Maxi Yacht Rolex Cup Sardinien: Link zum Mega Crash vor Porto Cervo

30 Meter Yachten stecken ineinander

Heftiger Crash zwischen den beiden 30-Meter-Maxis "Ilusion" und "Kora". © www.ingridabery.com

Eine heftige Kollision zwischen den beiden italienischen Maxi-Yachten “Illusion” und “Kora” war der Aufreger beim Maxi Yacht Rolex Cup. Nicht schön wenn zwei 30 Meter Yachten ineinander stecken. Sie krachten im 90-Grad-Winkel aufeinander. Die BILDERSERIE zeigt den heftigen Schaden.

Ansonsten herrschte vor Porto Cervo so wenig Wind, dass nur die Super-Maxies ein kurzes Rennen absolvieren konnten.

Die Pressemitteilung: Ungewohnt schwierige Windverhältnisse beherrschen nach wie vor den Maxi Yacht Rolex Cup im italienischen Porto Cervo auf Sardinien. Am vorletzten Regattatag fielen die geplanten Kurzwettfahrten der Wally-Klasse und der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft am Freitag (9. September) einer Flaute zum Opfer, nachdem schon der Regattaauftakt wegen Sturms ausgefallen war.

Die Super-Maxis absolvierten ein kurzes Rennen entlang der Smaragdküste, das der Hamburger Albert Büll mit der „Saudade“als größte Yacht im Feld überlegen gewann und in der Gesamtwertung auf den vierten Platz vorrückte. Vor ihm liegt Otto Happel (beide Norddeutscher Regatta Verein) mit der „Hetairos“, die einen herben Dämpfer einstecken musste und Hasso Plattner (Kieler Yacht-Club) mit der „Visione“ Platz zwei hinter der „Nyala“ aus Großbritannien überließ. Unverrichteter Dinge behielt Claus-Peter Offen (ebenfalls NRV Hamburg) mit seiner „Y3K“ bei den Wallys im Gesamtklassement eine weiße Weste.

Es war die Ruhe nach dem Sturm, die die Regattaleitung vom Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) diesmal vor komplizierte Aufgaben stellte, die auch nicht ganz fehlerfrei bewältigt wurden. Der vierte Wettfahrttag begann mit einer Startverschiebung in der Hoffnung auf einsetzenden Westwind. Viel kam nicht davon an. Zwar reichte es für die Wallys und die Mini Maxis noch zu einem Start ihrer Am-Wind/Vorwind-Rennen, doch wurden diese bei stark drehender, einschlafender Brise abgebrochen. Nicht ohne Diskussionen und ein Ersuch der „Magic Carpet²“ mit dem Berliner Taktiker Jochen Schümann auf Wiedergutmachung, die sich um ihren ersten Tagessieg gebracht sah.

Begründung: Das Rennen wurde von der Wettfahrtleitung erst abgebrochen, als schon vier Boote im Ziel waren. So etwas aber lässt das Regelwerk nicht zu. Erster im Ziel war die Gesamtführende „Y3K“ gewesen. Deren Abstand zur britischen Verfolgeryacht von Sir Lindsay Owen-Jones betrug allerdings nur fünf Sekunden. Zu wenig nach berechneter Zeit, die Hamburger hätten acht Sekunden Vorsprung gebraucht, wären nur Zweite geworden.

Drei Stunden saß Schümann in der Juryverhandlung und bekam auch Recht, nur keine Wiedergutmachung, weil die Schiedsrichter keine Lösung fanden, die sieben Teilnehmer gerecht zu bewerten, die das Rennen abgebrochen hatten. Schümann: „Das ist ein schwacher Trost, Recht zu haben und bekommen, sich dafür aber nichts kaufen zu können.“

So nimmt die „Y3K“ den Drei-Punkte-Vorsprung aus den ersten beiden Siegen vor der „Magic Carpet²“ mit in die beiden vorgesehenen Schlussrennen. Für das Team von Offen geht es am Finaltag um einen Hattrick. Es will nach 2009 und 10 zum dritten Mal in ununterbrochener Folge den Maxi Yacht Rolex Cup als inoffizielle Weltmeisterschaft der Maxi-Klasse gewinnen. Dazu ist laut Ausschreibung allerdings mindestens noch eine dritte Wettfahrt notwendig, sonst zählt die Serie nicht.

Auch das gerade einmal 17 Seemeilen kurze Küstenrennen, für die über 30,50 Meter langen Super-Maxis normalerweise ein „Katzensprung“, litt unter den flauen Winden. Bis zur Insel Monaci hielt die Brise noch einigermaßen durch, doch „danach sind wir einfach stehen geblieben“, berichtete Walter Meyer-Kothe von Bord der „Visione“. Während die gerade einmal 29 Zentimeter längere „Saudade“ rund zwei Bootslängen voraus weitersegelte, fiel Plattner mit seiner Crew am Ende sogar mehr als eine halbe Stunde zurück, obwohl die Wettfahrt nach zwei Dritteln abgekürzt wurde. „Wir hatten keine zwei Knoten Wind mehr, fast gar nichts“, so Meyer-Kothe.

Die Laune der „Visione“-Mannschaft besserte sich erst wieder, als die offizielle Ergebnisliste bekannt wurde. Denn der schweren „Hetairos“ war es noch schlechter ergangen, sie sammelte noch drei Punkte mehr ein. Dadurch räumten die Titelverteidiger Platz zwei und haben vor dem Finale schon insgesamt acht Zähler Rückstand auf den Regattaneuling „Nyala“ mit dem niederländischen Weltklassetaktiker Bouwe Bekking an der Spitze.

Beste Stimmung gab es auf der „Saudade“, deren Tagessieg nach durchschnittlichem Verlauf zuvor für die Mannschaft Genugtuung war. Eigner und Steuermann Büll lobte seinen Taktiker Karol Jalonski, Pole mit zweitem Zuhause in Deutschland, der schon viele Yachten zu Titeln geführt hat: „Karols Wort ist bei uns Gesetz. Er trägt die Verantwortung, wo wir starten wollen, wann wir wenden und wo die Reise hingeht. Und das will bei dieser Schiffsgröße wohl überlegt sein. Dieser Erfolg zeigt einmal mehr seine Klasse.“

 

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Maxi Yacht Rolex Cup Sardinien: Link zum Mega Crash vor Porto Cervo“

  1. avatar Backe sagt:

    Auaha!

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  2. avatar Stefan Zeyse sagt:

    Hauptsache alle sind heil davon gekommen. Die Boote kann man mit ein bischen Matte, Harz und Tape wieder zusammen flicken.

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  3. avatar Kerstin memering sagt:

    Es war sensationell dabei zu sein.. Auch bei den Italienern gibian und viriella hat es mir gut auf dem boot gefallen 😉 und der Crash war krass aber auch andere Boote wie die inti mit Wassereinbruch und ein weiteres Boot mit baumbruch leider nach der Regatta im Hafen haben leider ein wenig gelitten..

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