegeln zu werden. Denn jüngst sind sie bei der Bootsmesse in Paris auch für die nächste Generation der Figaro Bénéteau Yachten vorgestellt worden.

figaro-3

In Verbindung mit einem schmalen Kiel, der sich nicht nach Luv neigen lässt, soll das Foil für Auftrieb sorgen. © VPLP

Aber für die Einhand-Spezialisten-Szene sehen die Flügel dann doch etwas anders aus. Sie führen oben aus dem Rumpf und werden nur mit dem gebogenen Teil durch das Wasser gezogen. Der Widerstand soll auf diese Weise minimiert werden.

Der 9,75 Meter lange Rumpf kommt ohne Wasserballast und Neigekiel aus. Der Prototyp ist im Bau. Die ersten 50 Figaro 3 Yachten sollen 2018 ausgeliefert werden.

Das Figaro 3 Foilziet nur den unteren Teil durch das Wasser. © VPLP

Das Figaro 3 Foilziet nur den unteren Teil durch das Wasser. © VPLP

 

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Carsten Kemmling

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