Jules Verne Trophy: Die Rekorde purzeln für IDEC – Ein Tag Vorsprung am australischen Kap

"Wir werden langsam müde"

Francis Joyon und seine fünf Männer sind mit ihrem 31.5 Meter langen Trimaran IDEC SPORT nach ersten Bestmarken der schnellsten Weltumsegelung aller Zeiten ein Stück näher gekommen.

Nach 18 Tagen auf See hat Francis Joyon mit dem Maxi-Trimaran IDEC SPORT den Vorsprung auf den bisherigen Jules-Verne-Rekord auf 714 Meilen ausgebaut, was etwa einem Tag Highspeed-Segeln entspricht.

IDEC Joyon

IDEC legt den Hebel auf den Tisch. © JM Liot / DPPI / IDEC SPORT

Diesmal ohne Boris Herrmann, der sich schon intensiv auf seine neue IMOCA-Karriere vorbereitet, segeln die fünf Franzosen und der Schweizer Bernhard Stamm zurzeit südlich von Australien. Sie erreichen die Höhe von Tasmanien in den nächsten 24 Stunden mit einem Speed von 34 Knoten.

IDEC reitet südlich von Australien immer noch das Tiefdruckgebiet.

IDEC reitet südlich von Australien immer noch das Tiefdruckgebiet.

IDEC segelt einen perfekten, direkten Kurs auf 53 Grad südlicher Breite, aber es besteht erhöhte Gefahr, auf Eis zu treffen. Doch die Sicht ist gut und zwei Rekorde sind schon im Sack. Die Strecke vom Start in Ushant bis zum Kap Leeuwin schafften sie in 17 Tagen und 7 Stunden und die Passage des Indischen Ozeans vom Kap Agulhas bis Leeuwin in 4 Tagen und 9 Stunden. Das entspricht dem unglaublichen Schnitt von 35.08 Knoten.

Geduld zahlt sich aus

Vorsprung und Rückstand auf die bestehende Rekordzeit. Es galt ein mächtiges Tief zu durchschreiten.

Vorsprung und Rückstand auf die bestehende Rekordzeit. Es galt ein mächtiges Tief zu durchschreiten.

Diese Rekorde sind eigentlich nicht so wichtig, zeigen aber, wie schnell das Team zurzeit unterwegs ist und wie sehr es sich gelohnt hat, die Durststrecke im Atlantik zu überstehen. 755 Meilen lag Joyon schon zurück, und es schien nur eine Frage der Zeit, wann er den Versuch erneut abbrechen würde.

Aber die Geduld zahlte sich aus. Im Südmeer ging die Post ab. Und so sieht es im Moment sehr gut aus, dass IDEC die fünf Jahre alte Zeit von Loïck Peyron und dessen 13-köpfiger Crew, der in 45 Tagen und 13 Stunden um die Welt raste, schlagen zu können.

Zum Ende des Jahres segelte das Team sieben Tage lang 24-Stunden-Strecken von mehr als 800 Meilen und erreichte somit einen Wochen-Schnitt von 36 Knoten. IDEC rast seit Tagen mit einer Front, die dem erfahrenen Skipper perfekt in die Karten spielt.

Steuermann-Ablösung nach 30 Minuten

Joyon freut sich, dass die stabilen Bedingungen nicht zu viel Arbeit mit dem Trimm erfordern. Allerdings lösen sich die Segler alle halbe Stunde am Steuerrad ab. Die Hochgeschwindigkeit erfordert größte Aufmerksamkeit, da immer wieder unvorhergesehene Böen eine erhöhte Überschlag-Gefahr bergen. Der Skipper sagt: “Wir werden langsam müde und müssen deshalb besonders aufmerksam an Steuer und Schoten arbeiten.”

die Speed-Bilanz des bisherigen Rekordversuchs.

die Speed-Bilanz des bisherigen Rekordversuchs.

Er äußert sich erstaunt über den aktuellen Vorsprung. “Wir dachten, es würde länger dauern die Zeit von Banque Populaire V zu erreichen.” Der Angriff sei eigentlich erst für das nun folgende Stück im Pazifik gedacht gewesen. Da habe Loïck Peyron damals einige schwierige Tage zu überstehen gehabt. Für IDEC dagegen sehe das Wetter auch dort sehr gut aus. Ein weiterer Fabelrekord scheint in der Luft zu liegen.

IDEC Rekord-Tracker

IDEC Rekordfeier am Kap Leeuwin:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://yachtservice-sb.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *