Kroatien: Familien-Crew akzeptiert illegale Zahlung nicht – Bojenfeld-Pächter rastet aus

Attacke am Bojenfeld

Ein kroatischer Bojenfeld-Pächter ärgert sich über einen Ankerlieger, holt dessen Grundeisen auf und zerrt ihn weg. Der Vorfall ist per Video festgehalten und sorgt für Gesprächstoff.

Seit die Kroaten vor gut zehn Jahren angefangen haben, in zahlreichen Buchten Bojenfelder auszulegen und Pächtern das Abkassieren zu erlauben, gibt es regelmäßig Ärger. Denn immer wieder wird auch illegal Geld eingetrieben.

Kroatien, Mooring

Der Kroate lichtet gegen Widerstand den Anker und schleppt die Yacht weg (Klicken für Direktlink zum Video)

Viele Segler wurden schon attackiert, und der Ruf des traumhaften Segelrevier wurde schwer geschädigt. Die Behörden versuchen, das Problem im Griff zu behalten und erst im August ließen sie im Bereich Split – Dalmatien 156 Bojen an 17 verschiedenen Buchten demontieren.

Es soll wohl als positives Signal für die Segel-Touristen verstanden werden, denn ein besonders krasser Fall aus dem Sommer hat die Szene schwer verunsichert. Er wird aktuell heiß diskutiert, da das Video von der Attacke in den Netzwerken kursiert.

Dabei hat der Italiener Enrico Cossutta per Handy aufgenommen, wie sein Schiff von dem aufgebrachten Kroaten Marko M. abgeschleppt wird, seine Tochter heult, und die Frau den Poizei-Notruf wählt.

Zahlung verweigert

Die Familiencrew hatte in ausreichender Entfernung zum gebührenpflichtigen Bojenfeld vor der Insel Silba geankert und sich geweigert, dem 39-jährigen Pächter das geforderte Geld zu bezahlen. Er war offenbar bisher dabei erfolgreich, in der Bucht unerlaubt die Hälfte des Preises von Ankerliegern im Umfeld der Bojen einzutreiben.

Marko M. Hat eine Leine um die Ankerkette gezogen und schleppt die Yacht weg.

Cossutta befand sich außerhalb des zahlungspflichtigen Gebiets und wusste nach vielen Jahren in dem Revier, was erlaubt ist. Doch der Kroate auf dem kleinen Motorboot rastete aus, löste den Anker der Yacht aus dem Grund und nahm sie auf den Haken. Erst als der italienische Skipper seine Maschine mit voller Kraft rückwärts laufen ließ, gab Marko M. auf.

Er hatte nicht bedacht, dass er seine Aktion schließlich im Internet wiederfinden würde. Dabei soll er in seiner Wut Gewalt-Androhungen ausgestoßen haben. Der Fall landete schließlich bei der Polizei, die Untersuchungen zu dem Fall laufen noch.

Inzwischen ist klar, dass Marko M. schon häufiger Fahrtensegler auf ähnliche Art bedrängt haben soll und er mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, seit er vor gut zehn Jahren mit seinem Vater das Eintreiben der Pacht aus dem Bojenfeld übernommen hat.

Bewohner der Insel Silba haben sich von den Aktionen ihres Landsmanns, der auch Boote vermietet, deutlich distanziert. Sie befürchten Negativ-Werbung für ihre schöne Insel.

 

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Carsten Kemmling

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