Extremsegeln: Einhand, nonstop rundum im 6,32-m-Serienboot – hält der Mast?

7.000 sm unter Fock

Hält der Mast auf der Maxus 22 von Szymon Kuczynski? © Kuczynski

Es wäre die erste Nonstop-Weltumseglung auf einem so kleinen Boot. Doch der Pole Szymon Kuczynski hat Probleme mit seinem Mast und ist nur noch unter Vorsegel unterwegs. 

Szymon Kuczynski ist ohne viel Aufhebens, Tam Tam und Fanfarengedöns am 19. August 2017 in Plymouth losgesegelt. Seine Törnroute: einmal um die Welt, nonstop, einhand. Bis hierher nichts Besonderes – weltweit wagen Dutzende SeglerInnen jährlich den Start zu diesem Abenteuer, Tendenz steigend. 

Baum verstärkt Mast © Kuczynski

Doch Szymon Kuczynski hat dem großen Törn noch eins draufgesetzt. Der Pole will die Reise auf einer Maxus 22 schaffen, ein 6,32 m kurzes Serienboot, das nur minimal für diese Reise modifiziert wurde. Sechsmeterzweiunddreißig, das sind ganze 18 Zentimeter kürzer als das bisher kleinste Boot, das jemals eine Nonstop-Weltumseglung um die drei großen Kaps geschafft hat. Alessandro Di Benedetto hatte den Nonstop-Rundumschlag auf seinem umgebauten Mini 6.50 im Jahre 2012 realisiert – seitdem steht das etwas mitgenommene Boot in Les Sables d’Olonnes als „mahnendes Beispiel für alle, die auf ähnlich bescheuerte Gedanken kommen“ (di Benedetto)

Für Kuczynski ist das keineswegs die erste Weltumseglung auf seiner Maxus 22. In den Jahren 2015 und 2016 segelte er damit bereits rund um den Globus, legte aber mehrere Zwischenstopps ein. (SR berichtete)

Halbes Jahr auf See

Bei Kap Hoorn war noch alles gut © Kuczynski

Nach 24 Wochen auf See rundete der Pole nun nach einer ausgesprochen harten Passage im Southern Ocean schließlich bei weiterhin miserablen Wetterbedingungen Kap Hoorn. 

Kuczynski schickte das obligatorische Kap Hornier-Bild bei offensichtlich eiskalten Temperaturen und freute sich auf baldigen Eintritt in wärmere Gefilde. Doch seitdem versteckt sich wohl sein Glücksstern hinter dem Kreuz des Südens. Denn der polnische Weltumsegler ist nur noch mit Vorsegel unterwegs, weil sein Mast in der schweren See des Southern Oceans zu stark gelitten hatte. Jedenfalls musste Kuczynski die Maxus 22-Palme mit dem Großbaum in einer wilden Konstruktion seitlich verstärken . Offenbar riskiert der polnische Extremsegler sonst einen vollständigen Mastbruch. 

Hält der Mast?

Doch das kann einen kernigen Langstreckensegler wie Kuczynski nun wirklich nicht davon abhalten, weiterhin sein Ziel zu verfolgen. Knapp 7.000 Seemeilen hat er nur noch vor sich. Im Vergleich zur bisher zurückgelegten Strecke ein „Klacks“.

Letztes Foto vom Blog: Kuczynski beim Basteln. Offenbar gibt es noch Chancen auf Reparatur © Kuczynski

Oder doch immerhin so wenig, dass man das Bisschen nicht auch nur unter Vorsegel schaffen könnte. Seine Fans erwarten ihn jedenfalls nicht vor Mai in Plymouth zurück.

Er habe ja Zeit, schreibt Kuczynski auf seinem Blog, er wolle es ja „nur“ schaffen, Geschwindigkeitsrekorde seien eben nichts für ihn und sein Boot.

Halt durch, Szymon, halt durch… 

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