Hund über Bord: Vierbeiner schwimmt sechs Meilen und überlebt auf einsamer Insel

Überlebenskünstler

Vor der australischen Küste fiel „Sophie Tucker“ von Herrchens Yacht. Monate später sichteten Ranger den verschollenen Hund auf einer Naturschutzinsel.

Es wehte heftig, als das australische Ehepaar Griffith vor Mackay entlang der australischen Ostküste segelte. Dave und seine Frau hatten alle Hände voll zu tun, als ihr Hund aus der Kajüte an Deck kam. In diesem Moment schwappte eine Welle in die Plicht und nahm “Sophie Tucker” mit in die Australische See.

Hund, über Bord, einsame Insel, überlebt

Sophie Tucker hat ihren Namen nach einem australischen Showstar © griffith

Trotz hektisch eingeleitetem „Dog-over-board“-Manöver fanden die Griffiths ihr Haustier in den aufgewühlten Fluten nicht mehr wieder.

Zuhause dann große Trauer, Selbstvorwürfe und mitleidende Kinder, die ihren Eltern zum Trost gleich wieder einen Hund schenkten. Womit „Sophie Tucker“ langsam aber sicher in Vergessenheit geriet.

Robinson Crusoe auf vier Beinen

Ein paar Monate nach diesem Ereignis fiel Rangern, die eine naturgeschützte Insel in der Nähe der Reiseroute inspizierten, ein verwilderter Hund auf. Sie konnten sich keinen Reim drauf machen, wie der dort hingekommen war.

Nach ein wenig Recherche stießen sie auf die Griffiths und ihren Verlust von „Sophie Tucker“. Und das Kopfkino begann: Kann es sein, dass ein Hund in hohem Seegang sechs Meilen durch haiverseuchtes Wasser zu einer Insel schwimmt, die er aufgrund der Wellen erst hundert Meter vor dem Landfall sehen kann?

Die Antwort lautet: Ja – denn Strömung und Seegang trieben das Tier offenbar rasch voran, und schließlich konnte der Hund die Insel bereits Stunden vor dem Erreichen riechen.

Hund, über Bord, einsame Insel, überlebt

An so einem Strand lässt es sich leben, oder? © tourismusbüro Queensland

Ein Mal an Land, erinnerte sich das gehätschelte Haustier „Sophie Tucker“ ganz offenbar seiner Ur-Ur-Ur-Ahnen und mutierten zum Selbstversorger.

„Bei der ersten Sichtung des Hundes war er noch ziemlich abgemagert,“ berichteten die Ranger später den Griffiths. „Als wir einen Monat später erneut auf die Insel kamen, sah der Robinson Crusoe auf vier Beinen jedoch blendend aus, stand in Saft und Kraft!“

Kunststück. In der Zwischenzeit waren auf der Insel junge Wildgänse geschlüpft. Standen vorher nur Eier, angefaulter Fisch und ganz selten ein verletzter Vogel auf Sophie Tuckers Speiseplan, gab es nun „frische Gansküken“ im „all you can eat“-Modus.

Die Ranger und Fischer, die vor „St. Bees Island“ angelten, berichteten, dass sie den Hund sogar dabei beobachteten, wie er mal eben schnell zur Nachbarinsel schwamm – wahrscheinlich, um dort neue Geschmacksrichtungen zu probieren.

Freut sich Sophie Tucker wirklich?

Schließlich fingen die Ranger Sophie Tucker ein. Es hieß, sie hätte sich äußerst schlau verhalten und sei ein paar Mal in letzter Sekunde entwischt. Die Griffiths wurden informiert und kamen schließlich runter zum Hafen. Würde ihr nun wilder Hund sie noch erkennen? “Er winselte vor Freude”,  meinten Herrchen und Frauchen schließlich rührselig.

Hund, über Bord, einsame Insel, überlebt

Ganz schön weit vom Hund über Bord Manöver bis zur Insel © google maps

Ob sie das richtig übersetzten? Die Gedanken könnten auch so gelautet haben: „Mist, jetzt kommen die schon wieder. Als ob es nicht reichen würde, dass sie mich von meiner Trauminsel verschleppt haben, wie einen Tollwütigen in eine Kiste steckten und mich jetzt hier wieder in der Drecks-Zivilisation an der Leine führen wollen. Jetzt gibt es wieder trockene Cracker statt saftiger Ganskeule. Und dann noch dieses blöde Segeln…”

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